So wird Ihr Balkon zur grünen Oase mit reicher Ernte.
Tschüss, grauer BalkonMit diesen fünf Expertinnen-Tipps wird er zur grünen Oase

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Vom Balkon direkt in den Mund: Selbst auf kleinem Raum lässt sich ein Naschgarten für Groß und Klein anlegen.
Eine Oase zum Entspannen, ein Garten zum Naschen, ein Paradies für Insekten – all das vermag Ihr Balkon zu sein. Mit ein paar einfachen Kniffen haben Sie gute Aussichten auf eine reiche Ernte. Doch bevor Sie loslegen, sollten Sie sich einige ehrliche Fragen stellen, rät Buchautorin Melanie Öhlenbach („Mein Stadtbalkon“): Wie viel Zeit und Geld wollen und können Sie investieren? Sind Sie im Sommer oft weg? Ihr Tipp: „Lieber klein anfangen, bevor man sich überfordert. Schließlich soll das Gärtnern Spaß machen und keinen Stress.“
Ein Wasserhahn direkt auf dem Balkon ist ein echter Segen. Das erleichtert nicht nur die Bewässerung, sondern macht auch den Weg frei für eine automatische Versorgung, wie die Agrarwissenschaftlerin Andrea Heistinger („BioBalkongarten“) erläutert. Einige dieser Systeme kommen sogar komplett ohne Elektrizität aus.
Ohne Licht geht nichts: Der richtige Standort
Die größte Freude am Gärtnern entsteht, wenn die Pflanzen prächtig gedeihen. Dafür ist die Wahl des Standorts ausschlaggebend. „Tomaten, Paprika und Auberginen zum Beispiel brauchen Sonne. Auf einem schattigen Nordbalkon wachsen sie nicht richtig und kränkeln“, mahnt Heistinger. Eine leidvolle Erfahrung für Melanie Öhlenbach: Ihre Himbeersträucher litten ein ganzes Jahr im Schatten unter massivem Blattlausbefall. Als sie im Folgejahr einen sonnigen Ort bekamen, war der Spuk vorbei.

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Blühende Beerenpflanzen sind nicht nur ein Hingucker, sondern auch beliebt bei Hummeln und anderen Bestäubern.
Aber aufgepasst: Ein Balkon in Südlage kann im Sommer zur Falle werden, wenn es zu heiß wird. Hier muss geklärt werden, ob für einen Sonnenschutz gebohrt werden darf – ein heikler Punkt, speziell in Mietshäusern. „Nicht, dass versehentlich die Wanddämmung durchlöchert wird“, gibt Öhlenbach zu bedenken. Ein weiterer Aspekt, der oft übersehen wird: die Traglast! Schwere Kübel mit feuchtem Substrat haben ein enormes Gewicht.
Am falschen Ende gespart: Warum gute Erde entscheidend ist
Andrea Heistinger warnt eindringlich vor der Verwendung von Mutterboden. Der Grund ist sein enormes Gewicht: „Je nach Beschaffenheit wiegt dieser etwa eine Tonne pro Kubikmeter. Das wird schnell zu schwer.“ Preiswerte Standarderde aus dem Handel ist zwar leichter, aber laut der Fachfrau oft nur eine kurzfristige Lösung. Sie verdichtet sich rasch, den Wurzeln fehlt Sauerstoff und die Gewächse verkümmern.
Gewächse benötigen ein Substrat, das zu rund 25 Prozent aus Luftporen besteht, um über die Wurzeln atmen zu können. Heistinger empfiehlt deshalb qualitative Trogerde, die mineralische Bestandteile wie Lava oder Bims enthält. Ein solches Substrat bleibt locker, ist mehrjährig nutzbar und muss lediglich frisch gedüngt werden, beispielsweise mit Pellets aus Schafwolle. „Das rechnet sich nach einigen Jahren und hat den Vorteil, dass man die Erde nur einmal hochschleppen muss“, erklärt sie.

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Ein sonniger Standort ist entscheidend, damit Tomaten auf dem Balkon viele Früchte tragen.
Für alle, die auf Umwelt- und Klimaschutz Wert legen, lautet Melanie Öhlenbachs Empfehlung torffreie Bio-Erde. Ebenfalls von Bedeutung: Setzen Sie niemals die gleiche Pflanzenart in zwei aufeinanderfolgenden Jahren in dasselbe Gefäß.
Auf die Größe kommt es an: Die richtigen Gefäße
Eine üppige Ernte benötigt ausreichend Raum – auch im Wurzelbereich. Melanie Öhlenbach bevorzugt daher geräumige, eckige Kisten, in denen sie verschiedene Kulturen wie Tomaten, Basilikum und Salat kombiniert. Ihr Geheimtipp sind Holzkisten vom Markt. „Die verrotten zwar mit der Zeit, aber man bekommt sie für ein Dankeschön.“
Andrea Heistinger setzt auf hohe, aber schlanke Behälter – circa 50 bis 60 Zentimeter in der Höhe und 30 Zentimeter in der Breite. Auf diese Weise erhalten die Wurzeln viel Tiefgang, während die Töpfe wenig Stellfläche beanspruchen. Ein absolutes Tabu sind für die Expertin dunkle Kübel. In der Sonne werden diese schnell zu heiß und schädigen das Wurzelwerk.

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Naschen direkt vom Strauch: Kompakte Blaubeersorten eignen sich gut für große Balkonkübel.
Was darf es sein? Die Top-Pflanzen für den Stadt-Balkon
„Ich mag Pflanzen, die schön aussehen, die ich essen kann und die was für Insekten bieten“, sagt Melanie Öhlenbach. Ihre Favoriten umfassen Kräuter wie Thymian, Salbei und Schnittlauch sowie kompakte Obstvarianten wie Himbeeren oder Blaubeeren für den Topf. Im Gemüsebeet rät sie zu Rucola, Radieschen, Schnittsalat und insbesondere zu Cocktail- oder Cherrytomaten.
Für Andrea Heistinger sind auch aromatische Gewächse wie der Muskatellersalbei ein Muss für jeden Balkon. Ihr persönliches Fazit: „Es ist so herrlich, wenn ich nach einem anstrengenden Arbeitstag auf meinem Balkon in einer Duftwolke sitze.“ (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
