Der Schlagerstar fand in der Musik einen Weg, mit Verlusten umzugehen. Bis heute erinnert ihn sein größter Trauer-Song an seine Familie.
„Vergehen wird der Schmerz wohl nie“Andreas Gabalier trägt eine schwere Familientragödie in sich

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Sänger Andreas Gabalier live bei einem Konzert. (Archivbild)
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Andreas Gabalier gehört zu den erfolgreichsten Musikern Österreichs und kommt 2027 für ein Konzert nach Köln. Hinter seiner Karriere steht eine schwere Familiengeschichte: Der Sänger verlor seinen Vater und zwei Jahre später seine jüngere Schwester durch Suizid. Die Schicksalsschläge prägten seinen Lebensweg und beeinflussten auch seine Entscheidung für die Musik.
Der Sänger verlor seinen Vater durch Suizid. Zwei Jahre später starb auch seine jüngere Schwester auf diese Weise. Über die Folgen dieser Erfahrungen sprach Gabalier mehrfach, unter anderem in einem Interview mit „Bild“. Er habe lange gebraucht, um den Tod seines Vaters überhaupt zu begreifen. Besonders der Verlust seiner Schwester habe ihn schwer getroffen.
„Amoi seg’ ma uns wieder“: Ein Lied wurde zum Ausdruck seiner Trauer
Wie Gabalier mit den Erlebnissen umgeht, zeigt sich auch in seiner Musik. Der Titel „Amoi seg’ ma uns wieder“ entstand 2008, nach dem Tod seiner Schwester. Das Lied über die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit einem verstorbenen Menschen entwickelte sich zu einem seiner bekanntesten Stücke und wird auch bei Beerdigungen gespielt.

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Sänger Andreas Gabalier singt und spielt Gitarre. (Archivbild)
Im Interview mit „Bild“ beschrieb Gabalier, wie eng der Song mit seinen Erinnerungen verbunden ist. Bei Auftritten denke er an seinen Vater und seine Schwester. Das Lied begleite ihn seit vielen Jahren auf der Bühne und bewege auch das Publikum.
Musik sei für ihn eine Form der Verarbeitung. „Jedes Lied, das ich schreibe, ist für mich wie eine Therapie“, sagte er. Professionelle Hilfe habe er nach eigenen Angaben nicht in Anspruch genommen. Gespräche mit Angehörigen und Freunden sowie das Schreiben von Songs hätten ihm geholfen, einen Umgang mit der Trauer zu finden.
Dass der Verlust nicht einfach verschwindet, machte Gabalier ebenfalls deutlich. Die Zeit könne zwar Erleichterung bringen, doch jeder müsse seinen eigenen Weg finden, mit solchen Erfahrungen zu leben.
Von einem geplanten Jurastudium zur Musikkarriere
Sein beruflicher Weg war ursprünglich ein anderer. Gabalier studierte Marketing und später Jura. Ein Freund seines Vaters führte eine Kanzlei, die er eines Tages hätte übernehmen sollen. Musik spielte zunächst nur als Hobby eine Rolle in seinem Leben.
Schon als Kind hatte er Klavier- und Gitarrenunterricht bekommen. Seine Mutter legte Wert darauf, dass alle vier Kinder ein Instrument lernten. Auch sein Vater habe Musik geschätzt und die Kinder ermuntert, sich für verschiedene Stilrichtungen zu interessieren.

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Andreas Gabalier gibt bei strömendem Regen ein Konzert im Olympiastadion. (Archivbild)
Nach den familiären Verlusten veränderten sich Gabaliers Pläne. Er habe sich nicht mehr ausreichend auf das Studium konzentrieren können und stattdessen begonnen, eigene Songs zu schreiben und regelmäßig aufzutreten. Daraus entwickelte sich eine Karriere, die ihn auf große Bühnen führte. Seinen Musikstil bezeichnet er als „Volks-Rock’n’Roll“.
Auch seine Großmutter spielte für die Familie eine wichtige Rolle. Sie kümmerte sich nach den Todesfällen um Gabalier, seine Geschwister und seine Mutter. Obwohl sie selbst schwere Verluste erlebt hatte, blieb sie für die Familie da. Diese Erfahrung habe ihm gezeigt, dass es trotz großer Trauer möglich ist, wieder Freude am Leben zu finden.
Die Geschichte hinter Gabaliers Karriere ist damit eng mit seiner Familiengeschichte verbunden. Seine Musik ist für ihn nicht nur Beruf, sondern auch ein Weg, Erinnerungen zu bewahren und mit dem Verlust nahestehender Menschen umzugehen. (jag)
Andreas Gabalier tritt am 22. Oktober 2027 im Rahmen seiner Arena-Tour in der Lanxess-Arena in Köln auf. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Weitere Informationen und Tickets gibt es auf der Website der Lanxess-Arena.
