Bei YouTube hat er über 700.000 Abonnenten. Nun sprach „Der Dunkle Parabelritter“ Alexander Prinz vor einem Millionenpublikum in der ARD über den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt. Er sei schockiert, wie wenig die etablierten Parteien verstanden hätten.
Hallenser YouTuber in den „Tagesthemen“Wählern geht es „darum, Verzweiflung auszudrücken“

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Ingo Zamperoni sprach in den ARD-“Tagesthemen“ mit dem YouTuber Alexander Prinz über den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt. (Bild: ARD / NDR)
Die von der AfD gewonnene Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sei ein „ganz deutliches Zeichen an die Bundespolitik“. Davon ist der Autor, Journalist und Content Creator Alexander Prinz überzeugt, der am Montag in den ARD-“Tagesthemen“ zum international rezipierten Wahlausgang befragt wurde.
Bundeskanzler Friedrich Merz habe in den Köpfen und Herzen der Menschen eine große Rolle gespielt, sagte der in Halle an der Saale beheimatete YouTuber, dessen Account „Der Dunkle Parabelritter“ über 700.000 Abonnenten hat. Es gebe eine große Verbitterung gegenüber den Reformplänen der Bundesregierung.
In diesem Sinne sei die Landtagswahl auch als Protestwahl zu verstehen - wobei Prinz überzeugt ist, das Wort Protest werde nicht richtig eingeordnet: „Es geht darum, Verzweiflung auszudrücken. Einen Schrei nach Aufmerksamkeit könnte man es nennen - zumindest von einem Teil der Wähler.“
„Schockiert, wie wenig bei den etablierten Parteien angekommen ist“
Dass die Botschaft im politischen Berlin schon vollumfänglich verstanden wurde, glaubt der 31-jährige Hallenser nicht: „Ich habe die Schalten der entsprechenden Parteien verfolgt und auch die Pressekonferenz der CDU gesehen und ich bin schockiert, wie wenig bei den etablierten Parteien angekommen ist, dass ein absoluter Kurswechsel notwendig ist, wie Politik in Zukunft mit den Bürgern umzugehen hat.“
Kommunikation müsse deutlich bürgernäher werden, die Parteien müssten ihre Bodenhaftung wiedergewinnen. Dazu sei es wichtig, die ländlich lebende Bevölkerung besser zu adressieren: „Man muss raus aus der Großstadt, raus aus der Blase Berlin und auf das Volk auf dem Lande auch Rücksicht nehmen, das ist ganz deutlich in Sachsen-Anhalt zu sehen.“
Dass die AfD von vielen prekär lebenden Menschen gewählt wird, zeige eine Verfehlung von SPD und Linken, „die es offensichtlich nicht mehr schaffen, ihr eigentliches Stammpublikum anzusprechen und ihnen Hoffnungen auf die Verbesserung ihrer Lebenssituation zu machen“. Im Gespräch mit Moderator Ingo Zamperoni sagte Prinz weiter: „Die AfD ist nicht nur, aber auch die Partei für den normal arbeitenden Menschen in dieser Gesellschaft geworden. Sie hat es geschafft, hier Volkspartei zu sein.“ Dies müsse man neidlos anerkennen.
Für sein eigenes Bundesland hat der YouTuber bei all dem wenig Hoffnung auf eine rasche Verbesserung der Lebensumstände - auch wegen der komplizierten Regierungsbildung: „Es wird höchstwahrscheinlich Neuwahlen geben, noch mehr politisches Chaos, noch mehr Unruhe in dem Bundesland, in dem viele Menschen eine schnelle Lösung wollen. Die wird es erst mal wieder nicht geben.“ (tsch)
