Express · Community

Kommentare · 0

Zum Inhalt springen

Nach Vergewaltigungs-UrteilRTL greift durch – und entfernt sämtliche Inhalte

Yasin Mohamed mit seinem Anwalt Alexander Esser vor Gericht

Copyright: Britta Schultejans/dpa

Yasin Mohamed (r.) mit seinem Anwalt Alexander Esser vor Gericht.

Nach einem Gerichtsurteil für einen TV-Darsteller greift RTL knallhart durch und löscht jedes Video mit ihm.

Nach der Verurteilung des Reality-Stars Yasin Mohamed verschwinden bei RTL ab sofort alle Produktionen, an denen er beteiligt war.

Mohamed war am Mittwoch vom Amtsgericht München wegen Vergewaltigung nach der Dating-Show „Love Island V.I.P.“ verurteilt worden. Das Gericht verhängte ein Jahr und acht Monate Haft auf Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

RTL entfernt nach Urteil sämtliche Inhalte

Mohameds Mit-Kandidatin Sophie Imelmann hatte die Vorwürfe gegen ihn bei Instagram öffentlich gemacht. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der heute 35-Jährige, der die Vorwürfe bestreitet, Imelmann im Sommer 2024 nach der Aufzeichnung der Sendung in einem Hotel in Griechenland vergewaltigte.

Über die Plattform Instagram lieferte RTL eine Begründung für die Löschung der Inhalte. Das berichtet „Promiflash.de“. Ausschlaggebend seien demnach sowohl das massive Gewicht des Richterspruchs als auch die eigene Sorgfaltspflicht gegenüber sämtlichen Mitwirkenden und den Fans vor den Bildschirmen.

Dabei wählt das Unternehmen unmissverständliche Formulierungen: „Das Urteil des Amtsgerichts München nehmen wir sehr ernst. Sexualisierte Gewalt und die Missachtung persönlicher Grenzen sind mit unseren Werten nicht vereinbar.“

Zudem wird in der Mitteilung unmissverständlich ergänzt: „Wir wissen um unsere Verantwortung gegenüber unseren Teilnehmenden sowie unseren Zuschauern. Vor diesem Hintergrund ist eine weitere Zusammenarbeit mit Yasin Mohamed nicht vorgesehen.“

TV-Darsteller kündigt juristischen Gegenwind an

Ganz anders bewertet der Verurteilte selbst die aktuelle Situation. Sämtliche Anschuldigungen werden von Yasin auch weiterhin vehement abgestritten. Via Instagram machte der Darsteller deutlich, dass er gegen den Richterspruch in Berufung gehen wird.

Der aus zahlreichen Reality-Formaten bekannte Mohamed und die Schauspielerin Imelmann hatten bereits vor der Kamera Zärtlichkeiten ausgetauscht und die RTL-2-Show gemeinsam als sogenanntes Couple – also als Fernseh-Paar – verlassen. Im Hotelzimmer sei es nach den Dreharbeiten erneut zu einvernehmlichen Zärtlichkeiten und auch zu sexuellen Handlungen gekommen. Das geben beide Seiten so wieder.

Doch dann unterscheiden sich die Aussagen: Imelmann gibt an, sie habe mehrfach betont, sie wolle aus Angst vor einer Schwangerschaft und einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten keinen Geschlechtsverkehr. Trotz ihres deutlichen Neins sei der Angeklagte aber zweimal ohne ein Kondom in sie eingedrungen.

Die heute 30-Jährige hatte die Vorwürfe gegen ihn bei Instagram öffentlich gemacht, daraufhin verlor Mohamed nach eigenen Angaben mehrere Fernsehformate, für die er bereits eingeplant gewesen sei – darunter auch das „Dschungelcamp“. (red/mit dpa)