1

„Haben es kommen sehen“Backstreet Boys packen über Tragödie um Aaron Carter aus

Aaron Carter, hier nach einer Festnahme 2017, starb 2022 im Alter von 34 Jahren. (Bild: 2017 Habersham Co Sheriff Office/Handout/Getty Images)

Copyright: 2017 Habersham Co Sheriff Office/Handout/Getty Images

Aaron Carter, hier nach einer Festnahme 2017, starb 2022 im Alter von 34 Jahren. (Bild: 2017 Habersham Co Sheriff Office/Handout/Getty Images)

Aktualisiert:

Die Backstreet Boys feierten Welterfolge, erlebten seit ihrer Jugend in Orlando aber auch dramatische, teils lebensgefährliche Abstürze.

Die Schattenseiten des schnellen Ruhms im Pop-Business der Neunzigerjahre stehen im Fokus der neuen Dokumentation „Boy Band Confidential“. Darin äußern sich ehemalige Teenie-Idole und Wegbegleiter über Sucht, Konflikte und persönliche Tragödien. Ein zentrales Thema des Films ist das Schicksal von Aaron Carter, dem jüngeren Bruder von Backstreet-Boys-Sänger Nick Carter. Aaron Carter war im November 2022 im Alter von 34 Jahren nach einem drogenbedingten Unfall verstorben.

„Boy Band Confidential“: Neue Dokumentation zeigt Schattenseiten des Ruhms

Der frühere Manager Johnny Wright äußert in der Dokumentation, die auf dem Streamingdienst discovery+ zu sehen ist, rückblickend schwere Selbstvorwürfe: „Ich fühle mich verantwortlich. Ich habe Aaron mit zehn Jahren in dieses Business gezogen.“

Eigentlich sollte dieser seinen Bruder Nick nur auf einer Tournee der Backstreet Boys begleiten. Aus den ersten Gastauftritten entwickelte sich eine Solokarriere, die für den jungen Sänger im Alter von nur neun Jahren mit dem Hit „Crush on You“ begann.

Mit dem wachsenden Erfolg nahmen auch die Probleme des jungen Musikers zu. Backstreet-Boys-Mitglied AJ McLean berichtet in dem Film von seinen Versuchen, den labilen Künstler zu warnen. „Viele von uns haben es kommen sehen“, erinnert sich McLean im Rückblick auf die Suchterkrankung des Kollegen.

Er habe Carter damals eindringlich gewarnt: „Du bist wie ein kleiner Bruder – ich will nicht, dass du stirbst.“ Die ehemalige Musikmanagerin Melinda Bell zieht das bittere Resümee, dass Carter schlicht verloren gewesen sei.

„Viele haben es kommen sehen“: AJ McLean über die Tragödie um Aaron Carter

McLean reflektiert in diesem Kontext auch seine eigene Vergangenheit mit Alkohol- und Drogenabhängigkeit, die im Jahr 2000 nach dem Tod seiner Großmutter begann. Vor einem Videodreh konsumierte er damals das erste Mal Drogen und dachte: „Was soll schon Schlimmes passieren?“ Heute blickt er anders darauf zurück: „Es geschah das Schlimmste.“

Nach einem verpassten Termin griff sein Bandkollege Kevin Richardson ein, was McLean zu einer ersten Entzugstherapie bewegte. Der zweifache Vater ist seit 2021 abstinent. Als Wendepunkt beschreibt er eine Situation mit seiner jüngeren Tochter Lyric Dean, die ihn nach einem Barbesuch nicht umarmen wollte und sagte: „Du riechst nicht wie mein Daddy.“ (jag)

Marius Borg Høiby
Vom Liebling zum Monster
Neue ZDF-Doku zeigt den Absturz von Mette-Marits Sohn Marius