Weniger Geschichten, mehr Lachen: Kabarett und Comedy haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert, findet „schlachthof“-Moderator Michael Altinger. Warum das so ist, erklärt er in einem Interview und kann sich dabei einen kleinen Seitenhieb gegen KI nicht verkneifen.
Michael Altinger über die Zukunft des Kabaretts„Man muss heute schneller auf den Punkt kommen“

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Michael Altinger begann seine Kabarettkarriere 1995. Seither hat sich die Kunst merkbar verändert, erklärt er im Interview zu seiner neuen Sendung „Altinger“. (Bild: BR/Bavaria Entertainment GmbH/Sebastian Schulte)
Gerade erst feierte Michael Altinger gemeinsam mit Co-Moderator Christian Springer das große Jubiläum der BR-Kultsendung „schlachthof“. Seit 30 Jahren gehört die Kabarettshow zum Programm, seit 2013 sind Altinger und Springer Gastgeber. Das ist längst nicht die einzige Veränderung der vergangenen drei Jahrzehnte, auch das Kabarett selbst hat einen Wandel durchgemacht, erklärte Altinger jetzt in einem Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau: „Die Comedy hat das Kabarett verändert. Vor allem das Tempo ist heute anders.“
„Vielleicht wird in 30 Jahren erst dann gelacht, wenn man belegen kann, dass die Pointen garantiert KI-frei entstanden sind. Das würde mir gefallen“, überlegt der 55-Jährige im Gespräch weiter. „Andererseits bin ich mir ziemlich sicher, dass vieles, worüber wir heute lachen, vor 30 Jahren nur Kopfschütteln ausgelöst hätte“, glaubt er. „Früher“, erinnert sich Altinger, habe man „erst mal eine Geschichte“ erzählen und auf dieser seine Pointe aufbauen können. Wegen veränderter Sehgewohnheiten und einer kürzeren Aufmerksamkeitsspanne gelte inzwischen: „Man muss schneller auf den Punkt kommen und schneller den nächsten Lacher setzen“, ist er überzeugt. Sollte das nicht funktionieren, hat der Kabarettist ganz einfache Lösungen auf Lager, wie er im Interview mit einem Augenzwinkern erklärt: „Dann lässt man halt ein Bierglas vom Tisch fallen. Oder haut irgendetwas zusammen. Man muss sich eben zu helfen wissen.“
Für seine neue Show „Altinger“, die ab Donnerstag, 15. Oktober, um 22 Uhr, wöchentlich im BR-Fernsehen läuft, hat der Kabarettist jedoch eine entspanntere Atmosphäre geplant: „Mein Ziel ist es, dass die Leute nach meiner Sendung den Fernseher ausschalten und mit einem entspannten Lächeln in den nächsten Tag hineinschnarchen.“ In zunächst vier Folgen nimmt sich Altinger die großen und kleinen Aufreger aus dem Freistaat vor und spricht mit verschiedenen Gästen. Anders als im schon erfolgreichen „schlachthof“ finden diese aber nicht am Stammtisch oder an einer Bartheke, sondern an einem Wohnzimmerschreibtisch statt. (tsch)
