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Interview

Frank Mattheé„Ich hatte auch schon Särge als Hochzeitsdeko“

Ein Mann mit grauem Haar und Schnurrbart in einem fliederfarbenen Smoking gestikuliert und schaut in die Kamera

Copyright: ZDF/Diego da Cruz

Frank „Froonck“ Mattheé plante auch Hochzeiten für Fußballer Marc-André ter Stegen, Model Sandy Meyer-Wölden und Entertainer Oliver Pocher sowie das Rennfahrer-Paar Christina Surer und Martin Tomczyk. Knapp 700 Paare setzten bisher auf ihn.

Aktualisiert:

TV-Hochzeitsplaner Frank „Froonck“ Matthée hat mit uns über die Zeichen der Liebe und kuriose Aktionen bei Hochzeiten gesprochen.

Die Hochzeit – der schönste Tag im Leben? Hoffentlich nicht, findet TV-Hochzeitsplaner Frank Matthée. Nicht?! Das erläutert „Froonck“ (der Spitzname kam von Sarah Connor) im Gespräch mit EXPRESS.de.

Der gebürtige Sauerländer mit der Liebe zu kreativen Anzügen feiert sein TV-Comeback mit „Duell der Hochzeitsprofis“ (Sonntag, 6. September, 14 Uhr im ZDF – und schon ab kommenden Freitag, 10 Uhr in der Mediathek). Zeit für einen großen Talk.

Frank Matthée: Hochzeiten sind die Königsdisziplin

Ab dem 6. September läuft „Duell der Hochzeitprofis". Sie kämpfen um die perfekte Hochzeitsplanung. Worauf setzen Sie? Was ist Ihre Devise bei Hochzeiten?

Frank Matthée: Die Devise ist, kreativ zu sein, tolle Ideen zu entwickeln und genau hinzuschauen, was das jeweilige Brautpaar benötigt. Es wird kein Battle, bei dem es höher, weiter, schneller geht. Es geht darum, wer das bessere Händchen für das Paar hat. Das ist das Spannende, warum ich mich dem aussetze. Verglichen zu werden, löst bei mir einen Kreativitätsschub aus.

Warum wird man Hochzeitsplaner?

Frank Matthée: Ich wollte es werden, weil ich zum einen die Dualität des Berufs liebe – auf der einen Seite das Planerisch-Administrative und auf der anderen Seite den großen, kreativen Bereich: Ideen umsetzen hinsichtlich Dekoration, Ausstattung, Entertainment – der gesamte Look einer Hochzeit eben. Und zum Dritten ist da noch die Emotionalität. Deswegen sind Hochzeiten für mich die Königsdisziplin im Bereich Events. Es geht um große Emotionen, aber auch um hohe Erwartungen. Einmal von den beiden Menschen, die heiraten, aber natürlich auch von Familien und Freunden. Überdies hat man heutzutage sogar noch die Möglichkeit, binationale Hochzeiten zu feiern, also Kulturen zusammenzubringen. Und Brautpaare gehen mittlerweile oft in andere Länder, um dort zu feiern, sogenannte Destination-Weddings. Ich binde dann gerne lokale Themen und Bräuche ein, um neue Erfahrungen zu kreieren. Es ist unglaublich vielschichtig und abwechslungsreich. Das macht es für mich so spannend, dass ich auch nach 24 Jahren noch mit voller Leidenschaft Hochzeitsplaner bin.

Fünf festlich angezogene Menschen stehen vor einer Orangerie und lachen

Copyright: .ZDF/Diego da Cruz

„Froonck“ Matthée (ganz rechts) und seine Kollegen bzw. Konkurrenten: Marco Fuß, Amelie Borges, Madeleine Bolz und Marie Mika

Eine lange Zeit – kommt da nicht doch eine Routine auf?

Frank Matthée: Man lernt nie aus! Ich dachte irgendwann, nachdem ich inzwischen über 700 Hochzeiten organisiert habe, ich habe alles gesehen. Aber es gibt immer wieder Neues, weil man immer wieder zwei neue, individuelle Menschen vor sich hat, die eigene Wünsche und Träume haben. Da gilt es, aus ihren Träumen Wirklichkeit zu machen. Und die Routine hilft, den Stress zu bewältigen sowie den Paaren eine perfekte Planung und Realisation ihrer Hochzeit zu gewährleisten.

Was war da der verrückteste Wunsch eines Paares?

Frank Matthée: Da gab es viele! Spannend war ein Ferrari-Korso bei einer Balkanhochzeit, da sind dann fast alle Gäste im Ferrari vom Haus des Brautpaars zur Location gefahren, also ca. 30 Kilometer über die Autobahn gebraust. Es gab auch mal ein David-Guetta-Double als DJ in Südfrankreich und Gogo-Tänzer, da durfte es verruchter sein. Dazu Feuerspucker oben ohne für die Damen. In Tunesien haben wir mal den Bräutigam mit Paragliding zur Zeremonie am Strand „einfliegen“ lassen. Der wäre fast noch im Wasser gelandet. Ein großer Schreckmoment für die Gäste. Seine Liebste wusste davon natürlich nichts und wurde überrascht.

Froonck Matthée: Der Druck auf viele Brautpaare ist groß

Finden Sie manches nicht auch selbst absurd teuer – Blumen für viele tausend Euros etwa?

