Anja Polzer schwebte im Glück: Paul Janke, der zweite „Bachelor“ der deutschen TV-Geschichte, schenkte ihr 2012 seine letzte Rose, sie wurde zur TV-Berühmtheit. Dann kam das böse Erwachen.
Sie bekam Paul Jankes letzte „Bachelor“-Rose - dann bekam Anja Polzer die Kündigung

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Anja Polzer und Paul Janke verliebten sich bei „Der Bachelor“, aber die große Liebe wurde es nicht. (Bild: RTL / Charlie Sperring)
„Du machst nicht mehr mit.“ Diese Worte ihre damaligen Chefs brachten Anja Polzer im Frühsommer 2012 krachend auf den Boden zurück. Denn sie gingen mit ihrer Kündigung einher. Sie wurde gefeuert, weil sie bekannt war wie ein bunter Hund. Im Februar hatte sie die letzte Rose von „Bachelor“ Paul Janke bekommen.
„Wir hatten sechs Millionen Zuschauer“, sagt Polzer, heute 42, im Gespräch für den Podcast „Tagesgeschäft“ von Christian Nofer. Aber dem Chef war es ein Dorn im Auge, dass plötzlich dauernd Journalisten bei ihm anriefen, um Infos über seine Angestellte Polzer abzugreifen. Polzer, eben noch im „Abenteuer meines Leben“, saß auf der Straße. Ohne Job und mittlerweile auch wieder ohne Rosenkavalier an ihrer Seite. Denn das mit Paul Janke hielt nicht lange.
Im Podcast packt Anja Polzer über das Format „The Bachelor“ aus. Die erste Staffel 2011 war ein netter Erfolg gewesen. Heute erinnern sich aber nur noch eingefleischte Fans an den Bachelor (Marcel Maderitsch) oder die erste Siegerin (Liane Ziegler). Der Riesenhype ging erst mit Staffel zwei los - mit Paul und Anja. Nach verhaltenem Start übertrumpfte die Staffel sogar die Einschaltquoten des vorher laufenden „Deutschland sucht der Superstar“. Anja: „Mit dieser Staffel hat die ganze 'Bachelor'-Hysterie begonnen.“
Anja Polzer über „Der Bachelor“: „Ich hätte es auch ohne Gage gemacht“
Im Podcast-Talk gibt Anja Polzer, die sich heute zur Unternehmerin mit eigener Firma gemausert hat, Einblicke hinter die Kulissen der Reality-Show.

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Erst kostete die „Bachelor“-Teilnahme sie den Job. Mittlerweile ist Anja Polzer selbstständige Unternehmerin. Auch ohne Rosenkavalier. (Bild: 2023 Getty Images/Thomas Niedermueller)
Gecastet wurde sie mit zwei Freunden bei der Afterwork-Party in der Cantina Majolika in Karlsruhe. „Wir hatten schon zwei Prosecco intus, als wir von einem Casting-Team gefragt wurden, ob wir Single seien und Lust auf das Abenteuer unseres Lebens hätten.“ Polzer war damals 27 und nach dem Studium in ihrer ersten Festanstellung als Marketing- und PR-Managerin. Aber sie hatte auch „Bock auf Südafrika“, wo die Staffel gedreht wurde, und auf eine maximal siebenwöchige Auszeit vom Alltag.
Sie durchlief einen mehrstufigen Casting-Prozess. Ihre Freundinnen blieben auf der Strecke, aber sie landete in Südafrika und erhielt für das Abenteuer auch noch Gage - „in Höhe eines normalen Angestellten-Einkommens“, wie Polzer sagt. Es handelte ich um eine „kleine vierstellige Summe. Man wird nicht reich dabei, aber ich hätte das auch ohne Gage gemacht.“
RTL hoffte, dass es dauerhaft mit Paul und Anja klappt
War das Liebe mit Paul Janke? Pölzer: „Jeder war im Urlaub schon mal verliebt.“ Auch bei ihr und Paul sei eine „Art Verliebtheit“ gewesen. Aber nach dem unbeschwerten Urlaub kommt der Alltag. „Er lebte in Hamburg, ich in Karlsruhe.“ Zudem durften sie sich laut RTL-Vertrag zwischen Finalaufzeichnung und Staffelausstrahlung drei Monate nicht sehen.
Als die Ausstrahlung begann, waren sie bereits kein Paar mehr. Im gemeinsamen Urlaub in Amerika um die Weihnachtzeit hätten sie bereits gemerkt: Es war eine große Sympathie da. Aber, so Polzer, „es reichte bei Weitem nicht für eine ernsthafte Beziehung“. So sehr sich das RTL auch gewünscht hätte.
Die Show hatte Auswirkungen aufs Privat- und Berufsleben. „Am Anfang war's verrückt. Jeder erkannte mich und glaubte, mich zu kennen.“ Beruflich sei alles schlimm geworden. „Was ich mir vorher aufgebaut hatte, Studium, Beruf, war plötzlich völlig irrelevant und hat niemanden interessiert. Ich war nur 'die aus dem Bachelor'.“
Anja Polzer: „Ich habe mich nie als Star gefühlt“
„Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt als Star gefühlt“, sagt Polzer im Podcast. Sie habe schnell gemerkt, dass diese Branche nichts für sei. Sie machte zwar ein paar TV-Projekte (“Mieten, wohnen, kaufen“, „Promi-Dinner“ und „Promi Big Brother“), aber sie habe das immer als „Add-on“ gesehen. Fast paradox, dass sie nach ihrer Kündigung dann zunächst auf Gagen für Events, rote Teppiche oder TV-Auftritte angewiesen gewesen sei.
Mittlerweile ist alles gut. Sie blickt ohne Groll auf „Der Bachelor“ zurück. Obwohl er beinahe ihre Karriere ruiniert hätte. Jetzt könne sie sogar wieder davon profitieren. Zuletzt wurde sie von „Bunte“ als „Bachelor-Expertin“ angeheuert. (tsch)
