Express · Community

Kommentare · 0

Zum Inhalt springen

Monaco unter SchockMann nach Tod von Fürsten-Cousin in U-Haft

Fürst Albert II. von Monaco kommt mit seiner Freundin Charlene Wittstock zur Hochzeit von Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling in Stockholm.

Copyright: picture alliance / dpa

Fürst Albert und Fürstin Charlène (Symbolbild)

Mysteriöser Todesfall in Monaco: Nach dem tödlichen Sturz von Antoine de Massy, Großcousin von Fürst Albert, sitzt ein 42-Jähriger in U-Haft.

Ein 42-Jähriger sitzt hinter Gittern. Nach dem Tod von Antoine de Massy, einem Großcousin von Fürst Albert II., ermittelt die Justiz in Monaco jetzt offiziell. Am Mittwoch erließ sie Haftbefehl gegen den Mann.

Der Vorwurf: fahrlässige Tötung und unterlassene Hilfeleistung. Das meldet die französische Regionalzeitung „Nice-Matin“, die sich dabei auf die Staatsanwaltschaft stützt. Inzwischen ist der Festgenommene in Untersuchungshaft.

Alles begann mit einem verpassten Termin. Zum verabredeten Familienessen am Sonntagmittag, 25. Oktober 2026, tauchte der 29-Jährige einfach nicht auf. Seine Familie schlug Alarm. Einsatzkräfte machten sich auf die Suche. Am frühen Sonntagabend fanden sie den Monegassen tot in einer Parkanlage unterhalb des Boulevard du Larvotto.

Antoine de Massy: Kamerabilder bringen Fahnder auf heiße Spur

Lange suchen mussten die Ermittler nicht. Am Montagmorgen griffen die Beamten zu. Festgenommen wurde ein 42 Jahre alter ukrainischer Staatsbürger, der schon seit rund drei Jahrzehnten in Monaco zu Hause ist. Auf ihn stieß die Kriminalpolizei schnell, als sie Videoaufnahmen aus der Umgebung des Fundorts sichtete. Der Mann soll kurz vor dem Vorfall auf dem Boulevard du Larvotto Kontakt mit dem späteren Opfer gehabt haben.

Antoine de Massy auf einem Foto im Jahr 2021.

Nach ersten Verhören ging es am Mittwochvormittag Schlag auf Schlag. Ein Ermittlungsrichter wurde eingeschaltet. Der Grund laut Monacos Generalstaatsanwalt Stéphane Thibault: Man wolle so vorgehen, „um die Nachforschungen zu den als fahrlässige Tötung und unterlassene Hilfeleistung eingestuften Taten fortzusetzen“.

Und der Verdächtige? Er wies die Vorwürfe zurück, solange er von der Polizei festgehalten wurde. Vor dem Haftrichter sagte er nach Angaben der Behörden dann zunächst gar nichts – er berief sich auf sein Recht zu schweigen. Wichtig: Bis zum Beweis des Gegenteils gilt für ihn die Unschuldsvermutung.

Wie kam es zum tödlichen Sturz?

Zu Beginn hatte niemand ausgeschlossen, dass es schlicht ein reines Unglück war. Diese Variante verliert jetzt an Gewicht – schließlich läuft nun offiziell ein Verfahren. Was genau passiert ist, weiß aber bis heute niemand.

Genau das soll sich ändern. Thibault zufolge muss jetzt „den genauen Ablauf der Ereignisse zu klären, die zum Sturz von Antoine de Massy geführt haben“, gelingen. Setzen wollen die Ermittler dabei vor allem auf technische Untersuchungen und forensische Analysen. Dazu kommen weitere Befragungen des Mannes in U-Haft.

Im Fokus steht jetzt jede einzelne Minute: Die Fahnder rekonstruieren die letzten Stunden des 29-Jährigen bis ins kleinste Detail. Der Hintergrund: Die mutmaßlichen Taten könnten zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten passiert sein. (jag)