„Vorbereiteter Schluss“ Peter Maffay mit emotionalen Worten über Tod seines Vaters

Peter Maffay, Musiker und Kinderbuchautor, nimmt an einer Signierstunde seines Kinderbuchs «Anouk, die nachts auf Reisen geht» außerhalb eines Potsdamer Einkaufszentrums teil.

Musiker Peter Maffay (hier am 25. September 2021 in Potsdam) ist unter die Talkmaster gegangen. Seine Show „Begegnungen“ ist auf MagentaTV zu sehen.

In Sachen Musik macht Peter Maffay kaum jemand etwas vor. Jetzt wagt er sich auf eher unbekanntest Terrain. Bei MagentaTV ist er seit dem 14. November 2021 als Moderator der Show „Begegnungen“ zu sehen. 

Tutzing. Mit 72 Jahren probiert er nochmal etwas Neues. Als Moderator von „Begegnungen“ (seit 14. November 2021 auf MagentaTV) ist Peter Maffay unter die Talkmaster gegangen. In jeder Episode spricht der Musiker mit bis zu drei Prominenten über ganz unterschiedliche Themen – von Politik über Religion bis Unterhaltung. 

Dabei trifft etwa Schlagersängerin Francine Jordi auf Moderator Frank Elstner und Fußball-Nationalspieler Christian Günter oder „No Angels“-Sängerin Jessica Wahls auf „Höhle der Löwen“-Investor Ralf Dümmel.

Im Interview mit EXPRESS.de spricht Peter Maffay auch über Begegnungen, die ihm fehlen. Besonders die mit seinem Vater Wilhelm, der im April 2021 im Alter von 94 Jahren verstarb, fehlt ihm. 

Peter Maffay hat neuen Job: Mit 72 als Talkmaster bei MagentaTV

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Peter Maffay als Talkmaster. Mit 72 entdecken Sie noch einmal eine neue Berufung – schlummerte die schon immer in Ihnen?

Peter Maffay: Nein, und ich fühle mich auch nicht unbedingt dazu berufen, sowas zu tun. Aber ich muss zugeben, dass es Spaß macht. Manchmal fallen die Dinge einfach auf den richtigen Platz. Vor ein paar Jahren sprach mich ein Freund, Radiomacher, an, ob ich nicht Bock hätte mich als Moderator auszuprobieren. Darauf habe ich mich eingelassen. Später kam dann die Idee, das als Gastgeber in einem Studio zu machen.

Dafür haben Sie ihr Tonstudio dann sogar umgebaut?

Peter Maffay: Wir hatten damals innerhalb des Studios die Voraussetzungen für eine solche Sendung geschaffen. Für die aktuelle Staffel wollten wir Publikum und sind in die Scheune auf Gut Dietlhofen gegangen. So wurde die auch genutzt, am Anfang der Pandemie haben wir uns schon am Hinterkopf gekratzt und überlegt, was wir machen sollen.

In der neuen Staffel gibt es mehrere Gäste pro Sendung – haben Sie diese selbst ausgesucht und zusammengestellt?

Peter Maffay: Den ein oder anderen habe ich angesprochen, aber eigentlich ist es Teamarbeit. Wir sitzen jeden Tag am großen Schreibtisch und da gab es eine Reihe von Wünschen und Vorstellungen. Dann haben wir überlegt, wer eine spannende Kombination abgeben würde. Zum Teil habe ich aber sehr private Einladungen verschickt, weil ich einige Gäste sehr gut kenne.

Und wen mussten Sie am Telefon am meisten überzeugen?

Peter Maffay: Viele haben spontan zugesagt. Aber aufgrund von Corona und Reisebeschränkungen wurden wir ein bisschen ausgebremst. Auch die Logistik wurde viel komplizierter.

Hat auch jemand abgesagt, den Sie gerne dabeigehabt hätten?

Peter Maffay: Einer, um den wir uns sehr bemüht haben, der uns aber leider vertröstet hat, ist Reinhold Messner. Aber das ist noch kein Nein. Ich bewundere ihn sehr. Er hat viel zu sagen, viel erlebt. Da müsste sich der Gesprächspartner – und auch ich – schon anstrengen, um mitzuhalten.

Welche Begegnung der zweiten Staffel hat Sie am meisten beeindruckt?

Peter Maffay: Schwer zu sagen, das ist ein bisschen wie mit Kindern in einer Familie: Wem gibt man den Vorzug? Alle Gäste sind in ihrer Art unterschiedlich, kommen aus verschiedenen Bereichen. Und das lässt sich auch – sollte es eine Fortsetzung geben – ziemlich weit fortführen. Was wir uns von der Sendung versprochen haben, ist, dass sich die Gäste in die Lage der anderen hineinversetzen müssen. Das hat geklappt – bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger.

Peter Maffay: Tod seines Vaters hat ihn hart getroffen

In der Corona-Pandemie mussten wir auf viele Begegnungen verzichten. Welche haben Sie am meisten vermisst?

Peter Maffay: Es gibt eine, die ich zwar noch hatte, aber nie wieder haben werden. Mit meinem Vater. Ob Pandemie oder nicht, das würde immer fehlen. Es ist nun mal in dieser Zeit passiert, damit hat diese noch einen sehr tiefgehenden Aspekt.

Wegen der Corona-Beschränkungen waren auch Beerdigungen nicht überall in gewünschter Form möglich. Einige hatten das Gefühl, dem Verstorbenen zum Abschied nicht gerecht zu werden. Ging es Ihnen auch so?

