In den 80er-Jahren zählte Samantha Fox zu den größten Popstars der Welt. Ihre Karriere startete die Britin als Pin-up-Model - allerdings nicht unbedingt freiwillig.
Model und 80er-Pop-IkoneSamantha Fox verdankt ihre Karriere dieser Lüge

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In den 80er-Jahren war sie als Model und Sängerin ein echter Superstar: Samantha Fox feiert am 15. April ihren 60. Geburtstag. (Bild: Fox Photos/Hulton Archive/Getty Images)
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Sie verkaufte mehr als 30 Millionen Tonträger, war eines der bekanntesten Pin-up-Models in Großbritannien und erreichte mit Songs wie „Touch Me (I Want Your Body)“ internationale Chartspitzen: Samantha Fox zählte in den 80er-Jahren - nicht nur ihrer Heimat - zu den größten Stars der Dekade.
Bis heute steht die Sängerin, die am 15. April ihren 60. Geburtstag feiert, mit ihren Hits auf der Bühne.

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Sie war einer der schillerndsten Erscheinungen der 80er-Jahre: Vor allem in ihrer Heimat Großbritannien sorgte Samantha Fox als Pin-up-Girl für Furore. (Bild: Peter Barry/Keystone/Getty Images)
Dabei begann ihre Laufbahn als Model mit einer dreisten Täuschung, wie Fox 2023 der „SZ“ verriet: „Ehrlich gesagt gründet meine ganze Karriere auf einer Lüge“, sagte sie im Interview. Sie habe als 16-Jährige an einem Fotowettbewerb teilgenommen und den zweiten Platz unter 20.000 Teilnehmerinnen belegt.
Ein Fotograf der „Sun“ habe sie daraufhin zu einem Shooting eingeladen: „Am Ende fragte er, ob er noch ein paar Oben-ohne-Fotos machen dürfe. Sie würden nie gedruckt werden, schwor er. Kurz danach stand ich halb nackt auf der Titelseite einer Zeitung, die 29 Millionen Menschen lasen.“

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Auf dem Weg, ein Superstar zu werden: Samantha Fox 1984. (Bild: Orchard/Daily Express/Hulton Archive/Getty Images)
Die Veröffentlichung hatte unmittelbare Folgen. Sie wurde aus der Schule verwiesen, erhielt aber zugleich einen Vierjahresvertrag bei der Zeitung und wurde zum bekanntesten „Seite-3“-Model Großbritanniens. In den 1980er-Jahren zählte Samantha Fox neben Margaret Thatcher und Lady Diana Spencer zu den meistfotografierten Frauen des Landes, die Klatschpresse erfand unglaubliche Geschichten über sie.

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Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Die Mutter von Samantha Fox (rechts), Carole Fox, arbeitete in den 60er-Jahren als Schauspielerin und Tänzerin. (Bild: Ian Gavan/Getty Images)
Dass sie auf diese Weise Karriere machte, bereut sie allerdings nicht: Damals seien die meisten Mädchen in England nach der Schule arbeitslos gewesen, so Fox im „SZ“-Interview: „Ich wollte immer Polizistin werden, war dafür aber mit 1,55 Metern zu klein. Nein, ich kann mich wirklich nicht beklagen.“

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2016 nahm Samantha Fox in Großbritannien an „Celebrity Big Brother“ teil. (Bild: Ben A. Pruchnie/Getty Images)
Nachdem erste Versuche als Sängerin gescheitert waren, schaffte sie 1986 den musikalischen Durchbruch mit „Touch Me (I Want Your Body)“. Die Single wurde weltweit ein Erfolg und markierte den Beginn einer internationalen Karriere. Weitere Titel wie „Do Ya Do Ya (Wanna Please Me)“, „Nothing's Gonna Stop Me Now“ oder „Naughty Girls (Need Love Too)“ folgten.
Fox war die einzige britische Sängerin der 1980er-Jahre, die sowohl in den USA als auch im Vereinigten Königreich mehrere Top-10-Hits platzieren konnte.
Coming-out? Samantha Fox wollte „niemanden verärgern“
Auch mit ihrem Privatleben machte sie Schlagzeilen, so wurde ihr unter anderem eine Beziehung zu Kiss-Gitarrist Paul Stanley nachgesagt, mit ihrem langjährigen musikalischen Partner, Cris Bonacci, Gitarrist der Heavy-Metal-Band Girlschool, war sie tatsächlich vier Jahre heimlich liiert, wie Fox später zugab.

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Seit 2022 ist Samantha Fox (links) mit ihrer zweiten Ehefrau Linda Olsen verheiratet. (Bild: Lia Toby/Getty Images)
Umso überraschender kam für viele 2003 ihr Coming-out, sie selbst habe es jedoch schon viel früher gewusst: „Meine erste Liebe war Lindsay Wagner, die Sieben-Millionen-Dollar-Frau, und ich liebte Julie Andrews in 'The Sound of Music'“, erklärte sie der britischen Zeitschrift „TNT“.

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In „Sharknado 5“ (2017) hatte Samantha Fox (links) eine kleine Gastrolle. (Bild: Syfy)
Dennoch hätte es Jahre gedauert, bis sie sich ihre sexuelle Orientierung eingestand. Erst mit Mitte 20 habe sie akzeptiert, dass sie lesbisch ist. Rückblickend sagte sie 2003 in „The Observer“: „Ich war ziemlich verwirrt, wirklich. Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Sexsymbol und haben diese Gefühle!“ Sie habe zunächst gezögert, ihre Orientierung öffentlich zu machen. „Ich hatte Stalker in der Vergangenheit. Deshalb denkt man: Oh Gott, ich möchte niemanden verärgern, ich behalte es für mich. Aber dann traut man sich, nicht wahr?“
„Kein Entrinnen“ vor ihren Brüsten
Mit ihrem Coming-out machte Fox ihre Beziehung zu ihrer langjährigen Partnerin Myra Stratton öffentlich, die auch als ihre Managerin agierte. Stratton starb 2015 an Krebs. 2022 heiratete Fox ihre heutige Ehefrau Linda Birgitte Olsen. Die befürchteten Negativreaktionen blieben, so die Sängerin gegenüber der „SZ“, „bis auf ein paar enttäuschte Spinner“ aus. Inzwischen kämen „mehr Frauen auf meine Konzerte, mittlerweile sind es fast die Hälfte.“

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An Silvester 2025 trat Samantha Fox beim „Schlagerboom“ von Florian Silbereisen auf. (Bild: IMAGO / Bildagentur Monn)
Denn auch wenn ihr letztes Album mit neuen Songs (“Angel With An Attitude“, 2005) bereits lange zurückliegt, als Live-Künstlerin ist Fox immer noch gefragt, zuletzt trat sie an Silvester 2025 beim „Schlagerboom“ von Florian Silbereisen mit einem Hitmix ihrer Kult-Songs auf.
Dass sie immer noch die Songs von einst singt und ihr Image von einst immer noch präsent ist, macht der Sängerin offensichtlich wenig aus. Sie sehe ihre Brüste noch heute oft im Internet: „Es gibt unzählige Gruppen auf Facebook und Instagram, die täglich alte Bilder von mir posten. Es gibt kein Entrinnen.“ (tsch)
