Die schlimme Nachricht, dass sie und zahlreiche ihrer Freunde und Mitstreiter bald vielleicht keinen Job mehr haben, erreichte RTL-Star Tabea Heynig im Auto. Doch sie hat noch Hoffnung.
RTL-Star erfuhr es im Auto„Es fühlt sich wie ein böser Albtraum an“

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Tabea Heynig ist seit 17 Jahren in der Serie „Unter uns“ zu sehen.
Es war ein Schock für Serienmacher und Fans. Ende August traf RTL seine Entscheidung, die seit 32 Jahren laufende Daily-Soap „Unter uns“ abzusetzen.
Am Set in den MMC-Studios in Köln-Ossendorf flossen zahlreiche Tränen – viele der an der Serie Beteiligten, wussten erst einmal nicht weiter. Rund einen Monat später sind noch immer viele Fragen offen. Und die TV-Stars hoffen noch auf einen echten „Unter uns“-Wendepunkt in der Geschichte: Nach viel Drama wird doch noch alles gut.
RTL-Star erfuhr es im Auto: „Es fühlt sich wie ein böser Albtraum an“
Im Interview mit EXPRESS.de spricht Tabea Heynig, die in der Serie seit 17 Jahren die Rolle der Britta Schönfeld spielt, über den Schock, die Hoffnung und mögliche Alternativen.
Die Nachricht vom Ende von „Unter uns“ ist inzwischen einige Wochen her. Wie geht es dir heute damit?
Tabea Heynig: Es ist allgegenwärtig. Freitag, 28. August, dieses Datum werde ich nie mehr vergessen. An diesem Tag haben wir Schauspieler und das Team es erfahren. Manchmal wache ich morgens auf und weiß es im ersten Moment nicht mehr, aber dann fällt es mir wieder ein: „Unter Uns“ wird abgesetzt. Es fühlt sich wie ein böser Albtraum an, aus dem man gerne aufwachen würde, aber leider ist es Realität.
Du bist seit fast 17 Jahren dabei. Erinnerst du dich noch an den Moment, als du von der Entscheidung erfahren hast?
Tabea Heynig: Ja, sehr genau! Es gab eine Remote-Besprechung, ich selbst war an diesem Tag aber schon abgedreht, so habe ich es am Telefon im Auto erfahren. Im Nachhinein hätte ich mir vielleicht gewünscht, mit den anderen zusammen vor Ort gewesen zu sein, um sich danach einfach in den Arm nehmen zu können. Ich war wirklich geschockt. Natürlich gab es vorab Gespräche, aber ich habe nicht an diesem Tag mit dieser Entscheidung gerechnet!
Das Ende bei RTL muss theoretisch ja nicht bedeuten, dass „Unter uns“ grundsätzlich keine Zukunft mehr hat. Hoffst du auf eine Fortsetzung bei einem anderen Abnehmer?
Tabea Heynig: Natürlich gibt es diese Hoffnung. Wir halten hier alle sehr zusammen, und es wäre für uns das Allerschönste, wenn es irgendwie weitergehen würde. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei den Fans bedanken. Der Support ist unglaublich. Sie sind auf den sozialen Kanälen sehr laut und zeigen uns, wie viel ihnen die Serie bedeutet. Auch das Fantreffen war in dieser Situation noch einmal ganz besonders emotional.
Abschiede tun weh, können aber auch der Beginn von etwas Neuem sein. Siehst du darin für dich persönlich auch eine Chance auf einen beruflichen Neuanfang?
Tabea Heynig: Meine Agentur hat mir relativ deutlich gesagt, dass es nach 17 Jahren in einer Daily nicht unbedingt einfach wird. Dabei bringt man nach so langer Zeit natürlich unglaublich viel Erfahrung mit: Man kann schnell arbeiten, Texte kurzfristig lernen, unter Zeitdruck abliefern und ist sehr stressresistent. Aber unabhängig davon möchte ich vor allem sagen: Welcher Schauspieler hat schon das Glück, 17 Jahre lang eine so tolle Rolle spielen zu dürfen? Ich durfte fast jeden Tag drehen und meinen Beruf ausüben. Dafür bin ich sehr dankbar. Natürlich weiß man als Schauspielerin auch, dass eine Rolle irgendwann enden oder aus einer Serie herausgeschrieben werden kann. Damit muss man rechnen. Aber „Unter uns“ ist für viele von uns inzwischen eine zweite Familie geworden.
Und dabei geht es ja nicht nur um die Schauspieler vor der Kamera.
Tabea Heynig: Genau. Ich meine das gesamte Team. Die Menschen hinter der Kamera und all die vielen Leute, die an einer täglichen Serie beteiligt sind. Wir sehen uns jeden Tag. Jetzt zu wissen, dass man viele Menschen plötzlich nicht mehr täglich sieht, wird hart. Da hängen sehr viele Menschen und Familien dran.
Wenn du einmal ganz unabhängig von „Unter uns“ denkst: Worauf hättest du in Zukunft Lust?
Tabea Heynig: Hoteltesterin wollte ich schon immer mal werden. (lacht) Oder Britta geht einfach nach Essen und wird Store-Managerin bei Isabelle Reichenbach („Alles was zählt“). Spaß beiseite! Ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht. Ich habe früher auch schon ein Restaurant geleitet und viel im Verkauf gearbeitet. Wenn ich von einem Produkt überzeugt bin, kann ich Dinge auch sehr gut verkaufen. Aber ernsthaft Gedanken darüber, etwas komplett anderes zu machen, habe ich mir bisher noch nicht gemacht.
Das heißt, du schaust erst einmal, wie sich die kommenden Wochen entwickeln?
Tabea Heynig: Genau. Wir geben noch nicht auf. Das Ende bei RTL muss ja nicht zwangsläufig bedeuten, dass es nicht vielleicht auf einem anderen Sender oder bei einem Streamingdienst weitergehen kann. Wer weiß? Man darf ja groß denken. (sku)