Peter Maffay: Wir haben versucht uns gerecht zu werden, während wir gelebt haben. Es gab einen sehr vorbereiteten Schluss. Ich wusste, dass es passieren würde, er erst recht. Er ist mit dem Umstand aber viel gelassener umgegangen. Wir waren vorbereitet, aber wenn es eintritt, ist es trotzdem einschneidend. Anders war es bei einem engen Freund. Roland „Balou“ Temme, der auf dem Sofa eingeschlafen ist. Vom einen Augenblick auf den anderen. Die Nachricht ist bei mir eingeschlagen wie eine Bombe. Das waren zwei harte Schläge.

Doppelt so hart, weil die Ablenkung einer Tournee fehlte?

Peter Maffay: Na klar. Wären wir auf Tour gewesen, hätte man das – zumindest die paar Stunden auf der Bühne – ausgeblendet. Das käme höchstens mal durch den Inhalt eines Liedes hoch. Aber der Stress einer Tour lässt einen einiges ausblenden. In einer Zeit, wo alles enger und transparenter ist, da ist dann auch ein solches Vorkommnis mehr im Kopf.

Und lässt einen auch an die eigene Endlichkeit denken?

Peter Maffay: Sie meinen, schonmal die Urne aussuchen? (lacht) Mit 72 Jahren gibt es die entsprechenden Gedanken, klar. Aber es gibt das Rocker-Motto: „Live hard, die fast.“ Das ist die richtige Lösung. Solange Gott einem noch die Konstitution gibt, selbstbestimmt leben zu können, ist damit auch ein bisschen die Verpflichtung verbunden, nicht sitzen zu bleiben. Ich möchte immer in Bewegung bleiben, das Glas ist bei mir immer halb voll. Ich denke nicht so sehr über das Ende nach. Aber es ist mir bewusst – auch auf dem Album. Wenn es heißt: „Jedes Ende wird ein Anfang sein“ und ein Foto dabei ist, mit den Händen meines Vaters und meiner Tochter – dazwischen bin ich, als Teil des Kreislaufs. Generell ist es ein nachdenkliches Album geworden, wegen der Zeit, in der es entstanden ist.

Auf die Bühne geht es aber noch nicht wieder so schnell, erst im Frühjahr. Fällt Ihnen eine Verschiebung schwer oder sagen Sie: Gesundheit geht vor?

Peter Maffay: Klar fällt das schwer. Wir sind ja in der Bringschuld, aber werden daran gehindert, diese zu erfüllen. Aber die Fans halten zu uns und geben die Tickets nicht zurück. Ich glaube daran, dass wir irgendwann wieder spielen können. Momentan sieht es so aus, als wäre das im Frühjahr der Fall.

Sprechen Sie dabei auch über 3G- oder 2G-Regelungen?

Peter Maffay: Ich habe zu der Impfsituation eine ganz eindeutige Haltung. Wenn ich nicht Musiker wäre und müsste nicht unter Menschen, könnte ich es mir leisten, nicht geimpft zu sein. Dann könnte ich zu Hause bleiben und würde niemand anderen gefährden. Aber diese Überlegung gibt es bei mir nicht. Ich gehe unter Menschen, laufe ihnen zwangsläufig über den Weg. Wenn ich dann nicht geimpft bin, gefährde ich diese. Man kann also wählen zwischen ungeimpft und zu Hause bleiben, oder geimpft und unterwegs sein.

Peter Maffay über Freundin Hendrikje und Tochter Anouk

Auf kleiner Tour sind Sie trotzdem gerade: Mit Buch und Ihrer Lebensgefährtin – wie ist das?

Peter Maffay: Phänomenal. Heute Morgen bin ich aufgestanden und sie hat direkt gerufen: „Wir sind in den Charts zwei Positionen hochgestiegen!“ Ich freue mich sehr für sie, denn ich weiß, wie viel Herzblut Hendrikje da reingesteckt hat. Ich begleite das ein bisschen am Rand. Die Lesungen sind spannend. Weil ich kein guter Leser bin und ich da mit einer Lehrerin sitze. Da muss ich mich in Acht nehmen (lacht).

Aber zu Hause gibt es ja auch noch ein kleines Mädchen, dem man etwas beibringen kann. Und die hat vermutlich ein Lieblingsbuch mit sich selbst in der Hauptrolle.

Peter Maffay: Die Kleine entwickelt sich sehr schnell. Am 1. November ist sie schon drei Jahre alt geworden. Sie hat so eine unglaubliche Neugierde auf Sprache – und ist natürlich ganz stolz auf ihr Buch.

Nochmal zurück zu „Begegnungen“: Angenommen, das ZDF würde sagen, Markus Lanz macht jetzt mal Urlaub, Sie übernehmen – da würde Sie sicher nicht ablehnen…

Peter Maffay: Und ob ich nein sagen würde. Ich würde es niemals wagen, mich mit der Kompetenz von Markus Lanz zu vergleichen.

Aber den Sendeplatz für Ihre Sendung würden Sie doch nehmen?

Peter Maffay: Für dieses Format gerne. Ansonsten halte ich es wie der Schuster.

Peter Maffay ist einer der erfolgreichsten deutschen Sänger überhaupt. Mit 23 Alben landete der gebürtige Rumäne auf Platz 1 der deutschen Charts, verkaufte mehr als 50 Millionen Tonträger. Mit seiner Lebensgefährtin Hendrikje Balsmeyer (34) und der gemeinsamen Tochter Anouk (3) lebt er in Tutzing am Starnberger See. 

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