Der Westernklassiker „Zwölf Uhr mittags“ mit Grace Kelly und Gary Cooper kommt wieder im Fernsehen.
John Wayne hasste ihnEiner der besten Western aller Zeiten läuft im Free-TV

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Gary Cooper als Will Kane und Grace Kelly als Amy Kane im Westernklassiker „Zwölf Uhr mittags“. (Archivbild)

Er gilt als einer der besten Western aller Zeiten, gewann vier Oscars und begeistert bis heute Millionen Zuschauer: „Zwölf Uhr mittags“ mit Gary Cooper ist ein echter Filmklassiker. Auch das renommierte „American Film Institute“ zählt den Western zu den bedeutendsten Filmen der US-Geschichte.
Doch hinter den Kulissen sorgte der Streifen für heftige Diskussionen – und ausgerechnet die größte Western-Legende überhaupt konnte mit dem Film überhaupt nichts anfangen.
John Wayne verabscheute den Klassiker und bezeichnete ihn sogar als „das unamerikanischste Ding, das ich je in meinem ganzen Leben gesehen habe“. Doch warum löste ausgerechnet dieser Western bei dem Hollywood-Star solchen Ärger aus?
Ein Stern im Staub – und John Waynes Wut
Der Grund lag vor allem in einer Szene am Ende des Films (Achtung Spoiler!): Sheriff Will Kane (Gary Cooper) hat vergeblich versucht, die Bewohner seiner Stadt um Hilfe zu bitten. Als er nach dem Showdown die Stadt verlässt, wirft er seinen Marshal-Stern enttäuscht in den Staub.
Für John Wayne war genau dieser Moment ein Angriff auf die Werte, die für ihn einen Western-Helden ausmachten. Ein Sheriff, der von seiner Gemeinschaft im Stich gelassen wird und seinen Stern wegwirft – das passte nicht zu Waynes Vorstellung von Mut, Pflicht und Zusammenhalt.
Der Streit um den Film ging sogar weiter: Jahre später entstand mit „Rio Bravo“ ein Western, der häufig als Antwort auf „Zwölf Uhr mittags“ interpretiert wird. Regisseur Howard Hawks und Hauptdarsteller John Wayne erzählten darin bewusst eine andere Geschichte: Hier muss ein Sheriff die Gefahr nicht allein bewältigen, sondern kann sich auf seine Freunde verlassen.
Die politische Botschaft hinter dem Western
Was viele Zuschauer heute nicht mehr wissen: „Zwölf Uhr mittags“ war laut „Vanity Fair“ auch eine politische Geschichte. Drehbuchautor Carl Foreman schrieb den Film während der McCarthy-Ära – einer Zeit, in der Hollywood von der Jagd auf vermeintliche Kommunisten erschüttert wurde.

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Lloyd Bridges, Katy Jurado, Gary Cooper und Grace Kelly in einer Szene aus dem Westernklassiker „Zwölf Uhr mittags“. (Archivbild)
Foreman selbst geriet ins Visier der Behörden und landete schließlich auf der schwarzen Liste der Filmindustrie. Viele sahen in der Geschichte von Sheriff Will Kane eine Parallele zu Foremans eigenen Erfahrungen: Die Bürger der Stadt, die dem Sheriff aus Angst nicht helfen, wurden als Spiegelbild einer Gesellschaft verstanden, in der viele Menschen lieber schwiegen, um keine Probleme zu bekommen.
Einer der wichtigsten Western der Filmgeschichte
Trotz der Kritik von John Wayne wurde „Zwölf Uhr mittags“ zu einem der bedeutendsten Western überhaupt. Der Film gewann vier Oscars – darunter für Hauptdarsteller Gary Cooper, den Schnitt, die Filmmusik und den Titelsong „The Ballad of High Noon“, der auch unter der Textzeile „Do Not Forsake Me, Oh My Darlin’“ bekannt wurde. Die von Tex Ritter und später auch von Frankie Laine aufgenommenen Versionen machten das Lied zusätzlich einem großen Publikum bekannt.
Bis heute gilt der Klassiker als Meilenstein des Genres. Kaum ein anderer Western hat so intensiv über Mut, Verantwortung und die Frage erzählt, was passiert, wenn ein Held plötzlich allein dasteht.
Wann läuft „Zwölf Uhr mittags“ im TV?
Western-Fans können den Klassiker bald wieder im Fernsehen sehen: „Zwölf Uhr mittags“ läuft am Freitag, 17. Juli, um 16.05 Uhr auf ARTE. Die Ausstrahlung dauert bis 17.50 Uhr.
