Glitzer, Gesang, Gazakrieg: Beim ESC in Bulgarien fehlen schon jetzt zwei Länder aus Protest, weitere zögern noch.
Die ersten Länder sind schon rausWird ESC zur Boykott-Party?

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Die Gewinnerin des Eurovision Song Contest 2026, Dara aus Bulgarien auf der ESC Bühne.
Der Gazakrieg bewegt Europa und das zeigt sich auch beim Eurovision Song Contest (ESC) 2027. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat nun die vorläufige Liste mit mindestens 36 Ländern veröffentlicht.
Irland verzichtet wegen des Gazakrieges und der Teilnahme Israels auf den ESC 2027, und der Sender RTÉ (Irland) will den Wettbewerb nicht einmal übertragen. Auch die Niederlande bleiben fern: Ende September hatte der Sender NPO (Niederlande) die Rückkehr angekündigt, einen Monat später folgte der Rückzieher, nachdem 400 Mitarbeitende öffentlich gegen die Teilnahme protestiert hatten.
Schon der ESC in Wien wurde boykottiert
Unklar sei noch, ob Spanien und Slowenien Künstler oder Künstlerinnen zum größten Live-Musikevent schickten. Die EBU habe den öffentlich-rechtlichen Sendern RTVE (Spanien) und RTVSLO (Slowenien) eine Nachfrist bis Dezember eingeräumt, teilte die Organisation weiter mit.
Schon 2026 in Wien hatten fünf Länder den Wettbewerb boykottiert: Island, Irland, die Niederlande, Slowenien und Spanien. Ihr Protest richtete sich gegen die Teilnahme Israels. Der niederländische Sender AVROTROS erklärte, der Wettbewerb könne nicht mehr als neutral gelten, solange ein teilnehmendes Land in einen großflächigen militärischen Konflikt verwickelt sei.
Erstmals beim ESC dabei ist laut EBU im nächsten Jahr Kanada. Nordmazedonien kehre nach mehrjähriger Pause zurück. „In einer Welt, die sich zunehmend gespalten anfühlt, bringt der Wettbewerb Menschen durch Musik zusammen - über Grenzen, Sprachen und Kulturen hinweg. Das ist heute wichtiger denn je“, sagte ESC-Direktor Martin Green.
Der ESC sei ein wichtiges Karriere-Sprungbett für die Sängerinnen und Sänger, hieß es. Die 35 Lieder des diesjährigen Wettbewerbs hätten im Zeitraum von Januar bis August insgesamt fast 600 Millionen Abrufe auf allen verfügbaren Audio- und Video-Streaming-Plattformen erzielt. Der Siegertitel des 70. ESC „Bangaranga“ von Dara habe in elf Ländern Platz 1 der Charts, in fünf weiteren Ländern eine Platzierung unter den Top 5 sowie in fünf zusätzlichen Ländern eine Platzierung in den Top 10 erreicht.
Der 71. ESC findet im Mai 2027 in Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste statt. Tickets für die insgesamt neun Shows sollen ab Anfang nächsten Jahres zum Verkauf stehen. (dpa/red)

