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TV-Doku zeigtSo kam es wirklich zum „Rap-Krieg“ zwischen Oli.P und den Fantastischen Vier

Oli.P war Ende der 1990er-Jahre einer der größten „Bravo“-Stars. Das brachte ihm aber nicht nur positive Schlagzeilen. (Bild: RTL)

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Oli.P war Ende der 1990er-Jahre einer der größten „Bravo“-Stars. Das brachte ihm aber nicht nur positive Schlagzeilen. (Bild: RTL)

Heute ist Oli.P Party-Schlagerstar. Vor fast 30 Jahren galt er als Rapper. Thomas D von den Fantastischen Vier war und ist einer. Das führte 1999 zum „Rap-Krieg“ zwischen ihnen - und keiner von beiden konnte etwas dafür, wie eine neue TV-Doku enthüllt.

Im Frühling prallten plötzlich zwei Welten aufeinander. Um Oliver „Oli.P“ Petszokat (47) und Thomas D (57), bürgerlich Thomas Dürr, von den Fantastischen Vier wütete plötzlich der „Rap-Krieg“. Der Beef wurde über die Jugendzeitschrift „Bravo“ ausgetragen. Das war auch logisch - denn die Jugendpostille hatte den Streit auch losgetreten.

In der dreistündige RTL-Dokumentation „70 Jahre Bravo - Das große Jubiläum“ (Sonntag, 17. Mai, 20.15 Uhr) erinnert sich Oli.P, wie ein kleiner Nebensatz des Fanta-Vier-Rappers zum Beef aufgebauscht wurde - und wie man die Situation mit einer morbiden Show wieder beruhigte.

Die Fans, vor allem die von Oli.P liefen Sturm. Der damalige GZSZ-Star hatte mit seiner Rap-Version von Herbert Grönemeyers „Flugzeuge im Bauch“ einen Riesen-Hit gelandet. Aber sein Gerappe kam bei den „realen“ Stars der Szene nicht so gut an. Oli gewann zwar den Echo-Award, Bravo-Ottos und Platinplatten, aber auch Häme und Spott. Vor allem bei „krediblen“ Rappern kam der „Kommerz-Rapper“ Oli nicht gut weg. Als Zitat von Thomas D. war da zu lesen: „Olis Reime sind unter aller Sau.“

Das war nur ein Nebensatz aus der Stellungnahme von Thomas D. Unter anderem sagte er nämlich auch: „Persönlich habe ich überhaupt kein Problem mit Oli. Ich denke, er ist eigentlich ein ganz netter Kerl.“ Aber das ging in dem Wirbel unter.

Oli.P: „Die Fans gingen auf die Barrikaden“

Michi Beckl (links) und Smudo von den Fantastischen Vier müssen heute noch lachen, wenn sie an den „Rap-Krieg“ zwischen ihrem Fanta-Kollegen Thomas D und Oli.P denken. (Bild: RTL)

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Michi Beckl (links) und Smudo von den Fantastischen Vier müssen heute noch lachen, wenn sie an den „Rap-Krieg“ zwischen ihrem Fanta-Kollegen Thomas D und Oli.P denken. (Bild: RTL)

Oli.P war, wie er in der Doku berichtet, vor allem verwundert. „Ich hatte die bis dahin gar nicht getroffen, sondern war einfach nur ein Fan.“ Und er war hilflos und geschockt, darüber, dass „da was konstruiert wurde und du sagst 'Aber ich hab doch gar nichts gemacht, es wurde doch nur Musik mit mir rausgebracht, es ist doch gar nichts passiert'.“

Die Fan-Lager, so erinnert sich Petszokat, „gingen auf die Barrikaden“. Die „Bravo“ fuhr eine Geschichte nach der anderen. Die Situation drohte zu eskalieren. Dann aber kam die Klärung - eingeleitet vom fantastischen Rapper. Oli.P: „Ich fand es cool, dass Thomas dann sagte 'Komm, wir lösen das Ganze mal auf'.“ Und es wurde eine richtig gute, aber ziemlich morbide Show.

In der Doku berichten Smudo und Michi Beck von den Fantas: „Wir haben ein Video zu 'Michi Beck in Hell' gedreht, in dem Michi quasi stirbt. Die Idee, so Oli.P: „Wir holen dich zum Videodreh.“ Und dort trafen sich dann die „Rap-Krieger“ Oli und Thomas am offenen Grab und fielen sich, in gemeinsamer Trauer um Michi, weinend in die Arme.

Petszokat schildert in der Doku den Plan: „Und diese Umarmung nehmen wir dann in der nächsten 'Bravo' zum Anlass zu sagen, sie haben sich versöhnt.“ Und er sagte nur: „Aber wir haben uns doch gar nicht gestritten.“ Aber er spielte mit.

Oli.P und Thomas D „versöhnten sich“ am offenen Grab

Und es funktionierte. Die „Bravo“ titelte: „Oli.P und Thomas D - Versöhnung am Grab!“ Der Beef war beendet, die Wogen, die künstlich aufgeworfen worden waren, geglättet. Die Betroffenen grinsen in der Rückschau immer noch. Smudo in der RTL-Doku: „Wir haben selber darüber gelacht, wie geil das funktioniert hatte.“

Oli.P wusste damals schon. „Man muss halt ab und zu durch die eine oder andere Überschrift durch.“ Denn natürlich hatte die „Bravo“ zu seinem raketenartigen Aufstieg beigetragen. „Alles, was ich erreicht habe, lag zu großem Teil auch mit der Berichterstattung der 'Bravo' zusammen.“

Auch die Fantas wissen, was sie an der „Bravo“ hatten. Michi ehrlich: „Sie war Fluch und Segen.“ Denn Berichte in der größten Jugendzeitschrift der Welt bedeuteten „einen Multiplikator“, wie Smudo sagt. Aber eben auch: „Dann warst du Mainstream. Aber nicht mehr cool.“ Michi: „Wir wussten, dass wir den Uncoolness-Faktor schlucken mussten, um popmäßig durchzustarten.“ Und sie machten mit. Ziemlich viel, auch Abstruses. Michi: „Sogar nen Tanzkurs in Bildern, wo ich fast zum dritten Mal aus der Band aussteigen wollt, weil ich's so uncool fand.“ (tsch)

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