Kommentar zum ESC-Debakel Schluss mit dem NDR-Einheitsbrei: Lasst endlich wieder Profis ran

Sänger Malik Harris bei seinem Auftritt beim Eurovision Song Contest 2022.

Malik Harris landete mit seinem Auftritt beim Eurovison Song Contest am 14. Mai 2022 auf dem letzten Platz.

Die Ukraine hat die 66. Ausgabe des Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen. Und Deutschland ist Letzter geworden, wieder einmal. Ein Kommentar zu den Gründen.

Natürlich war der Triumph der Ukraine beim Eurovision Song Contest (ESC) in erster Linie eine politische Botschaft. Dass fast alle Länder bei der Publikumsabstimmung dem Kalush Orchestra zwölf Punkte gaben, lag nicht an der Qualität des Titels. Europa zeigte sich solidarisch mit dem Land im Krieg.

Dass der deutsche Teilnehmer Malik Harris von der Jury null Punkte und vom Publikum lediglich sechs Pünktchen (je zwei von den Nachbarn aus Österreich und der Schweiz und noch einmal zwei aus Estland) erhielt und somit abgeschlagen auf dem letzten Platz landete, kann aber nicht mit Verschwörungstheorien erklärt werden. „Keiner mag Deutschland“, jammerte einige ESC-Fans in den sozialen Netzwerken. Nein, das permanente Versagen lässt sich nicht mit Antipathie begründen.

In den vergangenen zehn Jahren – mit Ausnahme von Michael Schultes „You let me walk alone“ 2018 – endeten alle deutschen Auftritte im Desaster. Bei den letzen sechs von sieben Teilnahmen kam dabei der letzte oder der vorletzte Platz raus.

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Deutschland bei den letzten sechs von sieben Teilnahmen abgeschlagen

Dabei feierte Deutschland 2010 mit Lena Meyer-Landrut (30) noch den Sieg beim Gesangs-Spektakel. Allerdings war der Weg zu diesem Triumph noch ein anderer. Lena war durch den preisgekrönten Vorentscheid „Unser Star für Oslo“ gefunden worden. Wochenlang mussten sich die Künstlerinnen und Künstler vor Publikum beweisen. Mit Stefan Raab (55) steckte ein absoluter Profi hinter Lenas Erfolg.

Doch das Vorentscheids-Konzept wurde nach nur einer Staffel wieder fallen gelassen. Seit Jahren zeichnet der NDR für die Auswahl der deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer verantwortlich. Zwar wird mit kleinen Vorauswahl-Shows vorgegaukelt, dass das Publikum letztlich entscheiden würde, wer Deutschland beim ESC vertritt. Aber letztlich scheitern viele Künstlerinnen und Künstler schon vorher am Votum der Radio-Macher.

Malik Harris beim ESC: Austauschbare Fahrstuhl-Musik

Das 2022er-Lied „Rockstars“ war ein perfekter NDR-Vertreter. Absolut angenehme Musik für den Dudelfunk. Austauschbar, gut konsumierbar, skandalfrei. Fahrstuhl-Musik, Hintergrund-Geplätscher für die Supermarkt-Lautsprecher. Der 24-jährige Malik Harris grinste vor und nach dem Event in die Kameras und registrierte das totale Scheitern mit erstaunlicher Gleichgültigkeit.

Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk dominieren seit Jahren die kantenlosen Radiowellen. Die Sender müssen die Zuhörerinnen und Zuhörer unaufdringlich berieseln, ohne, dass jemand auf die Idee kommen könnte, umzuschalten. Genauso kontur- und belanglos sind auch die deutschen Auftritte der Vergangenheit gewesen.

Wer erinnert sich noch an das übernervige Kind Jendrik mit seiner Ukulele, als er „I don’t feel hate“ trällerte? Oder an das Frauen-Duo „Sisters“? Im Fußball wäre Deutschland nach dem Lena-Triumph und den dann folgenden Abstürzen inzwischen schon längst in der Bezirksliga angekommen. Doch beim ESC ist die Nation stets fürs Finale gesetzt – weil Deutschland deutlich mehr Geld für den ESC zahlt als andere Länder und generell in die Europäische Rundfunkunion.

Dank des Geldes seiner Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahler darf Deutschland weiter vor dem großen Publikum dilettieren. Musikalischer Einheitsbrei als Staatsauftrag sozusagen. Dazu passt übrigens auch, dass NDR-Kommentator Peter Urban (74) die deutschen Songs weiter über den grünen Klee lobt, auch wenn Zuschauerinnen und Zuschauer ein ganz anderes Urteil fällen. Diese Arroganz gegenüber dem Publikum zeichnet sich auf allen Ebenen aus.

Für 2023 kann die Botschaft nur lauten: Schluss mit der Zwangsauswahl der NDR-Bürokraten. Deutschland hat so viele überragende Musikerinnen und Musiker, so viele erfahrene Produzentinnen und Produzenten auf dem Sektor. Stefan Raab hat vor zwölf Jahren gezeigt, was gelingen kann, wenn Profis am Werk sind.

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