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„Stromberg“-Star wird 60So sah Christoph Maria Herbst früher aus

Christoph Maria Herbst, der am 9. Februar 60 wird, ist ein Mann mit vielen Gesichtern. Welches Gesicht hatte er am Anfang seiner Karriere?   (Bild: Gerald Matzka/Getty Images)

Christoph Maria Herbst, der am 9. Februar 60 wird, ist ein Mann mit vielen Gesichtern. Welches Gesicht hatte er am Anfang seiner Karriere? (Bild: Gerald Matzka/Getty Images)

Seit 30 Jahren ist Christoph Maria Herbst ein gefragter Darsteller in Film und Fernsehen, am 9. Februar feiert der „Stromberg-Star seinen 60. Geburtstag. Wie aber begann die Karriere des Schauspielers und Komikers?

Mit „Sketchup - The Next Generation“, der Neuauflage der Kultsendung „Sketchup“, feierte Christoph Maria Herbst (hier mit der Schauspielerin  und „Sketchup“-Kollegin Johanna Christine Gehlen) seinen Durchbruch.

 (Bild: IMAGO / United Archives)

Mit „Sketchup - The Next Generation“, der Neuauflage der Kultsendung „Sketchup“, feierte Christoph Maria Herbst (hier mit der Schauspielerin und „Sketchup“-Kollegin Johanna Christine Gehlen) seinen Durchbruch. (Bild: IMAGO / United Archives)

So eine Rolle hatte Herbst „noch nie auf dem Tisch“, wie er sagt. in „Ganzer halber Bruder“ spielt er einen schmierigen Immobilienbetrüger, der sich im Streit um ein geerbtes Haus mit seinem Halbbruder anlegt. (Bild: Neue Schönhauser Filmproduktion / Wild Bunch Germany)

So eine Rolle hatte Herbst „noch nie auf dem Tisch“, wie er sagt. in „Ganzer halber Bruder“ spielt er einen schmierigen Immobilienbetrüger, der sich im Streit um ein geerbtes Haus mit seinem Halbbruder anlegt. (Bild: Neue Schönhauser Filmproduktion / Wild Bunch Germany)

Am 9. Februar feiert er seinen 60. Geburtstag: Christoph Maria Herbst gehört zu den wandelbarsten Schauspielern Deutschlands, und das darf wörtlich verstanden werden. Herbst sieht mit jeder Rolle anders aus, weil er sich gerne auch optisch an die jeweilige Rolle anpasst. Was eine Selbstverständlichkeit sein sollte, immerhin gehört zum Beruf eines Schauspielers, in die unterschiedlichsten Rollen zu schlüpfen, ist es leider nicht immer. Der Starstatus des Darstellers und sein Image überstrahlen mitunter schon mal die Rolle, die er spielt.

Die Figur des Bernd Stromberg, des  Abteilungleiters einer Versicherungsgesellschaft, ist Herbsts Paraderolle. Aber auch eine Rolle, die dem Schauspieler bis heute nachhängt. (Bild: ProSieben / Willi Weber)

Die Figur des Bernd Stromberg, des Abteilungleiters einer Versicherungsgesellschaft, ist Herbsts Paraderolle. Aber auch eine Rolle, die dem Schauspieler bis heute nachhängt. (Bild: ProSieben / Willi Weber)

Herbst kann vielleicht am besten ein Liedchen davon singen. Seine berühmteste Rolle, der nie um ein Fettnäpfchen verlegene Abteilungsleiter einer Versicherungsgesellschaft, Bernd Stromberg, wurde zugleich seine schwerwiegendste. Sie prägte sein Image als Schauspieler, sorgte dafür, dass er in eine Schublade gesteckt wurde und sogar, dass er, der Darsteller, mit dem Seriencharakter in einen Topf geworfen wurde. Stromberg war wie Herbst, so die Denke, und Herbst wie Stromberg. Die Rolle verfolgt ihn so beharrlich, dass er sich schon mal einfangen lässt. Bald nach dem Ende von „Stromberg“ 2012 spielte Herbst die Figur in einen Kinofilm, 2025 kam mit „Stromberg - Wieder alles wie immer“ eine erneute Fortsetzung ins Kino.

