Mit Armin Mueller-Stahl in einer Hauptrolle: Der DEFA-Klassiker „Nackt unter Wölfen“ erzählt vom Überlebenskampf im KZ Buchenwald.
TV-TippEiner der wichtigsten Film der DDR mit deutscher Schauspiellegende läuft im Free-TV

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DEFA-Klassiker „Nackt unter Wölfen“ von 1962: Die KZ-Gefangenen Höfel (Armin Mueller-Stahl, rechts) und Pippig (Fred Delmare) entdecken das im Koffer versteckte Kind. (Bild: ARTE / Progress / Waltraut Pathenheime)
Im Dezember 2025 feierte Armin Mueller-Stahl seinen 95. Geburtstag. In rund 130 Filmen wirkte er mit und war Star in drei unterschiedlichen Film-Ländern. Zuletzt stand der Ausnahme-Mime 2015 für Terrence Malick und sein Opus „Knight of the Cups“ vor der Kamera. Noch bevor er 1980 in den Westen ging und in der damaligen BRD und später im Hollywood zum Schauspielstar wurde, zeigte der gebürtige Ostpreuße bereits in jüngeren Jahren sein Können - etwa in „Nackt unter Wölfen“ (Montag, 17. August, 20.15 Uhr, ARTE), einem der wichtigsten Kinokunstwerke der DDR.

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Buchenwald im März 1945, das Konzentrationslager steht kurz vor seiner Befreiung: Bochow (Gerry Wolff, Mitte) und Krämer (Erwin Geschonneck, rechts) beraten die Lage. (Bild: ARTE / Progress / Waltraut Pathenheime)
Bruno Apitz' 1958 erschienener Roman „Nackt unter Wölfen“ und Frank Beyers gleichnamige Verfilmung (1962) kennt jedes Kind, das in der DDR sozialisiert wurde. Dort waren Buch und Film über den Überlebenskampf im Konzentrationslager Buchenwald hochgeachtete Staatskunst. Genauso wie jeder Schüler mindestens einmal zur Thüringer Gedenkstätte der Todesmaschine Buchenwald reisen musste, wurde der Roman im Unterricht gelesen und das Schwarzweiß-Filmdrama als Beispiel für den kommunistischen Widerstand gegen die Nazi-Herrschaft gefeiert.
Glanzvolle Leistung von Armin Mueller-Stahl

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„Nackt unter Wölfen“ - der erste und für viele Jahrzehnte einzige deutsche Film, der komplett im KZ spielt: Die Gefangenen Rose (Peter Sturm, links) und Pippig (Fred Delmare) sollen zum Reden gebracht werden. (Bild: ZDF / Progress / Waltraut Pathenheime)
Im Film, der sich auf die letzten Tage des Lagers vor seiner Befreiung 1945 konzentriert, schmuggelt ein polnischer Gefangener ein dreijähriges Kind in einem Koffer ins KZ. Wird der jüdische Junge entdeckt, so viel ist klar, ist er dem sicheren Tod geweiht. Deshalb versuchen kommunistische Kapos, Gefangene, die aber von der SS gegen Vergünstigungen als Lager-Organisatoren eingesetzt wurden, das Kind zu retten. Die DDR-Schauspielstars Erwin Geschonneck und Armin Mueller-Stahl spielen zwei der Hauptrollen.
Bis zur vieldiskutierten ARD-Neuverfilmung von Philipp Kadelbach (“Unsere Mütter, unsere Väter“) und Produzent Nico Hofmann, die 2015 im Ersten ihre Premiere feierte, war „Nackt unter Wölfen“ der einzige deutsche Film, der so gut wie ausschließlich in einem KZ spielt. Zwar wurde der DEFA-Klassiker von 1962 auch kritisiert, weil er historisch nicht ganz korrekt ist - Buchenwald wurde am Ende von der SS wegen heranrückender amerikanischer Panzer aufgegeben und nicht wie im Film durch einen kommunistischen Aufstand befreit -, dennoch entfaltet die hochdramatische Geschichte ihre Wirkung.
Das liegt auch an der Schauspiel-Leistung von Armin Mueller-Stahl. Als KZ-Insasse André Höfel lieferte er eine Glanzleistung ab. Ein Kritiker schrieb mal, Mueller-Stahl könne allein mit den Augen mehr ausdrücken, als es viele andere mit Einsatz ihres ganzen Körpers fertigbrächten. (tsch)

