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Klimakatastrophe nicht verstanden Kommentar: Die Ignoranz „alter weißer Männer“ wie Markus Lanz

„Dafür kleben Sie sich fest?“ Markus Lanz (links) rang bei der Diskussion mit einer Klimaaktivistin der „Letzten Generation“ mehr als einmal um Fassung. (Bild: ZDF)

Markus Lanz am 9.11.22

Entlarvender geht es kaum: In der Diskussion mit Last-Generation-Sprecherin Carla Rochel wird Markus Lanz zum Wissenschaftsleugner. Es ist genau diese Ignoranz „alter weißer Männer“ wie dem ZDF-Moderator, die diese Generation auf die Straße treibt, findet unser (ähnlich alter) Autor in seinem Kommentar.

Sie sind jung und oft weiblich. Sie sind engagiert und kämpferisch. In Amerika haben junge Frauen wahrscheinlich bei den Midterms gerade die Demokratie vor weiteren düsteren Trump-Jahren gerettet. Und in Deutschland und Europa kämpfen Aktivistinnen für eine zukunftsfähige Erde. Greta Thunberg und Luisa Neubauer oder eben Carla Rochel von Last Generation.

Man muss nicht mit ihren Methoden einverstanden sein, darf sie sogar für kriminell halten, wenn sie an Straßen geklebt den Verkehr behindern oder mit Kartoffelbrei Kunstwerke symbolisch attackieren. Aber wenn man sich schon für Deutschlands moralisches Gewissen, den Mensch gewordenen erhobenen Zeigefinger, hält wie Markus Lanz, dann sollte man journalistisch zumindest in der Lage sein, mit irgendeinem Argument zu punkten.

Markus Lanz im ZDF: Trauriger Tiefpunkt mit Carla Rochel

Doch die Sendung mit Last-Generation-Sprecherin Rochel am Mittwochabend (9. November 2022) geriet für den ZDF-Late-Talker zu einem traurigen Tiefpunkt seiner langen Geschichte. Der Düsseldorfer Lanz outete sich auf eine derart erschütternde Weise als „alter weißer Mann“, der das ganze Thema Klimakatastrophe nicht mal im Ansatz verstanden hat, seine mangelnde Einsicht ließ den informierten Zuhörer fassungslos zurück.

Alles zum Thema Markus Lanz

„Sie malen als eloquente Frau die Katastrophe an die Wand. Aber Kunst ist etwas Großes, was uns als Menschheit überdauern wird. Ich zeige ihnen Orte in den Dolomiten, da kommt kein Wasser hin“, sagt der Moderator und spielt an seinen Manschettenknöpfen. „Sie sind jung, sie müssten optimistisch sein und Zutrauen in die Anpassungsfähigkeit des Menschen haben.“

Rochel schaute sichtlich genervt und verwies auf die Wissenschaft, die für ein Vier-Grad-Szenario eine Welt voller Bürgerkriege und Milliarden auf der Flucht vorhersagen. „Aber woher weiß die Wissenschaft das“, schreit Lanz da fast allen Ernstes – und reiht sich damit in den Chor der Klimawandelleugner ein.

Argumente? Weiter Fehlanzeige, nur väterliche Ratschläge zum Gang durch die Institutionen, für die den Aktivistinnen und Aktivisten schlicht keine Zeit mehr bleibt. Warum die Letzte Generation so verzweifelt die Regeln bricht um Aufmerksamkeit zu erlangen? Wegen der Ignoranz der Mächtigen gegenüber ihren völlig berechtigten Ängsten. Die Ignoranz von alten weißen Männern wie Markus Lanz.

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