Über 20 Jahre nach ihrer Entführung erfindet sich Elizabeth Smart neu. Mit Muskeln aus Stahl und einer klaren Botschaft!
„Kein trauriges Leben“Entführungsopfer posiert jetzt als Bodybuilderin im Bikini

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Der Entführungsfall um Elizabeth Smart (l) wurde in Deutschland unter anderem durch die Netflix-Dokumentation „Kidnapped: Der Fall Elizabeth Smart“ bekannt. (Archivbild)
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Mehr als zwei Jahrzehnte sind seit ihrer schrecklichen Entführung vergangen, nun beginnt für Elizabeth Smart ein neuer Lebensabschnitt. Die heute 38-Jährige wurde im Juni 2002 als 14-jähriges Mädchen aus dem Haus ihrer Eltern in Salt Lake City verschleppt und neun Monate gefangen gehalten. Sie will sich aber nicht mehr von den Traumata von damals bestimmen lassen.
In einem Gespräch mit „USA Today“ machte die heutige Aktivistin ihre Haltung unmissverständlich klar. Sie wolle viel mehr sein als nur eine Überlebende: „Ich habe nur ein Leben, und ich möchte nicht, dass es ein trauriges Leben ist.“
True-Crime-Podcast: Eine Stimme für andere Überlebende
Diesen neuen Weg untermauert Smart aktuell mit zwei großen Projekten. Seit August ist sie die Gastgeberin ihres wöchentlichen True-Crime-Podcasts „The Survivor Files with Elizabeth Smart“.
In dem Format kommen Menschen zu Wort, die ebenfalls furchtbare Schicksalsschläge verkraften mussten. Es soll ihnen eine sichere Plattform geben, um ihre Geschichte selbstbestimmt zu erzählen – eine Reaktion auf Smarts eigene schlechte Erfahrungen mit Medien, die ihre Aussagen oft verzerrt hatten.
Bodybuilding als Befreiung: „Mein Körper ist wunderschön“
Gleichzeitig hat die US-Amerikanerin eine komplett neue Leidenschaft für sich entdeckt: Bodybuilding. Nachdem Marathonläufe ihren Körper zu sehr belastet hatten, fand sie im Krafttraining eine neue Herausforderung und nahm bereits an mehreren Wettkämpfen teil.
Im April postete Smart erstmals Bikini-Fotos von einem Auftritt auf Instagram, nachdem sie solche Bilder aus Angst vor Häme lange zurückgehalten hatte. Die Resonanz war gewaltig und übertraf sogar das Interesse an ihrem 2025 erscheinenden Buch „Detours: Hope & Growth After Life’s Hardest Turns“ oder der Netflix-Doku „Kidnapped: Der Fall Elizabeth Smart“.
Neuer Stolz statt alter Wunden
Der Sport hat ihre Beziehung zum eigenen Körper fundamental verändert. Viele Betroffene von Gewalttaten kämpfen mit Selbstvorwürfen, so Smart. Das Bodybuilding habe ihr aber ein Gefühl von Freiheit und Stolz zurückgegeben: „Warum sollte ich mich für meinen Körper schämen? Mein Körper ist wunderschön. Schaut euch an, was er geleistet hat.“
Dass sie bei den Meisterschaften in Pittsburgh Anfang September sportlich auf den hinteren Plätzen landete, war für sie unwichtig. Ihre Freude wurde dadurch nicht getrübt. Allein auf der Bühne zu stehen, war für sie schon der größte Sieg. (jag)
