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Ulrike Folkerts als Lena OdenthalWann hört die dienstälteste „Tatort“-Ermittlerin auf?

Ist die Polizei hier am Ende? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) macht sich so ihre Gedanken, was man im Problemviertel ihrer Stadt Ludwigshafen als staatliche Autorität noch bewirken kann. (Bild: SWR / Benoît Linder)

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Ist die Polizei hier am Ende? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) macht sich so ihre Gedanken, was man im Problemviertel ihrer Stadt Ludwigshafen als staatliche Autorität noch bewirken kann. (Bild: SWR / Benoît Linder)

„Tatort: Explosive Mischung“ ist der 25. Fall von Ulrike Folkerts als Kommissarin Lena Odenthal mit Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter). Seit 1989 spielt die 65-Jährige ihre Rolle. Andere „Tatort“-Veteranen in München, Kiel oder Wien hör(t)en gerade auf. Welche Pläne hat Ulrike Folkerts?

Ob das kleine Ludwigshafen-Jubiläum mit dem „Tatort: Explosive Mischung“ ein Highlight der Reihe war, darüber lässt sich streiten. Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) ermittelten zum 25. Mal gemeinsam.

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) ermitteln im „Tatort: Explosive Mischung“ während einer Ludwigshafener Nacht.  (Bild: SWR / Benoît Linder)

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Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) ermitteln im „Tatort: Explosive Mischung“ während einer Ludwigshafener Nacht. (Bild: SWR / Benoît Linder)

Nach dem reihenweisen Rückzug von Alt-Ermittlerin in München und Kiel, dem angekündigten Abschied der Wiener Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser sowie des Kölners Klaus J. Behrendt hat die 65-jährige Ulrike Folkerts ein Alleinstellungsmerkmal: Sie ist die letzte Vertreterin des „Tatort“, die schon im letzten Jahrhundert ermittelte. Um genau zu sein: seit 1989.

In einem Interview äußerte sich Ulrike Folkerts, wie es mit ihrem „Tatort“ weitergeht und wann sie Schluss machen könnte. Aber worum ging es eigentlich im etwas seltsamen aktuellen Fall?

Worum ging es?

In der Spielothek stellt Ulf Meisner (Christian Schneeweiß) die Ex-Freundin des Toten, Fiona (Juliette Larat), zur Rede. (Bild: SWR / Benoît Linder)

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In der Spielothek stellt Ulf Meisner (Christian Schneeweiß) die Ex-Freundin des Toten, Fiona (Juliette Larat), zur Rede. (Bild: SWR / Benoît Linder)

In einem Ludwigshafener Problemviertel wurde ein Bankautomat in die Luft gesprengt, den Täter hat es dabei selbst erwischt. Von der Geldkassette fehlte jede Spur, auch von den Komplizen des toten Dennis Lohberg. Statt dem verletzten Kumpel zu helfen, machten sie sich lieber mit der Kohle davon.

Ermittler-Assi Nico Langenkamp (Johannes Scheidweiler, links) knüpft wieder Kontakt zu einem ehemaligen Kumpel: Chris Lohberg (Filip Schnack) „leitet“ im Viertel die örtliche Jugendgang.  (Bild: SWR / Benoît Linder)

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Ermittler-Assi Nico Langenkamp (Johannes Scheidweiler, links) knüpft wieder Kontakt zu einem ehemaligen Kumpel: Chris Lohberg (Filip Schnack) „leitet“ im Viertel die örtliche Jugendgang. (Bild: SWR / Benoît Linder)

Odenthal und Stern ermittelten in den undurchsichtigen Strukturen des Problemviertels, wo der Bruder des Toten, Chris Lohberg (Filip Schnack), eine etwas zu alt gewordene Jugendgang anführte und Gewalttäter Ulf Meisner (Christian Schneeweiß) Sheriff spielte. Wenn er nicht gerade zu Hause seine Frau (Hannah Ehrlichmann) verprügelte oder das gemeinsame Baby vernachlässigte, streifte er durchs Viertel und gab den Paten, der alles im Griff hat.

Der Polizei traute man dort nicht über den Weg. Odenthal und Stern setzten deshalb ihre jungen Kollegen Nico Langenkamp (Johannes Scheidweiler) und Mara Herrmann (Davina Chanel Fox) als Undercover-Cops im Nachleben des Viertels ein.

Worum ging es wirklich?

