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RTL-DokuGehalt von AIDA-Mitarbeitern offengelegt – gravierende Unterschiede

Kabinensteward Qadri Wahad (rechts) stammt aus Indonesien und arbeitet als Kabinensteward auf der AIDA Cosma. (Bild: RTL)

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Kabinensteward Qadri Wahad (rechts) stammt aus Indonesien und arbeitet als Kabinensteward auf der AIDA Cosma. (Bild: RTL)

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Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Das ist als Crew-Mitglied eines Kreuzfahrtschiffes möglich. Die RTL-Doku „Inside AIDA - Geheimnisse des Kreuzfahrtgiganten“ zeigt den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden auf einer AIDA Cosma und erklärt, wieso die Gehalts-Unterschiede teils gravierend ausfallen.

Die Beliebtheit von Kreuzfahrten nimmt nicht ab. Allein 2025 buchten rund 1,5 Millionen Deutsche eine Reise mit einem AIDA-Schiff. Beim Konkurrenten TUI und der „Mein Schiff“-Flotte waren es rund 890.000.

Damit es den Gästen an Bord auch an nichts mangelt, werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf dem gesamten Schiff eingesetzt. Doch nicht nur die Aufgabenbereiche gehen dabei weit auseinander - sondern auch die Gehälter.

RTL-Reporter Ralf Herrmann begleitet Rezeptionistin Theresa Lorenz bei ihrer Arbeit auf der AIDA Cosma. (Bild: RTL)

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RTL-Reporter Ralf Herrmann begleitet Rezeptionistin Theresa Lorenz bei ihrer Arbeit auf der AIDA Cosma. (Bild: RTL)

Das stellte RTL-Reporter Ralf Herrmann in der Doku „Inside AIDA - Geheimnisse des Kreuzfahrtgiganten“ fest, für die er sich an Bord einer AIDA Cosma begab. Das rund 337 Meter lange Schiff fährt mit über 6.500 Gästen eine Woche lang durch die Kanaren. An Bord im Einsatz sind 1.500 Angestellte.

Eine von ihnen ist Theresa Lorenz. Die gelernte Grafikerin arbeitet seit August 2024 als Rezeptionistin auf dem AIDA-Schiff. Für den Jobwechsel entschied sich die 29-Jährige aus Passau, um „Karriere zu machen und die Welt zu sehen“. Sie habe „weg von daheim, auf eigenen Beinen stehen“ wollen und entschloss sich so, ihre Wohnung und ihr altes Leben aufzugeben. Stattdessen wohnt sie nun in einer der vielen Crew-Kabinen.

Großteil der AIDA-Crew stammt aus Asien

Als Rezeptionistin verdient sie auf der AIDA 2.000 Euro bis 2.300 Euro brutto. Die Unterkunft und die Verpflegung sind kostenlos. Das gilt für alle Mitarbeitenden an Bord und doch gibt es beim Verdienst extreme Unterschiede. Denn rund 75 Prozent der Crew stamme, so heißt es in der Doku, aus Asien. Ihr Verdienst werde mit internationalen Gewerkschaften verhandelt. Das Gehalt orientiere sich dann am jeweiligen Herkunftsland.

Als Kabinensteward reinigt Qadri Wahab pro Tag zwischen 15 und 19 Gäste-Kabinen. (Bild: RTL)

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Als Kabinensteward reinigt Qadri Wahab pro Tag zwischen 15 und 19 Gäste-Kabinen. (Bild: RTL)

Qadri Wahab (37) stammt aus Indonesien und ist seit fünf Monaten als Kabinensteward auf der Cosma. Er arbeitet bereits seit sechs Jahren auf Schiffen, zum Zeitpunkt der Dreharbeiten ist er zum zweiten Mal auf der Cosma im Einsatz. Als Kabinensteward reinigt er je nach Arbeitsbereich zwischen 15 und 19 Kabinen am Tag. Ihm gefällt sein Job, auch wenn er dafür zwölf Stunden am Tag schuftet - und das sieben Tage die Woche.

Pro Monat erhält er dafür durchschnittlich 900 Euro brutto. Verpflegung und Unterkunft sind auch für ihn kostenlos, zudem werden die Hin- und Rückflüge zum Schiff sowie die Krankenversicherung übernommen. RTL-Reporter Ralf Herrmann erklärt: „Sein für unsere Verhältnisse niedriges Gehalt ist nur möglich, weil die AIDA-Schiffe unter italienischer Flagge fahren und damit das schwächere, italienische Arbeitsrecht gilt.“

Dies sei ein „immer wieder kritisiertes Konstrukt“. Doch wie Qadri Wahab betont, lohne sich die Arbeit für ihn und seine Familie. Er stellt er klar: „Die Möglichkeiten und das Einkommen, das ich hier habe, das hätte ich in Indonesien niemals.“ Für seinen Job nimmt der 37-Jährige es in Kauf, acht Monate von seiner Familie getrennt zu sein und sie während dieser Zeit nur per Videocall zu sehen. Während er mit seinem Sohn und seiner Frau telefoniert, erklärt er: „Natürlich ist es schwer, nicht für ihn da zu sein, wenn er zum Beispiel zur Schule geht.“ Doch die Vorteile für die Familie würden überwiegen: „Dafür akzeptiert man es auch, sich erstmal zu vermissen“, betont Wahab. (tsch)

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