Paul Bettany bekommt als Vision endlich seine eigene Marvel-Serie: „VisionQuest“ ist eine lohnende Herausforderung.
Ein Ich aus zweiter HandDarum ist Marvels „VisionQuest“ so ungewöhnlich - und so unfassbar gut

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Ultron (James Spader, links) sieht aus wie ein netter älterer Herr mit Vatergefühlen, wenn er sich in Visions (Paul Bettany) Kopf materialisiert. (Bild: Disney+ / © 2026 Marvel. All Rights Reserved.)

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Vision (Paul Bettany) muss langsam in die Vaterrolle reinwachsen, in der ihn sein mutmaßlicher Sohn Tommy (Ruaridh Mollica) gerne sehen würde. (Bild: Disney+ / © 2026 Marvel. All Rights Reserved.)
Erinnerungen sind eine feine Sache. Aber nur, wenn sie einem auch wirklich gehören und man das Leben dazu auch selbst gelebt hat. Bei Marvels Superhelden Vision (Paul Bettany) ist das schwierig: Schließlich ist er tot, sogar zweimal gestorben. Also bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich ab 14. Oktober in acht Episoden bei Disney+ auf die Suche nach seiner Identität zu machen: „VisionQuest“ ist die wohl ungewöhnlichste Serie im an Ungewöhnlichkeiten nicht gerade armen Marvel-Universum und beschließt nach „WandaVision“ und „Agatha All Along“ eine etwas andere Familientrilogie.

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Ultron (links) ist immer noch ein Teil von Vision: Das sorgt in „VisionQuest“ für einige Probleme. (Bild: Disney+ / © 2026 Marvel. All Rights Reserved.)
Kurzer Rückblick: Vision ist eine Art KI in einem wandelbaren Körper aus Vibranium. Nach seinem Tod wurde seine Hülle als White Vision wieder zusammengesetzt, allerdings ohne all das, was ihn als Person ausgemacht hatte. Dann bekam er am Ende von „WandaVision“ die Erinnerungen seines früheren Ichs zurück - und verschwand eine Weile.
Alles nur eine Kopfsache?

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Wer bin ich - und wenn ja, wieso? Vision (Paul Bettany) hat eine Menge Fragen und lädt in „VisionQuest“ zu einer Philosophiestunde in seinem Kopf. (Bild: Disney+ / © 2026 Marvel. All Rights Reserved.)

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Willkommen zu Hause: In Visions Kopf wohnen die alten Marvel-KIs F.R.I.D.A.Y. (Orla Brady, links), wie J.A.R.V.I.S, (James D'Arcy, zweiter von links), U (Jonathan Sayer) und D.U.M.-E. (Henry Lewis, rechts). (Bild: Disney+ / © 2026 Marvel. All Rights Reserved.)
Nun ist er wieder da, irgendwo in Schottland, und muss klären, ob sein erinnertes Leben auch sein eigenes ist. Wenn er sich an die Liebe zu Wanda Maximoff/Scarlet Witch erinnert, ohne sie selbst erlebt zu haben: Ist sie dann echt? Macht ihn die bloße Erinnerung an seine Söhne auch zu ihrem Vater? Vision jedenfalls ist keine Festplatte, die man einfach mit Codes bespielen kann. Seine Persönlichkeit entwickelt sich aufgrund von Entscheidungen, die er trifft, Begegnungen, die er macht, und Schmerz, den er erfährt.

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Ultron ist nicht glücklich darüber, das ihn Vision nicht aus dem Haus lässt. (Bild: Disney+ / © 2026 Marvel. All Rights Reserved.)
Weil sich Vision jede Menge komplizierte Gedanken macht, lässt Showrunner Terry Matalas die Serie größtenteils im Kopf des Superhelden spielen. Während sich dort nicht nur alte Marvel-KIs wie J.A.R.V.I.S, (James D'Arcy), E.D.I.T.H. (Emily Hampshire), F.R.I.D.A.Y. (Orla Brady) und D.U.M.-E. (Henry Lewis), sondern auch Visions Quasi-Vater Ultron (James Spader) materialisieren, muss Vision in der echten Welt vor Kopfgeldjägern flüchten. An seiner Seite: ein mysteriöser Junge, der fest daran glaubt, sein Sohn Tommy (Ruaridh Mollica) zu sein - womit sich der Kreis von Wandas und Visions Familiengeschichte schließt.
„VisionQuest“ ist, so viel kann man verraten, ohne zu viel zu verraten, ein großes Wagnis: schräg, ambitioniert, kreativ und intelligent in vielerlei Hinsicht. Vieles an dieser Serie wirkt seltsam, viele Dinge passieren unerwartet - und überhaupt ist alles ziemlich kompliziert. Aber das macht genau den Reiz dieser von fantastischen Einfällen überbordenden Extravaganz aus. Einerseits geht es um ganz menschliche Themen wie Liebe und Trauer, Traumata und Identität. Andererseits werden in smarten Wortgefechten ganz grundsätzliche Fragen zum Wesen Künstlicher Intelligenz erörtert. (tsch)
