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Fury in the SlaughterhouseDas ist die wahre Geschichte hinter dem Bandnamen

Fury in the Slaughterhouse veröffentlichen mit „Changes“ ein neues Studioalbum. (Bild: Olaf Gebert)

Copyright: Olaf Gebert

Fury in the Slaughterhouse veröffentlichen mit „Changes“ ein neues Studioalbum. (Bild: Olaf Gebert)

Mit dem Bandnamen ist Gitarrist Thorsten Wingenfelder bis heute nicht wirklich glücklich, doch Fury in the Slaughterhouse behielten ihren kuriosen Namen, der auf eine Schnapsidee zurückzuführen ist, dennoch bei. Aus guten Gründen.

„Der Name ist totaler Sch...“ Deutlicher könnte Thorsten Wingenfelder es wohl nicht formulieren. Dabei blickt der Gitarrist heute auf fast 40 Jahre erfolgreiche Bandgeschichte zurück, die Fury in the Slaughterhouse nun mit ihrem neuen Album „Changes“ (VÖ: 26. Juni) fortschreiben will. Doch ausgerechnet mit dem Namen seiner Band hadert er bis heute. Dessen Entstehungsgeschichte ist allerdings so kurios, dass sie längst selbst zur Legende geworden ist. Denn der Name, unter dem die Band später auch international Erfolge feiern sollte, entstand keineswegs nach langer Überlegung - sondern aus einer spontanen Bierlaune heraus.

Im Gespräch für die SWR1-Reihe „Meilensteine“ erzählte Wingenfelder 2023 die Geschichte ausführlich: Anfang 1987 stand für die junge Band einer der ersten Auftritte an - „nur“ als Support-Act. Noch war die Besetzung nicht einmal vollständig, doch für ein Konzert in einem Vorort von Hannover mussten Plakate gedruckt werden. Das Problem: Es gab noch keinen Bandnamen. Also griff Schlagzeuger Rainer Schumann zum Telefon und rief Kai Wingenfelder an. Der war allerdings gerade auf einer Party und, wie später berichtet wurde, bereits ziemlich angetrunken. Unter Zeitdruck präsentierte er drei Namensvorschläge.

Boomer beißt Franz-Josef Strauß?

„Ich glaube, es war wirklich Bibo sucht den Schlotter-Klaus, Boomer beißt Franz-Josef Strauß - es ist kein Witz! - oder Fury in the Slaughterhouse“, erinnerte sich Thorsten Wingenfelder im Gespräch mit SWR1. Schlagzeuger Schumann machte kurzen Prozess und entschied sich für die dritte Variante. Damit waren Fury in the Slaughterhouse geboren.

Was folgte, war das, was der Gitarrist als den „Moment“ beschreibt, „an dem du diesen Bandnamen immer ändern willst“. Zwei Monate vergingen - und ein großer Artikel über die Band erschien in einer Stadtzeitung. Die Redaktion feierte die Band - mit ihrem Namen. „Und dann warst du gebrandet.“ In Amerika wollte man den Bandnamen später auf The Fury kürzen - „was ich auch cool gefunden hätte“, sagt Wingenfelder. Doch der Name sei bereits vergeben gewesen.

Heute zieht Thorsten Wingenfelder ein klares Fazit: Angesichts einer langen und erfolgreiche Karriere und Millionen verkaufter Platten sei er „demütig und dankbar“, wenn er zurückblicke: „Aber der Name ist totaler Sch...“

Holpriger Karrierestart

Die Anfänge von Fury in the Slaughterhouse waren ohnehin nicht glamourös. Sänger Kai Wingenfelder und Gitarrist Christof Stein-Schneider wohnten gemeinsam in einer WG über einer Autowerkstatt. Im Winter war es so kalt, dass Matratzen vor die Fenster gestellt wurden. Manchmal musste der Backofen als Heizung dienen.

Auch die erste Gage der Band verschwand in der Wohnung auf kuriose Weise. Die 400 D-Mark sollten die erste Demoaufnahme finanzieren und wurden in der WG aufbewahrt. Als Wingenfelders Freundin kurz Essen holen ging und die Tür offen ließ, war das Geld anschließend verschwunden. Die Band musste erneut auftreten, um die Aufnahme finanzieren zu können.

Der zusätzliche Aufwand sollte sich lohnen. Bereits 1988 spielte die Band ausverkaufte Konzerte. Anfang der 1990er-Jahre folgte mit dem Album „Mono“ und Hits wie „Radio Orchid“ oder „Every Generation Got Its Own Disease“ der große Durchbruch. Es folgten Gold-Auszeichnungen, internationale Tourneen und Millionen verkaufte Platten.

Fast vier Jahrzehnte nach jenem nächtlichen Telefonat gehört Fury in the Slaughterhouse zu den erfolgreichsten deutschen Rockbands ihrer Generation. Nur mit dem Namen kann sich Thorsten Wingenfelder bis heute nicht anfreunden. (tsch)

Für einen Oscar ist er nie näher in Betracht gezogen worden. Er selbst wollte sich nicht einmal Schauspieler nennen. Vor zehn Jahren, am 27. Juni 2016, starb mit Carlo Pedersoli einer der ganz Großen des Filmgeschäfts.  (Bild: Adam Berry/Getty Images)
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