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Ganz anders als Papa HaakonNorwegen-Prinz bricht aus der Royal-Tradition aus

Sverre Magnus, Prinz von Norwegen, trifft im Storting ein, wo König Haakon VIII. gemäß der Verfassung seinen Eid ablegen wird.

Copyright: Terje Pedersen/NTB Pool/dpa

Mit seinem Verzicht auf eine Uniform weicht Sverre Magnus deutlich von den Gepflogenheiten seiner Verwandtschaft ab. (Archivbild)

Prinz Sverre Magnus von Norwegen bricht mit alter Militärtradition. Statt Uniform wählt er ein Studium im Ausland.

Eine Entscheidung, die aufhorchen lässt: Prinz Sverre Magnus aus Norwegen (20) kehrt einer festen Konvention des Königshauses den Rücken. Wie das norwegische Magazin „Se og Hør“ meldet, hat der junge Royal die übliche Militärausbildung nicht angetreten und widmet sich stattdessen einem zivilen Studium im Ausland.

Damit schlägt er einen Weg ein, der für seine Position alles andere als gewöhnlich ist – immerhin ist er die Nummer zwei in der Thronfolge, direkt nach seiner Schwester, der Kronprinzessin Ingrid Alexandra. Warum er auf den Dienst beim Militär verzichtet? Der Palast in Oslo gibt sich bedeckt und wollte sich gegenüber „Se og Hør“ nicht dazu äußern.

Statt Kaserne: Europas Metropolen rufen

Stattdessen legt Sverre Magnus seinen vollen Fokus auf eine akademische Karriere. Er hat ein dreijähriges Studium im Bereich Business Management am Forward College begonnen. Das erste Jahr seiner Ausbildung verbringt der Royal auf dem Soriano-Campus in Lissabons Stadtteil Bairro Alto, worauf Stationen in Paris sowie Berlin folgen sollen.

Obwohl es im Vorfeld auch einige kritische Stimmen gab, erhält der Prinz Unterstützung. Die norwegische Royal-Expertin Caroline Vagle sieht die Entscheidung positiv. Sie äußerte: „Er hat sich ja für einen spannenden Weg entschieden. Drei Jahre Ausbildung in drei verschiedenen Städten können zu einem Erlebnis fürs Leben werden, und ich glaube, das kann ihm viele wertvolle Erfahrungen für seinen weiteren Weg bringen.“

Bruch mit der Familientradition

Mit seinem Verzicht auf eine Uniform weicht Sverre Magnus deutlich von den Gepflogenheiten seiner Verwandtschaft ab. Sein Vater, König Haakon, ebenso wie die verstorbenen Monarchen Harald V. und Haakon VII., absolvierten alle eine Karriere beim Militär. Haakon war beispielsweise als Seeoffizier tätig. Sogar seine Schwester, Kronprinzessin Ingrid Alexandra, hat ihren Wehrdienst bei der Armee geleistet.

Der Entschluss des 20-Jährigen, einen rein zivilen Lebensweg zu gehen, kommt zu einer für die norwegische Königsfamilie turbulenten Zeit. Die Familie steht wegen der andauernden gesundheitlichen Probleme von Königin Mette-Marit und nach dem Tod von König Harald V. im August besonders im Fokus der Öffentlichkeit.

Erst vor Kurzem sorgte die Abwesenheit von König Haakon und Kronprinzessin Ingrid Alexandra für Irritationen. Obwohl sie angemeldet waren, erschienen beide am letzten Wochenende nicht beim Skagen-Marathon. Gleichzeitig war Königin Mette-Marit gezwungen, aus gesundheitlichen Gründen Termine abzusagen.

Zusätzlich belasten die rechtlichen Schwierigkeiten von Sverre Magnus' Halbbruder Marius Borg Høiby die Familie, da dieser sich auf dem königlichen Anwesen Skaugum in Hausarrest befindet. Angesichts dieser Umstände richtet sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zunehmend auf die jüngere Generation der Königsfamilie und die Rolle, die sie in Zukunft spielen wird. (jag)