Von Stromberg verfolgt

Nach „Stromberg“ suchte Herbst Rollen, die „meilenweit“ von Bernd Stromberg entfernt waren. Das ist ihm mit der Hitler-Parodie in den „WiXXer“-Komödien gelungen. (Bild: Rat Pack Filmproduktion GmbH)

Nach „Stromberg“ suchte Herbst Rollen, die „meilenweit“ von Bernd Stromberg entfernt waren. Das ist ihm mit der Hitler-Parodie in den „WiXXer“-Komödien gelungen. (Bild: Rat Pack Filmproduktion GmbH)

Christoph Maria Herbst sieht mit jeder Rolle anders aus. In der Komödie „Es ist nur eine Phase, Hase“ spielt er einen Schriftsteller, der mit dem Ende seiner Beziehung in eine Krise gerät. (Bild: Degeto/Majestic Filmproduktion)

Christoph Maria Herbst sieht mit jeder Rolle anders aus. In der Komödie „Es ist nur eine Phase, Hase“ spielt er einen Schriftsteller, der mit dem Ende seiner Beziehung in eine Krise gerät. (Bild: Degeto/Majestic Filmproduktion)

Auf der Flucht vor der „Rolle seines Lebens“ befindet sich Herbst schon lange. „Unterschiedliche Charaktere zu spielen ist eine große Bereicherung für mich. Es ist das, was ich immer wollte“, sagte er 2015 im Gespräch mit der Nachrichtenagentur teleschau. Und verwies auf ein Paradebeispiel: die ARD-Produktion „Besser als du“, in der er zwei „sehr unterschiedliche Figuren“ spielte. Es seien Charaktere, fügte er hinzu, die von Stromberg „meilenweit entfernt“ waren.

In der Romanverfilmung „Der Buchspazierer“ (2024) gibt Herbst einen Buchhändler, der seine Kunden mit Büchern beliefert - zu Fuß. Daher sein titelgebender Spitzname. (Bild: Studiocanal/Wolfgang Ennenbach)

In der Romanverfilmung „Der Buchspazierer“ (2024) gibt Herbst einen Buchhändler, der seine Kunden mit Büchern beliefert - zu Fuß. Daher sein titelgebender Spitzname. (Bild: Studiocanal/Wolfgang Ennenbach)

„Meilenweit entfernt“ von seiner berühmtesten Rolle war auch manch andere Figur, die er nach der Erfolgsserie spielte. Der Pirat Pokka in den „Wickie“-Kinderfilmen etwa. Oder der König Julius CXI. in der Hörspielverfilmung „Hui Buh - Das Schlossgespenst“. Der Literaturprofessor Stephan Berger, der sich in „Der Vorname“ mit seinen Verwandten darüber streitet, ob man ein Kind heute Adolf nennen darf. Ja, auch ihn, Adolf Hitler, hat Herbst schon gespielt oder besser: parodiert. In den „Der Wixxer“ heißt seine köstliche Hitler-Verballhornung Alfons Hatler.

Spielwiese Fernsehen

Seit 2012 sind Christoph Maria und Gisi Herbst verheiratet. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Seit 2012 sind Christoph Maria und Gisi Herbst verheiratet. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Was aber immer wieder auf seinem Tisch landet, das sind Angebote vom Fernsehen. Dieses Standbein behält Herbst fest am Boden. Zu erfolgreich ist er schließlich als TV-Darsteller, zu talentiert auch und zu überbordend, um dem Metier den Rücken zu kehren. Außerdem hat er dem Fernsehen viel zu verdanken. Hier erlebte er Ende der 1990er-Jahre, mit der Comedy-Sendung „Sketchup - The Next Generation“, seinen Durchbruch. Hier feierte er auch danach noch viele Erfolge. „Stromberg“, das ist für ihn nicht nur Fluch, sondern auch Segen.

Nicht zuletzt kann Herbst beim Fernsehen seinen Wunsch nach Vielseitigkeit ausleben. Das Medium ist für ihn eine weitere Bühne, neben dem mitunter doch etwas eintönigen deutschen Kino, auf der er seine Grenzen als Schauspieler und Komiker verschieben kann. Und wo er finden kann, wonach er sucht, und abhängen kann, was ihn verfolgt: „Ich möchte“, sagte er im genannten teleschau-Interview, „nicht nur für die Humorfarbe Sarkasmus und Zynismus stehen. Dafür kann ich zu viel“. Wie wahr - wenngleich das auch Bernd Stromberg hätte sagen können. (tsch)

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