Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, heißt es. Bei den Supermärkten kabbeln sich noch mehr. Der Kampf wird über Sonderangebote ausgetragen. Wer's clever anstellt, kann als Kunde stark profitieren. Das zeigt die ARD-Doku „Die Wahrheit über Sonderangebote“.
Extrem-Schnäppchenjäger zeigt in der ARD, wie er statt 46,89 nur 1,13 Euro zahlt

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Torsten Heinze zeigt in „Die Wahrheit über Sonderangebote“, wie sich beim Einkauf extrem viel Geld sparen lässt. (Bild: SWR)
Die Supermärkte haben Glück, dass die Zahl derer, die aus der Schnäppchenjagd eine Wissenschaft machen, noch gering ist. Torsten Heinze betreibt „Extrem-Couponing“. Das heißt, er presst aus den Anbietern raus, was geht. Er sammelt Coupons, er nutzt Apps, sammelt Punkte, reißt Gutscheine aus Prospekten und Zeitungsanzeigen und recherchiert auch im Internet nach Cashback-Aktionen. In der ARD-Doku „Die Wahrheit über Sonderangebote“ zeigt er stolz, dass er bei dm und Edeka insgesamt 98 Prozent sparte und statt 46,89 Euro nur 1,13 Euro zahlte!

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Sparstufe Rot! Supermärkte arbeiten bei ihren Sonderagebote vor allem mit der Signalfarbe Rot. (Bild: SWR)
Torsten Heinze macht sich einen Trend zunutze. Prospekte, Apps, Rabatt-Aktionen. Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Rewe & Co. kämpfen auf vielen Ebenen und mit etlichen Tricks um ihre Kunden. Müssen sie auch, denn wohl jeder Verbraucher merkt, dass zuletzt alles teurer wurde. Da spielen die Superangebote eine gewichtige Rolle beim Kaufentscheid. Und die Tricks der Händler.
Die Umsätze mit Aktionsware in Supermärkten und Discountern sind von 2020 bis 2024 um 44 Prozent gestiegen, heißt es in der ARD-Doku. Drei von vier Deutschen achten auf Sonderangebote. Acht von zehn Kunden nutzen Apps von einem oder mehreren Supermärkten, um noch mehr zu sparen. Nur: Rechnet sich das? Filmemacher Moritz Hartnagel untersuchte genau das.
Wenn das Sonderangebot schon am zweiten Tag ausverkauft ist

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Alles so schön bunt hier. Aber auch günstig? Wie lässt sich für Verbraucher in der heißen Schlacht um die coolen Superangebote wirklich gewinnen? (Bild: SWR)
Das Fazit nach der 45-minütigen Doku: Wer als Kunde wirklich nur auf Sonderangebote achtet, kann bis zu 30 Prozent einsparen. Apps werden von Fachleuten eher geringeres Sparpotenzial beschieden - höchstens (weitere) ein bis zwei Prozent. Wer zudem attraktive Sonderangebote von Markenartikeln mit dem Kauf von Supermarkt-Eigenmarken bei anderen Lebensmitteln kombiniert, kann bis zu 50 Prozent sparen.

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Aufgepasst: Ein Sonderangebot liegt nur dann vor, wenn das ganze Schild einen roten Hintergrund und schwarze oder weiße Schrift enthält. (Bild: SWR)
Dazu muss man aber eine Spar-Leidenschaft entwickeln. Denn: Oft achten Kunden zwar beim Einkauf auf Sonderangebote, tätigen dann aber auch den restlichen Einkauf in diesem Laden. Wer aber „Sonderangebots-Hopping“ betreibt, wird deutlich mehr sparen. Dabei muss man allerdings längere Wege in Kauf nehmen und in drei oder vier oder fünf Läden an der Kasse anstehen.
Oder in leere Sonderangebotsregale blicken. Denn die Händler halten mit eigenen Tricks dagegen. Dann gibt's die besonders reduzierte Wassermelone eben am zweiten Tag der Aktionswoche schon nicht mehr - und es kommt auch nichts mehr nach. Zwar sei es ärgerlich, wenn man einen beworbenen Artikel will und nicht bekommt, räumt Manuela Mülot von der Wettbewerbszentrale ein, aber: „Einen Rechtsanspruch auf ein Sonderangebot gibt es nicht.“
Achtung: Rotes Preisschild ist nicht gleich rotes Preisschild!

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Lohnt sich Schnäppchenjagd in Supermärkten? Die ARD-Doku „Die Wahrheit über Sonderangebote“ verrät Tipps und Tricks - auch die der Händler. (Bild: SWR)
Die Märkte, die sich in ihren Prospekten schon mit Hinweisen auf eventuell zu stark nachgefragte und deshalb ausverkaufte Ware oder „Solange Vorrat reicht“-Vermerke absichern, argumentieren gern mit „unerwartet starker Nachfrage“. Fakt ist aber auch, so Prof. Marko Schwertfeger von der Hochschule für Wirtschaft und Recht: „Wenn Händler errechnen, dass sie mit einem Sonderangebot Verlust machen, dann werden halt nicht mehr als ein paar Kartons rausgestellt.“
Viele Märkte setzen auf die Farbe Rot, mit der Sonderangebote signalisiert werden. Aber auch da sollte man genau hinschauen, ob nur die Schrift, zum Beispiel der Preis, rot geschrieben ist, oder das ganze Schild einen roten Hintergrund und schwarze oder weiße Schrift enthält. Denn das Sonderangebot gibt's nur im zweiten Fall!
Dr. Britta Schantz von der Verbraucherzentrale: „Es gibt schon Beschwerden von Verbrauchern, die sich manipuliert fühlen und nicht mehr unterscheiden können, was ein Sonderangebot ist und was der normale, teurere, Preis.“ Nur: Dagegen tun kann man nicht viel. Außer: genau hinschauen!
„Die Wahrheit über Sonderangebote“ ist am Montag, 12. Oktober, um 20.30 Uhr im Ersten zu sehen und schon vorab in der ARD-Mediathek. (tsch)
