Ein Star der Winnetou-Saga ist gestorben: Abschied von Husein Cokic.
Winnetou-Fans unter SchockLetzter Held aus dem ersten Film ist tot

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Pierre Brice (l) als Apachen-Häuptling Winnetou und Lex Barker als sein Blutsbruder Old Shatterhand. (Symbolbild)
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Erneut gibt es eine traurige Nachricht für die Anhänger der Karl-May-Verfilmungen. Knapp eine Woche nach dem Ableben von Mario Adorf (†95), dem unvergessenen Bösewicht Santer, ist Husein Cokic mit 96 Jahren verstorben. Der Darsteller verstarb am 14. April in Pula. Sein Tod bedeutet für die Kinowelt den Verlust des letzten lebenden Stars aus dem Klassiker „Winnetou 1“ von 1963.
Unzählige Zuschauer werden Husein Cokic als den loyalen Westmann Will Parker in Erinnerung behalten, der neben Old Shatterhand (Lex Barker, †74) ritt. Er zählte zu den denkwürdigen, stillen Protagonisten aus Karl Mays Fantasiewelt und kämpfte Seite an Seite mit Winnetou sowie dessen Blutsbruder. Sein Antlitz ist fest mit jener glorreichen Kino-Epoche verknüpft, in der Westernhelden noch wirkliche Wagnisse erlebten. Das berichtet „bild.de“.
Der Krieg zwang ihn, seine Heimat zu verlassen
Husein Cokic kam 1931 in Kljuc in Bosnien zur Welt. Sein bemerkenswerter Werdegang als Künstler nahm 1953 am Theater in Banja Luka seinen Anfang, wo er viele Jahrzehnte wirkte. Eine dramatische Wende in seiner Biografie brachte das Jahr 1992, als der Konflikt ihn zur Flucht aus seiner Heimat nötigte. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte der Künstler in Pula, Kroatien.
Ein Talent, das weit über die Prärie hinausging
Die Begabung von Husein Cokic war jedoch nicht auf Westernrollen beschränkt. Seine Filmografie umfasst 28 Kinoproduktionen sowie circa 20 Formate für das Fernsehen. Zuletzt stand er 1989 für einen Spielfilm vor der Kamera. Medienberichten zufolge gehörte er zu den prägenden Figuren des osteuropäischen Films und kooperierte mit den bedeutendsten Regisseuren jener Epoche.
Zusammen mit dem Star Bekim Fehmiu (†74) schuf Cokic sogar Verbindungen nach Hollywood, was Darstellern aus seiner Heimatregion den Zugang zu weltweiten Produktionen erleichterte. Ebenso feierte er auf der Bühne große Erfolge: Sein Stück „Sokrates’ Verteidigung und Tod“ gilt nach wie vor als Schlüsselwerk für das Theater in Bosnien-Herzegowina. (jag)
