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GNTM-Kandidat behält Gehörlosigkeit zunächst für sich„Fällt ja auch keinem auf“

Heidi Klum wird von Gastjuror und Supermodel Sean O'Pry unterstützt. (Bild: ProSieben/Daniel Graf)

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Heidi Klum wird von Gastjuror und Supermodel Sean O'Pry unterstützt. (Bild: ProSieben/Daniel Graf)

Die erste große Fashion-Show steht an - und die Modelanwärter, die das Casting überstanden haben, müssen ihre Laufskills unter Beweis stellen. Doch noch bevor „Germany's Next Topmodel“ (ProSieben) so richtig losgeht, steigt der Druck ...

Nachdem Heidi Klum beim GNTM-Casting viel zu viele Boys mit in die nächste Runde genommen hat, wurde ordentlich ausgesiebt. Nur 26 Männer haben ein Bett im Model-Loft mit Blick auf die Dächer Berlins ergattert. In kleinen Gruppen ziehen sie nach und nach ein.

Sean O'Pry gibt Felix und den anderen Boys Tipps für ihren ersten Walk. (Bild: ProSieben/Daniel Graf)

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Sean O'Pry gibt Felix und den anderen Boys Tipps für ihren ersten Walk. (Bild: ProSieben/Daniel Graf)

Besonders gut kommt der große Fitnessraum an, eher weniger die Gemeinschaftsdusche mit drei Kabinen und Duschvorhang. „Es geht ja um uns. Coole Körper stehen drin, das reicht ja eigentlich auch“, findet Matthias. Der 57-jährige Gerhard etabliert sich gleich als „WG-Papa“ und versorgt die Jungs mit Snacks und Getränken. „Eigentlich gar nicht so schlecht, den dabei zu haben“, lümmelt sich Boureima gemütlich ins Sofa.

Dass Tony gehörlos ist, behält er vorerst für sich: „Es fällt ja auch keinem auf, dass ich Hörgeräte trage.“ Ohne hört er nämlich gar nichts. Als Kind stieß er deshalb auf viel Ablehnung: „Mobbing, Äußerungen wie 'Du schaffst das nicht', 'Du bist zu schwach', 'Du bist zu behindert', 'Du bist anders'. Das war schon ein harter Kampf.“ Doch die Erfahrungen ließen ihn stark werden: „Genau in dem Moment, wo du anders bist, da kannst du deine Träume wahr werden lassen.“

Wo sind die Dramamäuse?

Alexavius darf die Show eröffnen, läuft jedoch ziemlich „lahm“. (Bild: ProSieben/Daniel Graf)

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Alexavius darf die Show eröffnen, läuft jedoch ziemlich „lahm“. (Bild: ProSieben/Daniel Graf)

Alexavius sieht bei so vielen Männern in einem Loft schon die Fetzen fliegen. Er fiel schon in der Schule durch seinen Style auf und trägt inzwischen mit Leidenschaft extravagante Anzüge: „Das war wirklich für mich wie so ein Schutzschild. Mittlerweile bin das aber durch und durch wirklich ich.“ Seine Message: „Nur weil man anders ist, heißt das nicht, dass man nicht dazugehört.“

So anders ist er allerdings bei GNTM gar nicht. Dass Lukas mit seinem Schnauzbart einen ähnlichen Look hat, findet Alexavius mäßig gut: „Ich habe mich schon ein bisschen geärgert, weil ich mir dachte: Ok, jetzt werden die Krallen ausgefahren.“ Lukas hingegen sieht in seinem Style-Zwilling eher einen Verbündeten: „Ja, mit dem kann man sich gut verstehen.“

Also schaut sich Alexavius bei den anderen um, „wer hier so die Dramamäuse sind“. Bei manchen vermutet er eine kurze Zündschnur: „Mit Godfrey könnte es superschwierig werden.“ Der wartet immerhin schon seit zehn Jahren auf den Durchbruch als Model und will sich als Einzelkämpfer durchschlagen: „Ich sehe dieses Potenzial in mir.“ Druck macht sich der 34-Jährige vor allem selbst: „Ich habe keinen Bock zu versagen.“ Das treibt ihm die Tränen in die Augen: „Hätte ich jetzt nicht gedacht, dass ich so emotional werde.“

Mit Bravour präsentiert Yanneck den Lady-Gaga-Hut von Designer Maximilian Gedra. (Bild: ProSieben/Daniel Graf)

