Kinder, wie die Zeit vergeht! Die wohl bekannteste Biene der Welt wird 50. Und wir bringen der „Biene Maja“ ein faktenreiches Ständchen.
50 Jahre im TVDarum war die „alte“ Maja die flottere Biene

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Hallo, da bin ich! Am 9. September 1976 winkt Maja im deutschen Fernsehen erstmals aus der Wabe. Biologisch unkorrekt heißt die Folge „Maja wird geboren“ – Bienen aber schlüpfen aus Eiern.

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Am 9. September 1976 mischte eine vorwitzige Honigbiene in den deutschen „Flimmerkisten“ erstmals die Klatschmohnwiese auf. Seit ihrem ersten Auftritt ist die „kleine, freche, schlaue Biene Maja“ die wohl populärste Vertreterin von Apis mellifera, der Westlichen Honigbiene. Ersonnen wurde Maja allerdings schon Jahrzehnte früher – 1912 von Schriftsteller Waldemar Bonsels (1880-1952), einem Dandy und Antisemiten. Während der „braune Bienenvater“ und seine beiden Maja-Bücher in Vergessenheit gerieten, gelangte die deutsch-österreichisch-japanische Co-Produktion „Die Biene Maja“ 1976 zu Weltruhm: ohne das Schwülstige der Buchvorlage, dafür mit einigen lustigen, neuen Protagonisten, etwa Bienenjunge Willi, Majas eher lethargischer Kumpel – und Flip, dem Grashüpfer.
Zu verdanken haben Millionen Kinder die TV-Maja dem früheren Leiter des ZDF-Kinder- und Jugendprogramms, dem vor wenigen Wochen verstorbenen Josef Göhlen (†94). Im „Deutschlandfunk“ erinnert er sich, wie es zum Siegesflug der flotten Fernsehbiene kam: „Wir suchten einen neuen Titel, nachdem ‚Wickie und die starken Männer‘ 1978 abgelaufen war. Und da fiel mir ein, dass ich in meiner Kindheit ein Buch gelesen hatte über Insekten. Und da war eine Biene drin. Und dann fand ich das Buch in irgendeinem Archiv wieder und habe gesagt: ‚Das ist das Richtige, denn die Figur ist wunderbar, die Wiese bringt viele Abenteuer mit, die Biene ist sympathisch. Nur müssen wir denen noch ein paar Zusatzfiguren geben und dann kann das eigentlich ganz gut wirken‘.“
Die flotte Biene ist in Deutschland bekannter als der Bundestrainer
Und „Insekten-Jupp“, wie Göhlen unter TV-Kollegen liebevoll genannt wurde, sollte Recht behalten. Mehr als ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 13 Jahren schwirren in den 70ern zum Röhrenfernseher, um ja nicht zu verpassen, wie die fiese Spinne Thekla auf Bienenkinder lauert, der fröhliche Flip Geschichten erzählt und der wonnige Willi alles andere als bienenfleißig im Blattwerk abhängt.
Noch mehr Fakten gefällig? Hier kommen sie angesummt:
- Heutzutage hat die Biene Maja in Deutschland einen Bekanntheitsgrad von mehr als 97 Prozent. Zum Vergleich: Der frischgebackene Fußball-Bundestrainer Jürgen Klopp bringt's laut statista.de auf 91 Prozent Bekanntheit.
- Im japanischen Original heißt die Anime-Serie „Mitsubachi Māya no Bōken“.
- Gesprochen wird die „Ur-Maja“ in der deutschen Synchronisation von der damals zehnjährigen Scarlet Cavadenti, der Schwester des Schauspielers Manou Lubowski. Der tummelte sich – wie seine Schwester – im Kinderkosmos der 70er und 80er Jahre. Er spricht seit 1981 in der Hörspielserie „TKKG“ den Willi „Klößchen“ Sauerlich.
- Treffen kann man Maja im Plopsaland (früher: Holiday Park): Hier „wohnt“ sie in einem eigenen Abschnitt, dem „Majaland“.
- Bei der Deutschen Bundesbahn (wie sie damals hieß) wurden die elektrischen Triebwagen der Baureihe ETA 150 wegen ihres brummenden Fahrgeräusches auch „Biene Maja“ genannt.
- Mit ihrem markant gestreiften schwarz-gelben Leib ähnelt Maja eher einer Wespe denn einer Honigbiene.
- 1996 nahmen Karel Gott und der frühere BVB-Profi und heutige Dortmunder Stadionsprecher Norbert Dickel eine Vereinshymne mit dem Titel „Schwarzgelb – Wie Biene Maja“ auf. Die kam bloß bei gegnerischen Fans gut an – als Spottgesang gegen Borussia Dortmund ...
Die neue Biene Maja: 3D-Facelift und neue Töne
Vor „gar nicht allzu langer Zeit“ war „eine Biene sehr bekannt“. Wer Maja seit den 1970/80er Jahren nicht mehr geschaut hat, der wird sich heute erschrecken: nix mit Nostalgie. Die knuffige Biene von einst hat ein 3D-Facelift erfahren, das an ein Botox-Experiment erinnert – und dünner geworden ist sie auch.
Große Bildergalerie! Kennst du sie alle? Das sind Majas Freunde und Feinde auf der Klatschmohnwiese
Bei den Fans der Klassiker-Serie kam das „Facelift“ alles andere als gut an – der Charme des Originals sei verloren, kindgerecht seien die glatt gebügelten Figuren auch nicht und überhaupt sei das Ganze wie ein Kinderfernseh-Albtraum aus dem 3D-Drucker. Maja war sprichwörtlich beim „Beeauty-Doc“, maskenhaft und gar nicht mehr knuffig brummt das Bienchen seither über die Klatschmohnwiese. Maja-Fans der Generation X (ja, die gibt’s zwischen Boomern und Gen Z auch noch) können sich nicht alle an den neuen Look gewöhnen.

