Schock nach Filmdreh: 91 Crew-Mitglieder erkrankten an Krebs. Das düstere Atom-Geheimnis vom Set des Klassikers „Der Eroberer“.
91 Mal Krebs nach DrehschlussDieser Hollywood-Film mit John Wayne wurde zum Massengrab

Copyright: IMAGO / Allstar
John Wayne (als Dschingis Khan) und Susan Hayward (als Bortai) in „Der Eroberer“. Für beide Stars und 89 weitere Kollegen wurde dieses Film-Set zum schleichenden Todesurteil. (Archivbild)

Es ist eines der düstersten Kapitel der Traumfabrik: Der Monumental-Film „Der Eroberer“ (1956) sollte ein Welterfolg werden – doch er wurde zum Todesurteil für einen Großteil der Crew. In der Wüste von Utah atmeten die Stars den Tod ein. Die Bilanz laut einem Artikel im „The Guardian“: 91 Krebserkrankungen nach nur einem Dreh!
Kamera ab im Atombomben-Staub
Es klingt wie ein schlechter Horror-Movie, war aber bittere Realität. 1954 schlug Hollywood seine Zelte im Snow Canyon (Utah) auf. Was niemand laut aussprach: Nur 220 Kilometer entfernt zündete die US-Regierung oberirdisch Atombomben. Der Wind trieb den radioaktiven Fallout direkt an das Set.

Copyright: imago images/Everett Collection
Susan Hayward und John Wayne in einer Filmszene im Wüstensand, der möglicherweise radioaktiv belastet war. (Archivbild)
John Wayne und Susan Hayward spielten in „Der Eroberer“ die Hauptrollen als Dschingis Khan und Tatarenprinzessin Bortai (Archivbild) – ahnungslos, dass sie im nuklearen Niederschlag standen.
Doch der Wahnsinn ging noch weiter! Produzent und Exzentriker Howard Hughes wollte im Studio perfekte Nachaufnahmen. Sein Befehl: 60 Tonnen des roten Wüstensandes wurden per LKW nach Hollywood gekarrt. Die Crew wälzte sich im verstrahlten Dreck, atmete den giftigen Staub monatelang ein. Ein fatales Fehlurteil mit Ansage.
Das Protokoll des Sterbens
Jahre später schlug das Schicksal gnadenlos zu. Die Liste der Opfer liest sich wie das „Who is Who“ der damaligen Zeit:
- John Wayne (Dschingis Khan): Der „Duke“ starb 1979 nach langem Kampf an Magenkrebs. Wayne war obendrein auch starker Raucher.
- Susan Hayward (Bortai): Die Hollywood-Schönheit erlag 1975 einem bösartigen Hirntumor.
- Agnes Moorehead (Hunlun): Die Charakterdarstellerin starb 1974 an Gebärmutterkrebs.
- Pedro Armendáriz (Jamuga): Der mexikanische Star erschoss sich 1963 im Krankenhaus, nachdem er die Diagnose Nierenkrebs im Endstadium erhielt.
- Dick Powell (Regisseur): Der Macher des Films verstarb bereits 1963 an den Folgen von Lymphdrüsenkrebs.
- John Hoyt (Kaschrak): Der bekannte Nebendarsteller verstarb 1991 an Lungenkrebs.
- Lee Van Cleef (Chepei): Das legendäre „Bösewicht-Gesicht“ litt jahrelang an Kehlkopfkrebs.
- Jeanne Gerson (Stammesfrau): Die Schauspielerin erkrankte erst an Haut- und später an Brustkrebs.
Insgesamt erkrankten von 220 Crew-Mitgliedern erschreckende 91 Personen an Krebs. Experten und Filmhistoriker streiten bis heute darüber, ob das ein Zufall war – fest steht jedoch: Statistisch wären nur etwa 30 Fälle zu erwarten gewesen.
Das Schweigen des Milliardärs
Produzenten-Legende Howard Hughes, der den Film mit seinem Studio RKO finanzierte, soll später von massiven Schuldgefühlen zerfressen worden sein. Um sein Gewissen zu beruhigen und die Schande zu verbergen, kaufte er für zwölf Millionen Dollar sämtliche Kopien des Films auf.

Copyright: AFP
Howard Hughes war der Produzent von „Der Eroberer“. (Archivbild)
Jahrelang hielt er das Werk unter Verschluss – angeblich schaute sich der exzentrische Milliardär das Epos in seinen letzten Lebensjahren immer wieder allein in seinem Hotelzimmer an. Er wollte nicht, dass die Welt sieht, wofür seine Stars sterben mussten. Erst nach seinem Tod 1976 kam das „verfluchte“ Epos wieder ans Licht.
John Wayne wurde zur Lachnummer
Das Bitterste an dieser Tragödie: Die Stars starben für einen Film, der als einer der schlechtesten aller Zeiten gilt – so urteilten zumindest die Kritikerinnen und Kritiker damals. „Der Eroberer“ entwickelte sich zum gigantischen Millionenflop und wurde zur Zielscheibe von Spott und Hohn.

Copyright: imago images/Mary Evans
John Wayne, damals auf dem Höhepunkt seiner Karriere, war nach Auffassung vieler Kritiker als Mongolenführer Dschingis Khan „grotesk fehlbesetzt“, und spielte ihn „wie eine Mischung von einem Sheriff und einem Idioten“. (Archivbild)
Besonders John Wayne wurde zur internationalen Lachnummer: Dass der ur-amerikanische Cowboy-Held ausgerechnet den mongolischen Herrscher Dschingis Khan spielte, gilt bis heute als eine der absurdesten Fehlbesetzungen der Filmgeschichte.
Mit aufgeklebten Schlitzaugen und Schnurrbart stolperte der „Duke“ durch die Kulissen – ahnungslos, dass er dabei womöglich seinen eigenen Tod einatmete. Ein filmischer Supergau, der wohl 91 Menschen das Leben kostete.