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Mit Bravour präsentiert Yanneck den Lady-Gaga-Hut von Designer Maximilian Gedra. (Bild: ProSieben/Daniel Graf)

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben ihn schon mehrfach zurück auf den Boden geholt: „Du hast deine Höhepunkte und dann hast du deine Tiefpunkte und denkst dir irgendwann: Soll ich es jetzt einfach aufgeben?“ Durch Heidis Hilfe soll sich die harte Arbeit endlich auszahlen. „Ich habe einen Sohn, und da willst du natürlich auch ein Vorbild sein“, schluchzt Godfrey. „Es ist für mich auch die letzte Chance, die ich nutzen möchte.“

Tränen der Erleichterung

Während die meisten Boys vor dem ersten Walk nervös sind, plagt Tony ein anderer Gedanke: „Ich wollte das Thema Gehörlosigkeit definitiv ansprechen, weil es mich schon ein bisschen belastet hat.“ Also stellt er sich vor die versammelte Mannschaft und bittet um Verständnis, wenn er mal etwas nicht sofort versteht. Die Offenheit verdient Applaus. „Ich kann schon auf mich sehr stolz sein“, wischt er sich die Tränen der Erleichterung aus den Augen. „Es hat schon Überwindung gekostet.“

Für Gerhard (Zweiter von rechts) und Jonas (rechts) ist nach dem ersten Walk leider schon Schluss. (Bild: ProSieben/Daniel Graf)

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Für Gerhard (Zweiter von rechts) und Jonas (rechts) ist nach dem ersten Walk leider schon Schluss. (Bild: ProSieben/Daniel Graf)

Die nächste Herausforderung wartet: die ausgefallenen Looks von Designer Maximilian Gedra - oder mit Alexavius' Worten „Bösewichter-Outfits“. Vielleicht darf er eins der Showpieces tragen: ein Outfit komplett aus Sicherheitsnadeln, das eigentlich für sein Look-Alike Lukas bestimmt ist. „Ich habe so lange an meinem Look gefeilt, dass der unique ist“, nervt Alexavius die optische Konkurrenz. Derweil hält Lukas beide für „super einzigartig“. Maximilian Gedra hat für beide eine gute Nachricht: Alexavius eröffnet die Show, dafür darf sie Lukas mit dem Nadelkleid als Last Face beenden.

Hohe Schuhe, kurzer Schlüppi und Lady Gagas Hut

Yanneck hat noch gar keine Modelerfahrung und soll den überdimensionalen, sich drehenden Lady-Gaga-Hut aus dem Video zu „Abracadabra“ auf dem Catwalk präsentieren. Jonas verfällt in Ehrfurcht: „Ich komm gar nicht drauf klar, dass der Hut hier mit uns in einem Raum ist. Voll verrückt!“ Yanneck muss sich außerdem an hohe Schuhe und einen „kurzen Schlüppi“ gewöhnen: „Man muss dieses Schamgefühl einfach ein bisschen ablegen können.“

Diese Einstellung teilt auch Matthias im kurvenbetonten Kleid: „Eine Prise Humor braucht man immer dazu, aber man soll sich auf jeden Fall nicht über etwas lustig machen.“ Den Modeljob hat er immerhin verstanden: „Es ist halt Kunst. Wir sind ja laufende Gemälde vom Designer.“

Als Gastjuror gibt Supermodel Sean O'Pry ein kurzes Walktraining, bevor Heidi Klum im Kornfeld auf ihre Models wartet. Die langsame Eröffnung von Alexavius gefällt ihr schon mal nicht: „Alex war lahm.“ Auch sonst bekommt sie wenig Schönes zu sehen. Gerhard schaut zu viel nach unten, Benjamin „stapft“, Denzel „humpelt“, Oskar „watschelt wie eine Ente“, Christian „wackelt mit den Schultern“.

Auch einer ihrer Favoriten überzeugt Heidi heute nicht: „Beim Casting war ich hin und weg von Jonas, aber er hat nicht viel Power auf dem Laufsteg.“ Immerhin: „Ein paar Wows haben wir gehabt“ - unter anderem bei Yanneck, Carsten, Ibo und Boureima. „Ich hatte noch nie in meinem Leben so viel Angst“, zittert Alexavius vor der Entscheidung. Doch auch er kommt weiter. Keine Modelmappe bekommen hingegen Christian, Gerhard, Oskar und Jonas. (tsch)

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