Frank Matthée: Ehrlich gesagt nicht. Wenn man Qualität und Quantität dafür bekommt. Ich versuche, das Budget so effizient wie möglich zu nutzen. Ich bin kein Freund davon, Geld aus dem Fenster zu werfen, nur weil man es hat. Da bin ich der Treuhänder und sage: ‚Ihr Lieben, das lohnt sich nicht, 20.000 Euro für Deko auszugeben, es verbessert nicht die Atmosphäre und macht die Hochzeit so nicht perfekter‘. Meine Kollegen aus den USA haben oft riesige Blumendeko wie bei Taylor Swift. Es ist Kultur- und Geschmackssache. Die würden sogar den Spiegelsaal von Schloss Versailles dann noch mit 30.000 Blumen schmücken – einfach over the top! Aber am Ende muss es dem Brautpaar gefallen und es muss ihnen Spaß machen.

Es heißt, die Hochzeit sei der „schönste Tag im Leben“ – macht das nicht unheimlich viel Druck?

Frank Matthée: Der Druck ist nach wie vor da, das merkt man vor allem bei jungen Paaren, die ihre erste Hochzeit feiern, ihre sogenannte Grüne Hochzeit. Da sind die Erwartungen unheimlich groß. Zusätzlich werden sie von Social Media beeinflusst, die Tendenzen und Trends propagieren. Da geht es wirklich um schöner, höher, weiter, perfekter. Da wird alles vergleichbar gemacht. Ich bestärke die Paare, sich davon freizumachen. Ältere Paare und solche, die vielleicht ihre zweite Hochzeit feiern, gehen meist viel cooler ran. Sie stehen mitten im Leben, wissen, was sie wollen und was nicht, und möchten nur einen unvergesslichen Tag erleben und ihre Liebe feiern.

Ein junges Brautpaar steht in der Natur und blickt fröhlich in die Ferne

Copyright: ZDF/Sunita Bezing

Anna und Marcel sind eines der Brautpaare, um die die Weddingplanner im „Duell der Hochzeitsprofis“ kämpfen.

Wie versuchen Sie, sie vom Social-Media-Vorbild abzubringen?

Frank Matthée: Ich hake in den Gesprächen nach: ‚Was wollt ihr wirklich? Was ist EUCH wichtig? Wenn ihr mal alles vergesst, was ihr gesehen habt – was macht euch happy? Wo sind eure Leidenschaften?‘ Oftmals ist es nur Angst, auszuscheren und man selbst zu sein. Oder es wurde noch nie wirklich darüber nachgedacht. Manchmal ist es wie eine Paartherapie. Aber die Hochzeit ist der Tag des Brautpaares. Wenn sie da nicht das Recht haben, das zu tun, was ihnen gefällt, wann dann? Ich versuche immer, ihre Individualität hervorzuheben bzw. herauszuarbeiten. Wir können auch als Deko Särge aufstellen, Schwarz als Farbe verwenden und die Band Unheilig auftreten lassen – für echte Gothic-Fans. Das habe ich übrigens auch schon realisiert. Und es muss auch nicht das traditionelle Prinzessinnenkleid in Weiß sein.

Braucht es für die wahre Liebe noch eine Hochzeit?

Frank Matthée: Für viele ist das Konzept veraltet. Es ist kein Muss, aber wunderschön und einmalig. Ich finde, dass das uralte Ritual absolut Sinn macht. Es geht nicht darum, viel Geld auszugeben und den schönsten Tag des Lebens zu haben – das würde ja auch implizieren, dass es danach nur noch bergab gehen kann. Das wäre ja traurig. Es geht darum, die Liebe zu zelebrieren. Man will immer füreinander da sein, treu sein – nicht nur im sexuellen Sinne –, sich unterstützen. Und dem gibt man eine Form. Die Hochzeit ist das einzige Ritual, bei dem die Liebe auch für andere (Familie, Freunde) auf diese Weise greifbar wird. Und man schafft einen Tag, an dem man sich ein Leben lang festhalten kann, auch wenn es mal Krisen gibt. Es ist ein Ankerpunkt. Deswegen glaube ich, dass es nie aus der Mode kommen wird.

Sind Sie inzwischen selbst verheiratet?

Frank Matthée: Nein, noch nicht.

Warum nicht?

Frank Matthée: Wir lassen uns Zeit. Es gab einfach noch nicht den richtigen Moment. Aber ich glaube, es wird nicht mehr lange dauern! Die Presse wird es erfahren ...

Frank Matthée: Vom Medizinstudium zum TV-Hochzeitsplaner

Frank „Froonck“ Matthée (geboren am 27. Oktober 1967 in Olpe) ist deutscher Hochzeitsplaner. Bekannt wurde er 2005 durch die Reality-Doku „Marc & Sarah in Love“, dort plante er die Hochzeit von Sarah Connor und Marc Terenzi. Anschließend bekam er eine eigene Sendung „Frank – der Weddingplanner“ auf ProSieben (2006–2010). Von 2012 bis 2021 moderierte er die Vox-Sendung „4 Hochzeiten und eine Traumreise“.

Sein Weg zum Weddingplanner verlief über Umwege: Zuerst wollte er Tänzer, dann Schauspieler, dann Modedesigner werden. Erst studierte er Medizin in Düsseldorf, nach dem 1. Staatsexamen wechselte er auf Französisch und Sport auf Lehramt. Später wurde er zuerst Werbekaufmann – nach einer Kündigung und einem Sabbatical stieß er auf den Beruf des Hochzeitsplaners – und machte sich damit selbstständig. Mit Erfolg. Mit seinem Partner Dominic lebt er auf Ibiza und in Berlin.

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