In Quentin Tarantinos wortgewandter Nazi-Parodie geht Hitler in Flammen auf: ProSieben wiederholt „Inglourious Basterds“.
Über zwei Millionen Kinobesucher in DeutschlandQuentin Tarantinos erfolgreichster Film läuft im Free-TV

Copyright: © 2009 Universal Studios. All Rights Reserved.
Wartet geduldig auf ihre Rache: Shosannas (Mélanie Laurent) Familie wurde von Oberst Landa ermordet. (Bild: © 2009 Universal Studios. All Rights Reserved.)

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Christoph Waltz wurde für seine Darstellung von Oberst Landa mit dem Oscar ausgezeichnet. (Bild: © 2009 Universal Studios. All Rights Reserved.)
Wenn am Ende das Böse in die Luft fliegt, dann wird klar, warum Quentin Tarantino ein Liebling der Filmfreaks und Kritiker ist. Der Kultregisseur lässt Hitler im Kino sterben, den Ort, den er zu Propagandazwecken missbrauchen wollte. Und natürlich den Ort, dem Tarantino selbst das meiste zu verdanken hat. Die Nazi-Parodie „Inglourious Basterds“ (2009) hat ihre großen Momente, wie sich nun in der Wiederholung bei ProSieben (Montag, 12. Oktober, 22.40 Uhr) nachprüfen lässt.

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Leutnant Aldo Raine (Brad Pitt) befehligt einen Trupp jüdischer Soldaten, „Basterds“ genannt. (Bild: © 2009 Universal Studios. All Rights Reserved.)
Tarantino übernahm für seinen Film - mit zwei Millionen Besuchern sein bis dato größter Kinoerfolg in Deutschland - die Grundidee der alten italienischen Kriegsklamotte „Ein Haufen verwegener Hunde“: Im besetzten Frankreich jagt ein Sonderkommando jüdischer US-Soldaten Nazis. Angeführt von Brad Pitt amüsiert sich ein internationales Schauspielerensemble in diesen Szenen prächtig. Aus Deutschland unter anderem dabei: Til Schweiger.
Oscar für Christoph Waltz

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Bridget von Hammersmark (Diane Kruger) ist der Star des deutschen Kinos, gleichzeitig aber Spionin für die „Basterds“. (Bild: © 2009 Universal Studios. All Rights Reserved.)

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Hollywood-Star Brad Pitt hat in „Inglourious Basterds“ nur wenige dankbare Szenen. (Bild: © 2009 Universal Studios. All Rights Reserved.)
Allzu viel Action gibt es allerdings nicht. Tarantino legt Wert auf Dialoge. Überall wird gequatscht, viel und mit großem Ego, aber ohne Punkt und Komma. Das ist mitunter etwas ermüdend, weil sich die Handlung nur schleppend entwickelt. Manchmal ist das wahnwitzige Sprach-Pingpong aber auch schlichtweg genial. Gut reden kann vor allem Christoph Waltz, der „Inglourious Basterds“ als höllisch-fieser und rhetorisch gewandter SS-Oberst Landa seinen Stempel aufdrückt. Es ist genial, wie diabolisch der heute 70-Jährige spielt - dafür wurde er 2010 folgerichtig mit dem Golden Globe und auch gleich mit dem Oscar als „Bester Nebendarsteller“ ausgezeichnet.
Etwas schweigsamer ist Shosanna (Mélanie Laurent): Die jüdische Kinobetreiberin wartet geduldig auf ihre Rache. Landa hatte einst ihre Familie ermordet. Dabei erträgt sie die Avancen eines dümmlichen deutschen Soldaten, den Daniel Brühl darstellt. Der Landser wurde zufällig zum Helden und soll nun Kinostar werden. Ein Film über ihn soll der Welt die deutsche Herrlichkeit beweisen. Doch das Kino rächt sich für die Vergewaltigung ...
Für Christoph Waltz bedeutete der Erfolg von „Inglourious Basterds“ gleich mehrere Verpflichtungen in großen Produktionen, etwa in „Der Gott des Gemetzels“ (2011) von Roman Polanski oder in „Django Unchained“ (2012) - wie der unter der Regie von Tarantino. Für die Darstellung des Dr. King Schultz erhielt er gar erneut einen Oscar als „Bester Nebendarsteller“. (tsch)
