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Horst Schlämmer hat eine neue MissionDas sind die Kino-Highlights der Woche

„Blue Moon“, „Shelter“ und „Horst Schlämmer sucht das Glück“, eine neue große Mission der schrulligen Kultfigur von Hape Kerkeling: Das sind die Kino-Neustarts am 26. März.

Horst Schlämmer im Kino, das gab es vor 17 Jahren schon einmal. Bundeskanzler wollte er werden, damals auf dem Höhepunkt seiner Popularität. Mit über 1,3 Millionen Besucherinnen und Besuchern wurde „Horst Schlämmer - Isch kandidiere!“ (2009) zu einem großen Hit, mit der Kanzlerschaft aber hat es nicht geklappt. Es war vielleicht auch gut so. Wenn Schlämmer nun mit einer neuen Mission auf die Leinwand zurückkehrt, wünscht man ihm mehr Erfolg - es ließen sich ja vielleicht ein paar hilfreiche Lehren fürs Leben mitnehmen: Der stellvertretende Chefredakteur des „Grevenbroicher Tagblatts“ möchte herausfinden, wie man glücklich wird.

In „Horst Schlämmer sucht das Glück“ wird „knallhart nachjefracht“, auch bei der Bahn. Im Bild: Hauptdarsteller Hape Kerkeling mit Gaststar Meltem Kaptan. (Bild: Leonine/Sandra Hoever)

Copyright: Leonine/Sandra Hoever

In „Horst Schlämmer sucht das Glück“ wird „knallhart nachjefracht“, auch bei der Bahn. Im Bild: Hauptdarsteller Hape Kerkeling mit Gaststar Meltem Kaptan. (Bild: Leonine/Sandra Hoever)

Außerdem neu in dieser Woche: Ethan Hawke verkörpert in Richard Linklaters „Blue Moon“ den berühmten Broadway-Texter Lorenz Hart, und Jason Statham legt sich in „Shelter“ mit einem „Alpha-Team“ des MI6 an.

Horst Schlämmer sucht das Glück

Er war nominiert für einen Oscar als bester Hauptdarsteller: Ethan Hawke zeigt sich in „Blue Moon“ stark verändert. (Bild: 2026 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH/Sabrina Lantos)

Copyright: 2026 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH/Sabrina Lantos

Er war nominiert für einen Oscar als bester Hauptdarsteller: Ethan Hawke zeigt sich in „Blue Moon“ stark verändert. (Bild: 2026 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH/Sabrina Lantos)

„Liebe Menschen da draußen, die Lage ist dramatisch“, erklärt Horst Schlämmer, worum es geht. Der Mann hat bekanntlich Rücken, und noch dazu „so einen Hals“, weil im Deutschland der Gegenwart alle immer so schlecht drauf sind. Schlämmer möchte das ändern. Fest entschlossen, das Glück zu finden und den Menschen endlich mal wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, macht er sich auf den Weg. Raus aus Grevenbroich, hinein in einen wilden Mockumentary-Trip mit vielen aufregenden Begegnungen. „Weißte Bescheid!“

„Horst Schlämmer sucht das Glück“, der Titel wird manche Filmfreunde vielleicht an einen gewissen Herrn Rossi erinnern, der das vor vielen Jahren auch schon versuchte. Anders als seinerzeit die Cartoon-Figur Herr Rossi reist Hape Kerkeling als Kultfigur Horst Schlämmer allerdings nicht durch die Zeit, sondern durch das Hier und Jetzt der Bundesrepublik, und wo auch immer er das Glück vermutet, wird natürlich wieder „knallhart nachjefracht“. So wird der Film auch ein bisschen zur augenzwinkernden gesellschaftlichen Bestandsaufnahme.

Richard Rodgers (Andrew Scott, links) und Lorenz Hart (Ethan Hawke) feierten als Songschreiber-Duo große Erfolge, doch diese Zeit ist nun vorbei. (Bild: 2026 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH/Sabrina Lantos)

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Richard Rodgers (Andrew Scott, links) und Lorenz Hart (Ethan Hawke) feierten als Songschreiber-Duo große Erfolge, doch diese Zeit ist nun vorbei. (Bild: 2026 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH/Sabrina Lantos)

Horst Schlämmer sucht das Glück unter anderen an Bahnhöfen, beim Bäcker und beim Arzt, im Kreisverkehr, vor Kirchen und Palästen, auf saftigen grünen Wiesen, auf hoher See und in Sachsen. Ob der Journalist mit Trenchcoat und Herrenhandtasche wohl herausfindet, was es braucht, um die Welt mal wieder etwas positiver zu sehen? Auf eineinhalb heitere Stunden im Kino darf sich das Publikum mindestens freuen. Und dabei auch auf weitere bekannte Gesichter. Neben Hape Kerkeling (in mehreren Rollen, auch als Hape Kerkeling) standen unter anderem Tahnee Schaffarczyk, Laura Thomas und Meltem Kaptan für die Komödie vor der Kamera. Regie führte Sven Unterwald (“Catweazle“, „7 Zwerge“) nach einem Drehbuch von Claudius Pläging (“TV total“, „Dittsche“, „Die Carolin Kebekus Show“).

