Bei Prime Video hält eine Beziehung „56 Tage“ - bis sie mit einer Leiche in der Badewanne endet: Wer die Liebe nicht überlebt hat, bleibt bis zum Schluss unklar.
Lust und LügenIn der raffinierten Thrillerserie „56 Tage“ endet eine prickelnde Affäre mit einer Leiche

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„56 Tage“ dauert die Beziehung von Oliver (Avan Jogia) und Ciara (Dove Cameron) - übrig bleibt nur eine Leiche. (Bild: Courtesy of Prime / © Amazon Content Services LLC)

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Ciara (Dove Cameron) ist weniger unschuldig, als man vermuten könnte. (Bild: Courtesy of Prime / © Amazon Content Services LLC)
Der Anfang von „56 Tage“ ist das Ende: In der Badewanne eines Luxus-Appartements liegt eine Leiche - zum größten Teil aufgelöst in einer ätzenden Flüssigkeit und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Während die Ermittler ab 18. Februar bei Amazon Prime Video zunächst klären müssen, wer überhaupt gestorben ist, bevor sie einen Mörder oder eine Mörderin suchen können, ahnt man schon, dass die Liebe und der Tod in der Serienadaption des Bestsellers „56 Days“ eine unheilvolle Liaison eingegangen sind.

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Die Ermittler Lee Reardon (Karla Souza) und Karl Connolly (Dorian Missick) müssen zunächst klären, wer überhaupt tot ist. (Bild: Courtesy of Prime / © Amazon Content Services LLC)
Oliver (Avan Jogia) und Ciara (Dove Cameron) begegnen sich im Supermarkt. Ein kurzer Moment zwischen Regalen, ein Gespräch über Raumfähren und ein Funke, der eine leidenschaftliche Affäre entflammt. Doch schnell deutet vieles darauf hin, dass dieses Treffen kein Zufall war, dass die Nähe zur existenziellen Bedrohung wird und Misstrauen zum ständigen Begleiter. Oder warum lässt sich von Ciara rein gar nichts in den sozialen Medien finden? Oder warum hat Oliver zwei Führerscheine und seinen Job aus Gefälligkeit und entgegen böser Vorahnungen bekommen?
Eine Liebe unter Zwang

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Aus einem nicht ganz zufälligen Flirt entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung: Ciara (Dove Cameron) und Oliver (Avan Jogia) haben nicht nur Liebe im Sinn. (Bild: Jan Thijs, Prime / © Amazon Content Services LLC)

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Dass Oliver (Avan Jogia) ein Problem hat, wird ziemlich schnell klar. (Bild: Philippe Bossé, Prime / © Amazon Content Services LLC)
Von Lisa Zwerling (“Emergency Room“) und Karyn Usher (“Prison Break“) adaptiert und von Horror-Experte James Wan (“Saw“) mitproduziert, wurde die Handlung der Romanvorlage von Catherine Ryan Howard von Dublin nach Boston verlegt. Geblieben ist das klaustrophobische Setting einer Beziehung, die von Beginn an keinerlei Glücksgefühle auslöst. Und dann ist da ja noch die Leiche ...

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Es knistert gewaltig zwischen Ciara (Dove Cameron) und Oliver (Avan Jogia). (Bild: Philippe Bossé, Prime / © Amazon Content Services LLC)
Erzählt wird in zwei Zeitebenen: Die 56 Tage vom ersten Kennenlernen der Liebenden bis zum eskalierenden Ende stehen den Ermittlungen der Polizei in der Gegenwart gegenüber. Die Detectives Lee Reardon (Karla Souza) und Karl Connolly (Dorian Missick) müssen eine Beziehung rekonstruieren, die von Beginn an unter Spannung steht: Jede neue Information verschiebt die Perspektive. Wie echt ist die Leidenschaft? Wie groß die Manipulation?
Visuell ist das ziemlich hübsch komponiert: Schöne und ambitionierte junge Menschen machen in kühlen, ästhetischen Bildern etwas zu häufig und selbstreferenziell Liebe. Auf die softe Erotik ließe sich gut verzichten, denn „56 Tage“ fesselt vor allem durch seine raffinierte Konstruktion und die ständige Verschiebung von Gewissheiten. Dabei überreizt die Serie ihr eigenes Spiel mit Twists mitunter. Nicht jede Enthüllung wirkt zwingend vorbereitet. Trotzdem bleibt ein packender Thriller über Intimität und Kontrolle - und über die Frage, wie gut man einen Menschen wirklich kennt, wenn man ihm am nächsten ist. (tsch)

