„Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens“, „Dolly“ und „Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit“, der neue Science-Fiction-Blockbuster von Steven Spielberg, der über ein baldiges Aufeinandertreffen von Menschen und Außerirdischen fantasiert: Das sind die Kino-Neustarts am 10. und 11. Juni.
Steven Spielberg und sein „Tag der Wahrheit“Das sind die Kino-Highlights der Woche

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Der große Visionär macht wieder Science-Fiction-Kino: In „Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit“ malt Steven Spielberg aus, wie es ablaufen könnte, wenn es wirklich einmal zur Kontaktaufnahme zwischen Menschen und außerirdischen Zivilisationen kommt. (Bild: Universal Studios)
Steven Spielberg macht also mal wieder Science-Fiction, eine Geschichte über außerirdisches Leben auf der Erde. Da ist eine Frau im Trailer, gespielt von Emily Blunt, die zum Alien-Sprachrohr wird und sich plötzlich über merkwürdige Klickgeräusche ausdrückt. Eine klassische Hollywood-Spinnerei, sehr eindrucksvoll inszeniert. Aber vielleicht ist „Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit“ ja auch der realistischste Film, den Spielberg je gedreht hat? Ein Blick in eine gar nicht so ferne Zukunft?
Außerdem neu in dieser Woche: Der poetische Animationsfilm „Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens“ erzählt von einem Mädchen, das sich für eine Göttin hält, und im Horror-Slasher „Dolly“ versucht eine monströse Gestalt in den Bergen, eine junge Frau zu ihrem persönlichen Püppchen zu machen.
Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit

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„Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens“ handelt von einem Mädchen, das sich selbst für eine Göttin hält und ansonsten noch nicht viel von der Welt versteht. (Bild: 2025 Maybe Movies/Ikki Films/2 Minutes/France 3 Cinéma/Puffin Pictures/22D Music/Piece of Magic)
Was ist da wirklich in der Area 51? Was weiß die Regierung über Außerirdische? Was verbergen die vor uns? Fragen wie diese kennt man aus dem Spartenfernsehen, aus Sendungen wie „Ancient Aliens“ und „UFOs Declassified“. Steven Spielberg bringt dieses natürlich sehr reizvolle und spannende Thema jetzt gemeinsam mit seinem Lieblingsautor David Koepp (“Jurassic Park“, „Krieg der Welten“) auf die Leinwand. Neben Emily Blunt in der Hauptrolle als Meteorologin Margaret Fairchild stehen unter anderem Colin Firth und Colman Domingo auf der Besetzungsliste von „Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit“ (ab Mittwoch, 10. Juni, im Kino). Für den Soundtrack arbeitete Regisseur und Produzent Spielberg einmal mehr mit dem großen John Williams.
Der Titel bezieht sich auf das „Disclosure Movement“, eine Bewegung fernab des wissenschaftlichen Kanons, deren Anhänger davon überzeugt sind, dass Regierungen geheimes Wissen über Aliens zurückhalten. Es sei nur eine Frage der Zeit, wann dieses Wissen endlich ans Licht kommt. In „Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit“ rückt dieser Zeitpunkt X nun in greifbare Nähe: der Moment, wenn der endgültige Beweis für die Existenz von Aliens oder irgendeiner Form von außerirdischem Leben erbracht wird.

