Von Usain Bolt über Franz Beckenbauer bis Peter Maffay begaben sich Stars aus allen Branchen bei Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in Behandlung. Eine Anfrage aus dem Jahr 2010 blieb dem Arzt aber bis heute im Gedächtnis. Damals fragte Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi ihn nach Hilfe.
„Maschinengewehre um meinen Kopf“Müller-Wohlfahrt verrät in Doku irre Gaddafi-Anekdote

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2010 ließ sich ein ganz besonderer Patient von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt behandeln. (Bild: Getty Images / Bojan Ritan)
Von „Magier“ bis „Heiler“: In der neuen Sky-Doku „Müller-Wohlfahrt - Der Arzt der Champions“ (ab 23. Oktober) wird Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt von Sportlern, Musikern und anderen Personen des öffentlichen Lebens für seine Fähigkeiten gelobt. Wie weit sich die Qualität seiner Behandlung herumgesprochen hat, wurde ihm 2010 vor Augen geführt. „Ich wurde angerufen aus Libyen vom Gesundheitsminister“, erinnert sich der 84-Jährige in der Doku.
Rund um den Arabischen Gipfel in Sirte, im März 2010, habe sich der damalige libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi mit schlimmen Schmerzen geplagt. „Ischias oder Ähnliches, er kann sich nicht bewegen“, habe es damals am Telefon geheißen, schildert Müller-Wohlfahrt im Sky-Film. Doch die Anfrage lehnte er ab (“Undenkbar“) - zumindest zunächst. Denn „es wurden immer wieder Anrufe gestartet“, beschreibt es der Arzt.
„Ist doch vielleicht brisant, ich rufe mal die Landesregierung an“
„Ist doch vielleicht brisant, ich rufe mal die Landesregierung an“, habe sich Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt gedacht. Dort sei der Daumen gehoben worden, denn: „Wir wollen wirtschaftlich enger mit Libyen zusammenrücken, machen Sie das.“ In der Folge habe er alles vorbereitet und sei nach Sirte geflogen. Am dortigen Militärflughafen erwarteten den Mediziner „strengste Kontrollen, mit Maschinengewehren um mein Kopf herum“, erklärt er in der Sky-Doku.
Zunächst sei er in einem kameraüberwachten Raum auf einen Stuhl gesetzt worden: „Ich wurde kontrolliert, ob ich es auch wirklich bin.“ Danach wurde Müller-Wohlfahrt zu einem Gespräch mit drei Professoren aus Tripolis gebracht. Die seien sich einig gewesen: „Niemals, der wird sich von Ihnen nicht spritzen lassen.“
Doch als der fast bewegungsunfähige Gaddafi von Bodyguards hineingebracht worden sei, habe er nur gefragt: „Können Sie mir helfen?“ Müller-Wohlfahrt bejahte und setzte zwölf bis 14 Nadeln: „Ich hatte das Gefühl, ich hab's.“ Und in der Tat: Gaddafi konnte aufstehen und selbstständig gehen. „Er geht zu seinem Haus, ohne Hilfe, ohne Danke, ohne Wiedersehen“, erinnert sich Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Drei Tage später habe er an der politischen Konferenz teilgenommen, „wie wenn nichts gewesen wäre“. (tsch)