Blue Moon

„Lust auf den neuen Film von Richard Linklater?“ - „Welchen von beiden?“, müsste man zurückfragen. Vor knapp zwei Wochen erst startete Linklaters „Nouvelle Vague“ in den deutschen Kinos, eine stilvolle Schwarz-Weiß-Hommage an die titelgebende französische Filmemacher-Bewegung und speziell an Jean-Luc Godards 1960er-Meisterwerk „Außer Atem“. Jetzt reist Richard Linklater noch ein paar Jahre weiter zurück, wieder mit einem speziellen Blick auf die Kulturszene: „Blue Moon“ erzählt vom Niedergang des berühmten Broadway-Texters Lorenz Hart.

Lorenz Hart (stark verändert mit Halbglatze: Ethan Hawke) und Richard Rodgers (Andrew Scott) bildeten über 20 Jahre ein erfolgreiches Songschreiber-Duo am Broadway, mit 28 Musicals und über 500 Liedern, von denen viele auch knapp hundert Jahre später noch nachklingen. „My Funny Valentine“ etwa, „The Lady Is A Tramp“ und „Blue Moon“. Aber die Zeit von Rodgers & Hart ist vorbei. Als Richard Linklater mit seiner Tragikomödie in die Geschichte einsteigt, am 31. März 1943 im New Yorker Restaurant Sardi's, beginnt mit Rodgers & Hammerstein eine neue Ära, und für Lorenz Hart geht es irgendwie nur noch bergab. Probleme mit der Karriere, mit der Liebe, mit dem Alkohol - in dieser einen Nacht kommt viel zusammen.

In „Shelter“ gerät der Ex-Soldat Michael Mason (Jason Statham) in die Schusslinie, und mit ihm auch die junge Jessie (Bodhi Rae Breathnach). (Bild: Tobis Film)

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In „Shelter“ gerät der Ex-Soldat Michael Mason (Jason Statham) in die Schusslinie, und mit ihm auch die junge Jessie (Bodhi Rae Breathnach). (Bild: Tobis Film)

Also, „Nouvelle Vague“ oder „Blue Moon“? Wer Kino-Unterhaltung mit feinem Schliff schätzt, ist wohl in beiden neuen Linklater-Filmen gut aufgehoben. „Nouvelle Vague“ wurde in Frankreich mit vier Césars ausgezeichnet (unter anderem für die beste Regie), in der internationalen Filmszene fand aber auch „Blue Moon“ großen Anklang. Die irisch-amerikanische Koproduktion gewann bereits zahlreiche Preise und wurde zuletzt auch mit zwei Oscar-Nominierungen für Hauptdarsteller Ethan Hawke und Drehbuchautor Robert Kaplow gewürdigt.

Shelter

Jason Statham als Hauptdarsteller in einem Kinofilm: Das ist sehr oft irgendeine grimmige, vom Leben abgehärtete Aussteiger-Figur mit Nahkampf-Erfahrung, die keinen Bock mehr auf Menschen hat. So wenig Bock wie dieser Typ hatte aber bislang kaum eine Statham-Figur: Michael Mason lebt zurückgezogen in einem inaktiven Leuchtturm auf den Äußeren Hebriden (westlich von Schottland im Atlantik, wo wirklich gar nichts mehr los ist). Aber dann, auch das kennt man, muss dieser Michael Mason sich in „Shelter“ doch wieder mit anderen Menschen herumschlagen. Also, vor allem muss er sie schlagen.

Als das Publikum Michael Mason kennenlernt, beschränkt sich sein Kontakt zur Außenwelt auf die gelegentliche Lieferung von lebenswichtigen Vorräten durch ein junges Mädchen, das mit ihrem Onkel irgendwo in der Nähe lebt. Warum oder wovor Mason sich versteckt, möchte Jessie (Bodhi Rae Breathnach) einmal wissen. Mason antwortet nicht, sagt nur, sie solle weggehen und nicht wiederkommen. Derweil tun sich weit weg in London seltsame Dinge. Mason gerät ins Visier des Geheimdienstes MI6, wird zur „Zielperson“, die dringend aufgespürt und von einem „Alpha-Team“ ausgeschaltet werden soll. Mit Michael Mason gerät auch die junge Jessie in die Schusslinie.

Natürlich ist dieser Michael Mason wie alle vergleichbaren Statham-Rollen viel mehr als nur ein menschenscheuer Sonderling. Ein ehemaliger Auftragskiller ist er, der früher einmal zu einem „geheimen Eliteprogramm“ gehörte. Nicht nur irgendein gut ausgebildeter Ex-Soldat, sondern eine tödliche „Präzisionsmaschine“. So passiert in dem Film von Regisseur Ric Roman Waugh (Drehbuch: Ward Parry) dann auch genau das, was man von einem ordentlichen Jason-Statham-Actioner erwartet: Diejenigen, die Michael Mason und Jessie „ausschalten“ sollen, werden bald selbst reihenweise ausgeschaltet. Neben Statham, der für seinen wieder mal sehr physischen Auftritt durchaus einiges Lob erntete, wurde in Vorab-Kritiken insbesondere die Leistung von Nachwuchs-Schauspielerin Bodhi Rae Breathnach hervorgehoben. In Nebenrollen sind auch Bill Nighy und Naomie Ackie in „Shelter“ zu sehen. (tsch)

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