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Spezielles Setting: Amélie lebt mit ihrer belgischen Familie in Japan. (Bild: 2025 Maybe Movies/Ikki Films/2 Minutes/France 3 Cinéma/Puffin Pictures/22D Music/Piece of Magic)
Die konkrete Handlung des Films wurde bis zuletzt weitestgehend geheim gehalten (wo würde das besser passen als hier?), die Trailer zeigten aber schon an, dass die Vielleicht-Bald-Konfrontation mit Aliens die Welt in „Disclosure Day“ in ein ziemliches Chaos stürzt. Von Kirche bis Politik, mit diesem „Tag der Wahrheit“ ändert sich alles. Das Publikum darf also mal wieder auf großes Steven-Spielberg-Kino hoffen, aufregend, gruselig, überwältigend und womöglich sogar prophetisch: Laut einer aktuellen Umfrage der Universitäten Durham und St. Andrews glauben 78 Prozent der Befragten aus 88 Ländern, dass es irgendwann wirklich zu einer Kontaktaufnahme zwischen Menschen und außerirdischen Zivilisationen kommen wird.
Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens
Wenn Leute schon beim schnellen Vorübergehen am Poster erkennen sollen, dass das hier kein klassischer Animationsfilm für Kinder ist, sondern einer für Erwachsene, dann macht man es wohl mit so einem Titel: „Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens“ - deutlicher geht es kaum. Das schreit schon von Weitem „Kunst“ und „Kultur“ und „Poesie“, der Film zielt ganz sicher nicht auf ein Mainstreampublikum. Aber er wird sicher seine Liebhaber und Liebhaberinnen finden.
Es ist gewiss nicht nur der Titel. „Die kleine Amélie“ handelt von japanischen Volksmärchen über Kobolde und Gespenster, von Entfremdung, Entwurzelung und Trauma, von schmerzhaften Begegnungen mit dem Tod. Und eben von diesem kleinen Mädchen Amélie, das bis zu ihrem zweiten Geburtstag in einem „vegetativen Zustand“ wie in einer Blase lebt und von sich selbst annimmt, eine Göttin zu sein. Ein gutes Jahr nach ihrem Geburtstag wird Amélie verstanden haben, dass sie doch keine Göttin ist. Ausgangspunkt für diese Erkenntnisreise wird ein schweres Erdbeben, das ihre Blase platzen lässt und die ganze Familie - Belgier, die in Japan leben - ordentlich durchschüttelt.

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Neben Fabianne Therese ergatterte auch „American Pie“-Star Seann William Scott eine Hauptrolle in „Dolly“. (Bild: Dolly in the Woods LLC 2025/Tiberius Film)
Bei „Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens“ handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Maïlys Vallade und Liane-Cho Han (jeweils Animation, Storyboard, Regie), das 2025 in Cannes Premiere feierte, später bei zahlreichen weiteren Festivals lief und durchgehend viel Applaus erntete. Die Adaption des autobiografischen Romans „Metaphysik der Röhren“ von Amélie Nothomb war für einen Golden Globe und einen Oscar als bester Animationsfilm nominiert. Und auch wenn primär ein erwachsenes Publikum angesprochen wird: Kinder dürfen zum gemeinsamen Staunen und Träumen natürlich trotzdem mit ins Kino - „Die kleine Amélie“ ist freigegeben ab sechs Jahren.
Dolly
Man möchte ja bald gar nicht mehr vor die Türe gehen. Kürzlich erst startete im Kino mit „Passenger“ eine blutige Horrorgeschichte über einen bösen Geist, der Menschen auf Roadtrips nachstellt. Kein Entkommen, egal wie sehr man aufs Gaspedal drückt. Das Auto einfach stehenzulassen und stattdessen eine kleine Wanderung zu unternehmen, ist aber scheinbar auch nicht die Lösung - zumindest nicht in „Dolly“, einem neuen Film von Autor und Regisseur Rod Blackhurst.
Für „Dolly“ hat Rod Blackhurst (vor einigen Jahren Emmy-nominiert mit der Netflix-Produktion „Amanda Knox“) seine eigene Kurzgeschichte „Babygirl“ adaptiert und für das Spielfilm-Format entsprechend ausgeschmückt - vor allem mit Gemetzel und vielen verstörenden Puppen, die viel gruseliger sind als alles, was es je in Omas alter Kinderstube zu sehen gab. „Dolly“ soll eine „Liebeserklärung an das Grindhouse-Kino der 70er und den modernen Folk-Horror“ sein. Für sein FSK-18-Projekt konnte Blackhurst neben Hauptdarstellerin Fabianne Therese und der Profi-Wrestlerin Max the Impaler auch Ethan Suplee sowie „American Pie“-Star Seann William Scott gewinnen.
„Oh wow! Es ist wunderschön!“, schwärmt Macy (Therese) zu Beginn einer idyllischen Bergwanderung mit ihrem Freund Chase (Scott). Und es soll noch viel schöner werden: Scott plant, seiner geliebten Macy einen Antrag zu machen. Aber bald schon deutet nichts mehr darauf hin, dass hier noch irgendjemand Hochzeit feiern könnte. Macy gerät in die Fänge von Dolly (Max the Impaler), eine monströse Gestalt, die schon lange ihr Unwesen in den Bergen treibt. Das Biest möchte Macy zu ihrem Püppchen (englisch „Dolly“) machen. (tsch)