Ulf Meisner (Christian Schneeweiß) ist ein Mann ohne Gnade.  (Bild: SWR / Benoît Linder)

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Ulf Meisner (Christian Schneeweiß) ist ein Mann ohne Gnade. (Bild: SWR / Benoît Linder)

„Tatort: Explosive Mischung“ spielt in einer einzigen Nacht, in der kaum jemand das ist oder tut, was man vorgibt. Auch auf dem Präsidium: Chef Breising (Bernd Hölscher) steht weiterhin im Verdacht, ein korrupter Bulle zu sein. Autor und Regisseur Martin Eigler mag Plots rund um Manipulation und psychologische Spiele. So zum Beispiel in seiner grandiosen Selbstmontage eines Stuttgarter Schwindlers, „Tatort: Der Mann, der lügt“ (2018) oder in seinem Ludwigshafener „Tatort: Der böse König“ (2021), einer Studie über narzisstische Täter-Persönlichkeiten.

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, rechts) rettet ein Baby aus der gewalttätigen Beziehung seiner Eltern.  (Bild: SWR / Benoît Linder)

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Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, rechts) rettet ein Baby aus der gewalttätigen Beziehung seiner Eltern. (Bild: SWR / Benoît Linder)

Und worum ging es diesmal? Den Verlust staatlicher Ordnung, häusliche Gewalt oder das Recht des Stärkeren? Oder war es die Täuschung an sich - weil im Film niemand seinem Gegenüber traute? Das Thema des Krimis blieb auch nach dem Action-Ende mit explosivem Showdown auf dem Polizeirevier unklar - und seine Story etwas diffus.

Wo finden Opfer häuslicher Gewalt Schutz?

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) oder Ulf Meisner (Christian Schneeweiß) - wer ist hier der Boss im Viertel? (Bild: SWR / Benoît Linder)

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Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) oder Ulf Meisner (Christian Schneeweiß) - wer ist hier der Boss im Viertel? (Bild: SWR / Benoît Linder)

Die schockierendste Szene des „Tatort“ hatte mit dem eigentlichen Fall nur am Rande zu tun. Gewalttäter Meisner tötet seine Frau, die er zuvor regelmäßig geschlagen hat. Lena Odenthal bleibt nur die Rettung des Babys - und das Auffinden der Leiche von dessen Mutter.

Frauenhäuser können Opfer von Gewalttaten in Beziehungen schützen. In Deutschland gibt es rund 400 Einrichtungen mit etwa 7.400 bis 7.800 Plätzen. Nach offiziellen Angaben fehlen mehr als 13.000 Plätze, deshalb müssen Frauenhäuser immer wieder Schutzsuchende abweisen. Das Gewalthilfegesetz ist seit Februar 2025 in Kraft. Die Sicherstellungsverantwortung der Länder gilt ab 2027, der individuelle Rechtsanspruch für Betroffene aber erst ab 1. Januar 2032. Bis dahin gibt es keinen einklagbaren Anspruch auf einen Platz. Bei akuter Gefahr gilt der Notruf 110.

Wie lange macht Ulrike Folkerts noch weiter?

Im Mai wurde Ulrike Folkerts 65 Jahre alt, auch wenn die sportlich top-fitte Schauspielerin um einiges jünger wirkt. Im Jubiläums-Interview mit der Agentur teleschau zum 25. Fall mit Lisa Bitter positioniert sich Folkerts klar zu ihrer Zukunft als Lena Odenthal: „Ich kann es mir nicht vorstellen, aufzuhören. Das wird hart, wenn meine Zeit beim 'Tatort' zu Ende geht. Ich bin glücklich, dass ich in dieser Rolle älter werden darf.“

Auf die Frage, ob sie die 100 Fälle voll machen wird, antwortet sie: „Das wären noch 15, und ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen. Für mich hat sich diese Rolle nicht abgenutzt.“ Klingt danach, als bliebe uns jene Ermittlerin, die schon ermittelte, als die Mauer in Deutschland - gerade noch - stand, noch eine Weile erhalten.

Wie geht es beim „Tatort“ in Ludwigshafen weiter?

Den nächsten Fall mit Odenthal und Stern, „Tatort: Im Nebel“, wird man Anfang 2027 sehen können. Geschrieben wurde der 85. Fall Odenthals von Karlotta Ehrenberg, inszeniert hat Saralisa Volm. Es ist eine Beziehungsgeschichte: Ein junger Mann wurde absichtlich überfahren. Fühlte sich seine Ex-Freundin von ihm gequält?

Themen wie Druck, Ghosting und Nicht-loslassen-können werden verhandelt. Ein psychologischer Fall, bei dem auch der titelgebende Nebel eine bedeutende Rolle spielen soll. Ein weiterer Dreh mit Ulrike Folkerts und Lisa Bitter wird im November 2026 stattfinden und soll mit Kunstraub zu tun haben. Tom Lass wird inszenieren. (tsch)