Bei einer Party auf Mallorca hält Schlagersänger Alex Engel einem Gast das Mikrofon hin. Dann passiert es. Engel reagiert sofort.
Malle-Star entsetzt über Partygast„Was dann passiert, habe ich noch nie erlebt“

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Schlagersänger Alex Engel: Bei einem Auftritt auf Mallorca kam es zum Eklat.
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Die Terrasse ist voll, drinnen gibt es keinen Platz mehr, selbst draußen auf der Straße stehen die Menschen. Freitagabend im Münchner Kindl an der Playa de Palma. Die Stimmung ist gut, Alex Engel singt „Am Strand von Maspalomas“, wie schon unzählige Male zuvor. An der „Olé“-Stelle hält er einem Gast das Mikrofon hin.
„Was dann passiert, habe ich in all den Jahren auf der Bühne noch nie erlebt“, schildert der Sänger jetzt in einem Statement am Sonntag (4. Oktober). Denn: „Statt ‚Olé‘ brüllt der Gast ‚Sieg Heil‘ in mein Mikrofon.“ Eklat am Ballermann!
Alex Engel: Erst der Schock, dann die klare Ansage
Zunächst habe Engel noch einige Sekunden weitergesungen. „Nicht, weil ich es akzeptiere, sondern weil ich im ersten Moment selbst realisieren muss, was gerade passiert ist.“ Dann sei für ihn klar gewesen: „Hier ist eine Grenze überschritten, das geht so nicht.“
Er habe den Auftritt unterbrochen und dem Mann mit „leicht zitternder aber bestimmter Stimme“ gesagt, dass er solche Nazi-Parolen nicht akzeptiere. Der Gast habe das Lokal sofort verlassen müssen. „Weitere Diskussion? Nein! Schluss, raus mit ihm und fertig!“
Applaus vom Publikum
Seine Begründung: „Man kann unterschiedliche politische Ansichten haben. Man kann diskutieren, streiten und völlig unterschiedlicher Meinung sein. Aber es gibt Grenzen! Und für mich ist eine solche in Deutschland sogar unter Strafe stehende Nazi-Parole definitiv eine solche Grenze.“
Der Mann habe das Lokal schließlich verlassen. „Das Publikum hat meine Entscheidung dankenswerter Weise mit großem Applaus unterstützt“, so Engel. Nach einer kurzen Pause habe er weitergesungen, die Party sei weitergegangen, die Stimmung wieder gut geworden.
„Beschäftigt mich immer noch“
Abgehakt sei der Abend für ihn aber nicht. Im Gegenteil: „Mich beschäftigt, wie geschichtsvergessen ein Mensch sein kann, um so etwas öffentlich in ein Mikrofon zu brüllen. Und mich beschäftigt die richtige Reaktion darauf.“
Eigentlich wolle er keine politischen Ansagen von der Bühne machen: „Denn klar, ich bin nur Entertainer. Ich stehe auf der Bühne, um Menschen zum Lachen zu bringen, mit ihnen zu feiern und ihnen einen schönen Abend zu bereiten.“ Aber: „Haltung zu zeigen, wenn eine Grenze überschritten wird, gehört für mich dazu.“
„Wir sind alle gleich, dafür steht Mallorca“
Auf Mallorca kämen Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen zusammen, um gemeinsam zu feiern. Für Engel gelte deshalb: „Egal welchen Job Du hast, egal wo Du herkommst, egal wen Du liebst – hier beim gemeinsamen Feiern sind wir alle gleich. Dafür stehen wir, dafür steht Mallorca.“
Für Nazi-Parolen sei da kein Platz. „Bei aller politischen Zerstrittenheit in Deutschland sollte das der kleinste gemeinsame Nenner sein, auf den wir uns einigen können“, erklärt er. „Es gibt keinen Platz für Nazi-Parolen! Nicht einen Millimeter breit – und erst recht nicht in mein Mikrofon.“
Mallorcas „meistgebuchter Schlagersänger“
Alex Engel nennt sich selbst „Mallorcas meistgebuchter Schlagersänger“. 2019 habe er nach eigenen Angaben über 200 Auftritte gehabt. Er wuchs mit gehörlosen Eltern auf. Nach der Schule baute er eine kleine Veranstaltungsagentur auf und begann ein Lehramtsstudium. Der Wunsch, hauptberuflich Schlagersänger zu werden, sei erst 2016 gekommen. Er lebt in Cala Ratjada und tritt im Winter auf den Kanaren auf, dazu in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Im März 2020 gewann er beim Ballermann-Award den Preis als „Senkrechtstarter des Jahres“. Sein Duett „Ich fühl mich wie im Himmel“ mit Bianca wählten die Zuschauer der MDR-Sendung „Die Schlagercharts“ zum „Hit des Jahres 2021“. Bekannt sind außerdem „Wa Wa Wahnsinnig“, „Boom! Bamm! Bämm!“ und sein Album „JA!“ von 2022, das er bei seinem eigenen Label „Engel Musik“ veröffentlicht hat. (mg)
