Bud Spencer bleibt auch zehn Jahre nach seinem Tod unvergessen. Auf dem größten Friedhof Roms erinnert eine Gedenkstätte an den Kultstar, dessen Filme bis heute Millionen Fans begeistern und als Pop-Ikone gefeiert wird.
Kult-HaudraufHier fand Bud Spencer seine letzte Ruhe

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Für einen Oscar ist er nie näher in Betracht gezogen worden. Er selbst wollte sich nicht einmal Schauspieler nennen. Vor zehn Jahren, am 27. Juni 2016, starb mit Carlo Pedersoli einer der ganz Großen des Filmgeschäfts. (Bild: Adam Berry/Getty Images)
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Zehn Jahre nach seinem Tod pilgern noch immer Fans aus aller Welt nach Rom, um ihrem Idol die Ehre zu erweisen: Am 27. Juni 2016 starb Carlo Pedersoli, besser bekannt als Bud Spencer, im Alter von 86 Jahren in einem Krankenhaus der italienischen Hauptstadt.
Denn Bud Spencer war weit mehr als der bärtige Haudrauf aus den Kultkomödien mit Terence Hill. Er war Schwimm-Olympionike, studierte Chemie und Jura, lebte zeitweise in Südamerika, gründete später die Fluggesellschaft Mistral Air und veröffentlichte sogar Musik.
Bud Spencer: Am 27. Juni 2016 starb Carlo Pedersoli
Berühmt wurde er jedoch vor allem durch seine Filmkarriere, die ihn für mehrere Generationen zu einem der populärsten europäischen Schauspieler machte.
Die Trauer um den 1929 in Neapel geborenen Schauspieler zeigte sich besonders in Rom. Zwei Tage nach seinem Tod wurde sein Leichnam im Rathaus auf dem Kapitolshügel aufgebahrt. Tausende Menschen standen Schlange, um persönlich Abschied zu nehmen. Die Polizei musste den Zugang zeitweise kontrollieren.
Roms damalige Bürgermeisterin Virginia Raggi würdigte den Verstorbenen mit den Worten: „Viele von uns sind mit seinen Filmen aufgewachsen, in denen immer das Gute über das Böse siegte.“ Auch sein langjähriger Filmpartner Terence Hill nahm an der Trauerfeier teil und hielt eine Rede.
Die eigentliche Beerdigungszeremonie fand am folgenden Tag in der Kirche Santa Maria in Monte Santo statt. Sie war geladenen Gästen vorbehalten. Unter den Trauergästen befanden sich unter anderem Regisseur Ermanno Olmi und Schauspieler Franco Nero.

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Berühmt wurde Bud Spencer als Schwimmer: Zweimal nahm er an Olympischen Spielen teil. In Melbourne 1956 schwamm er im Freistil auf Rang elf.
Als der Sarg in die Kirche getragen wurde, spielte eine Band „Dune Buggy“ aus dem Spencer-und-Hill-Klassiker „Zwei wie Pech und Schwefel“ - ein ungewöhnlicher, aber passender Abschied für einen Mann, dessen Filme Millionen Menschen zum Lachen brachten.
Wo Bud Spencer heute ruht
Seine letzte Ruhestätte fand Bud Spencer auf dem Campo Verano, dem größten Friedhof Roms im Stadtteil Tiburtino neben der Basilica di San Lorenzo fuori le mura. Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten wurden dort beigesetzt. Die genaue Lage seines Grabes ist allerdings nicht öffentlich bekannt.

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Bud Spencer erreichte seinen Karrierehöhepunkt Anfang der 1970er-Jahre. „Vier Fäuste für ein Halleluja“ (1971) war hierzulande der erfolgreichste Film des Jahrzehnts.
Dennoch gibt es einen Ort, an dem Fans seiner gedenken können. In der Kapelle der Familie Vasaturo Amato, der Familie seiner Ehefrau Maria, wurde eine Gedenkstätte eingerichtet. Sie befindet sich rechts hinter dem Seiteneingang Portonaccio (Cappella V). Dort erinnern Blumen, Fotos, Fanartikel und persönliche Briefe an den Schauspieler. Besucher aus vielen Ländern hinterlassen bis heute Botschaften für ihr Idol.
Seinen letzten großen Kinoauftritt hatte er in einer deutschen Komödie
Denn auch nach dem Ende seiner großen Kinojahre verschwand Bud Spencer keineswegs von der Bildfläche. In den 1990er Jahren war er im italienischen Fernsehen mit der erfolgreichen Serie „Zwei Supertypen in Miami“ zu sehen. An seiner Seite spielten zunächst „Miami Vice“-Star Philip Michael Thomas und später „Police Academy“-Darsteller Michael Winslow. Die Drehbücher schrieb sein Sohn Giuseppe. Gemeinsam mit Thomas entstand außerdem die Serie „Zwei Engel mit vier Fäusten“. 1994 kehrte Spencer noch einmal mit Terence Hill zurück. Für „Die Troublemaker“ stand das Kultduo nach neunjähriger Pause wieder gemeinsam vor der Kamera. Der Film blieb jedoch deutlich hinter den Zuschauerzahlen früherer Erfolge zurück.

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Mit seiner Frau Maria war Bud Spencer über 50 Jahre verheiratet.
Danach übernahm Spencer vor allem kleinere und ernstere Rollen. 2005 spielte er in der Fernsehproduktion „Padre Speranza - Mit Gottes Segen“. Im selben Jahr kandidierte er bei den Regionalwahlen in Latium für die Partei Forza Italia, verpasste jedoch den Einzug in ein Regierungsamt. Nach fünfjähriger Drehpause kehrte er 2007 für die deutsche Agentenparodie „Mord ist mein Geschäft, Liebling“ ins Filmgeschäft zurück. An der Seite von Nora Tschirner, Rick Kavanian und Christian Tramitz übernahm er eine Rolle und warb anschließend auch in Deutschland für den Film.
Spencer wurde zur Pop-Ikone
In seinen letzten Jahren entwickelte sich Bud Spencer zunehmend zur popkulturellen Ikone. 2011 erschien seine Autobiografie „Mein Leben, meine Filme“ auf Deutsch und stieg bis auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste. Es folgten weitere Bücher, darunter „In achtzig Jahren um die Welt“, sowie erfolgreiche Lesereisen durch Deutschland. Auch sein filmisches Erbe wurde neu entdeckt. 2011 widmete ihm das Berliner Kino Babylon die erste deutsche Bud-Spencer-Retrospektive. Dokumentationen wie „Bud's Best - Die Welt des Bud Spencer“ beleuchteten Leben und Karriere des Schauspielers.
Gleichzeitig blieb er kreativ. 2016 veröffentlichte er mit „Futtetenne“ ein Album mit selbst interpretierten italienischen Liedern. Große Popularität erlangte auch sein Facebook-Kanal, den er selbst „Facebud“ nannte und der zum Zeitpunkt seines Todes rund 1,5 Millionen Follower hatte. Zu seinen letzten Projekten gehörte die Dokumentation „Sie nannten ihn Spencer“, ein Fanprojekt über den Menschen Carlo Pedersoli und sein berühmtes Leinwandalter-Ego. Der Film feierte 2017 Premiere und enthält zugleich seinen letzten Leinwandauftritt.
Als Spencer am 27. Juni 2016 starb, löste die Nachricht weltweit große Anteilnahme aus. Sein Sohn Giuseppe berichtete kurz danach, die letzten Worte seines Vaters seien schlicht gewesen: „Danke“. (tsch)
