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Meisterwerk, das Oscar-Geschichte schriebEiner der besten Filme des 21. Jahrhunderts läuft heute im Free-TV

Für kostenloses Internet kriechen Ki-jung (Park So-dam) und ihr Bruder Ki-woo (Choi Woo-shik) in die entlegensten Ecken ihrer Behausung. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

Copyright: ARD Degeto Film/KochMedia

Für kostenloses Internet kriechen Ki-jung (Park So-dam) und ihr Bruder Ki-woo (Choi Woo-shik) in die entlegensten Ecken ihrer Behausung. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

Im Jahr 2020 war „Parasite“ der große Abräumer bei Oscars: Der südkoreanische Psychothriller wurde viermal ausgezeichnet, unter anderem als bester Film - was bis dato noch keinem fremdsprachigen Film gelang. Nun ist er erneut zu später Stunde im Ersten zu sehen.

Die arbeitslose Familie Kim (von links: Choi Woo-shik, Song Kang-ho, Jang Hye-jin, Park So-dam) kommt gerade so über die Runden. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

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Die arbeitslose Familie Kim (von links: Choi Woo-shik, Song Kang-ho, Jang Hye-jin, Park So-dam) kommt gerade so über die Runden. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

Geheimnisvoll: Der reiche Geschäftsmann Herr Park (Lee Sun-kyun) und seine Frau (Jo Yeo-jeong) wissen nicht alles über ihre neuen Dienstboten. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

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Geheimnisvoll: Der reiche Geschäftsmann Herr Park (Lee Sun-kyun) und seine Frau (Jo Yeo-jeong) wissen nicht alles über ihre neuen Dienstboten. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

Eine große Chance: Ki-woo (Choi Woo-shik) ergattert einen Job als Nachhilfelehrer bei der wohlhabenden Familie Park. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

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Eine große Chance: Ki-woo (Choi Woo-shik) ergattert einen Job als Nachhilfelehrer bei der wohlhabenden Familie Park. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

So ein kräftiger Regen ist etwas Schönes, denn er reinigt die Luft. So zumindest sieht das die vierköpfige Familie Park, wenn sie die prasselnden Tropfen aus den Panoramafenstern ihres schicken Architektenhauses in einem wohlhabenden Viertel von Seoul betrachtet. Bei Familie Kim bricht derweil die Panik aus, denn das Wasser läuft unaufhaltsam in ihre Kellerwohnung und zerstört ihre wenigen Besitztümer. Die Underdogs im Kampf mit dem steigenden Wasserspiegel zu beobachten, wirkt bitter. Buchstäblich in den Keller geht Regisseur Bong Joon-ho in seinem mit dem Oscar als bester Film ausgezeichneten Meisterwerk „Parasite“ (2019), den das Erste am Sonntag, 19. April um 23.35 Uhr.

Yeon-kyo (Jo Yeo-jeong) hat keine Vorstellung davon, was in ihrem Haus vor sich geht. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

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Yeon-kyo (Jo Yeo-jeong) hat keine Vorstellung davon, was in ihrem Haus vor sich geht. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

Dabei geht der als Genre-Regisseur bekannt gewordene Südkoreaner filmisch neue Wege. Er inszeniert ein in der Realität angesiedeltes und auf wenige Orte reduziertes Kammerspiel. Bong selbst bezeichnet seinen Film als „Familientragikomödie“. Das zeugt von Bescheidenheit. Besser trifft es Familientragikomödie plus x, denn Bong Joon-ho hat noch einige Überraschungen in der Hinterhand.

Schmarotzertum als Strategie

Ein Symbol für Glück: Ki-taek (Song Kang-ho) betrachtet den wertvollen Stein, der seinen Sohn lange begleiten wird. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

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Ein Symbol für Glück: Ki-taek (Song Kang-ho) betrachtet den wertvollen Stein, der seinen Sohn lange begleiten wird. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

Ki-jung (Park So-dam, rechts) ist sehr beliebt bei Familie Park. Noch. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

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Ki-jung (Park So-dam, rechts) ist sehr beliebt bei Familie Park. Noch. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

Vor der schummrigen Kellerwohnung der Kims verrichtet manch üble Gestalt ihr Geschäft - die Familie weiß sich zu wehren. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

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Vor der schummrigen Kellerwohnung der Kims verrichtet manch üble Gestalt ihr Geschäft - die Familie weiß sich zu wehren. (Bild: ARD Degeto Film/KochMedia)

Familie Kim lässt er schon bald aus ihrem Keller ausbrechen und auf die Reichen los. Die armen Leute greifen wie Parasiten von innen an und fräsen sich in das Leben der Parks. Und sie haben unsere Sympathie. Eigentlich würden sich die beiden Familien aus der Unter- und Oberschicht Südkoreas nie begegnen. Doch für den Sohn (Choi Woo-sik) der Kims bietet sich eine einmalige Chance: Er erhält über einen Freund den Job des Englisch-Nachhilfelehrers für die Tochter der neureichen Parks. Ein Job, der nicht nur sein Leben verändern wird, sondern auch das seiner Schwester (Park So-dam) und seiner Eltern (Song Kang-ho und Jang Hye-jin). Mehr darf man eigentlich nicht verraten über die Handlung von „Parasite“. Nur so viel: Was da geschieht in der Villa der Parks, raubt einem den Atem.

„Parasite“ schrieb Oscar-Geschichte: Der Film war die erste fremdsprachige Produktion, die den Oscar für den besten Film mit nach Hause nehmen konnte, und erhielt insgesamt vier Auszeichnungen. Und mehr noch: Nicht nur die Academy, auch Filmkritiker auf der ganzen Welt zeigten sich begeistert. Die Webseite „They shoot pictures, don't they?“, die sich rühmt, alle relevanten Top-Listen, die Film-Kritikerinnen und -Schaffende zum Thema erstellten, ausgewertet zu haben, führt „Parasite“ auf Platz elf bei den besten Filmen des 21. Jahrhunderts. (tsch)

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