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Wer Maja seit den 70/80ern nicht mehr geschaut hat, der wird sich heute erschrecken: Nix mit Nostalgie. Maja hat ein 3D-Facelift erfahren, das an Botox-Horror erinnert. Abnehmen musste die Biene auch.
Zur langweiligen und plastikhaften Optik der neuen Kino- und Serien-Maja kam auch noch das neu aufgenommene Titellied. Ach, Gott – Generationen von kleinen Bienenfans haben es geliebt, wenn die von der „goldenen Stimme aus der goldenen Stadt Prag“ gesungene Titelmelodie erklang. Geschrieben wurde der Hit des beliebten Tenors Karel Gott (†80) von Florian Cusano (Text) und Karl Svoboda (Musik). Und der tschechische Komponist brachte nicht nur Maja musikalisch zum Fliegen, sondern schrieb auch die Melodien zu unsterblichen (Kinder-)Serien wie „Wickie und die starken Männer“, „Nils Holgersson“, „Tao Tao“ sowie für den Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

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Inzwischen ist Gott tot, aber der Ausnahmesänger lebt mit der Titelmelodie zu „Biene Maja“ für immer in den Herzen derer weiter, die in den 70er und 80ern Kind waren. Karel Gott starb am 1. Oktober 2019 im Alter von 80 Jahren. Das Foto zeigt ihn im Oktober 2000.
Doch dann, 2013, wendet sich das Blatt: Über die inzwischen runderneuerte und glatt gebügelte Maja singt die wohl emsigste „Bühnen-Biene“ des Landes, Helene Fischer. Schlagerqueen schlägt Gott, glockenheller Sopran verdrängt volles, böhmisches Timbre. Aber Maja wurde zu ihrem 50. Geburtstag im „ZDF-Fernsehgarten“ am 26. Juli gewürdigt. Nur wenige Wochen später, am 30. August, wurde Moderatorin Andrea „Kiwi“ Kiewel in der Livesendung von einer Biene gestochen – Maja allerdings hat ein Alibi!
