Als Stuntfrau Jody Banks war sie das Idol einer Generation. Dann kamen die Drogen, ein schwerer Unfall – und Stalker. Und was macht der „Ein Colt für alle Fälle“-Star Heather Thomas heute?
„Ein Colt für alle Fälle“-StarMit 14 Jahren erfolgreich, dann kam der große Absturz

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„Ein Colt für alle Fälle“ (1981): Colt Seavers ist ein gefragter Stuntman, der einen gefährlichen Nebenjob ausübt. Jody Banks (Heather Thomas) ist seine Assistentin.
Über den Fernsehschirmen der 1980er sprang sie in Lederjacke durch Explosionen, hüpfte von zahlreichen Autodächern und lachte dabei immer gut gelaunt – Heather Thomas war als Stuntfrau Jody Banks in „Ein Colt für alle Fälle“ das Idol einer ganzen Generation. Auch in Köln hingen Poster der kalifornischen Schönheit in Jugendzimmern.
Vor der Kamera stand Heather Thomas erstmals mit 14 Jahren. An der Seite von Hauptdarsteller Lee Majors (87) wurde sie ab 1981 zum Mega-Star. Der Ruhm kam schnell und war groß für Thomas – und sie zerbrach beinahe daran.
Heather Thomas: Drogen und Absturz
Sie rutschte in die Drogen ab, kämpfte abseits der Kameras mit einer Kokainsucht – und begab sich 1985 in eine Entzugsklinik, wo sie ihren ersten Ehemann kennenlernte. Sie heiratete und ließ sich nach knapp einem Jahr wieder scheiden. Im selben Jahr endete auch ihre „Ein Colt für alle Fälle“-Karriere.
1986 wurde sie in Los Angeles beim Überqueren des San Vicente Boulevard von einem Auto erfasst und schwer an beiden Beinen verletzt. Durch den Unfall erlitt sie schwere Frakturen, die mehrere Operationen und eine lange Auszeit erforderten. Sie überlebte nur knapp.

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Heather Thomas (hier 1981) war ein Sexsymbol der 1980er.
Nach der Drogentherapie lernte sie Ende des turbulenten Jahrzehnts den Schlagersänger Christian Anders (81) kennen. Die beiden verliebten sich, doch auch diese Beziehung hielt nicht lange. Nebenbei drehte Thomas weiter Filme – die meisten floppten.
Der Ausstieg aus Hollywood
In den 1990er-Jahren heiratete sie den bekannten Hollywood-Anwalt Harry M. Brittenham, der 2025 im Alter von 84 Jahren starb, und wurde Mutter. Zum Wohle der Familie zog sie sich aus dem Filmgeschäft zurück, blieb der Branche aber treu. Sie schrieb weiterhin Drehbücher.
Ihre Kinder sollten aber eine normale Kindheit haben, erklärte sie: „Ich traf die Entscheidung als Mutter und habe sie nie bereut.“ Auf das Geld war sie nicht angewiesen, dank „Ein Colt für alle Fälle“ habe sie genug verdient.

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Douglas Barr, Lee Majors und Heather Thomas (von links) waren die Stars in „Ein Colt für alle Fälle“.
Wie schlimm die Zeit wirklich war, sagte sie 2009 im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Auf die Frage, ob es in den 1980ern tatsächlich so übel gewesen sei, dass sie aufhören musste, antwortete sie: „Ja, ich wurde so sehr gestalkt. Einmal kletterte ein Mann mit einem Messer über den Zaun. Ich hatte diese zwei kleinen Mädchen, und die brauchten dringend jemanden, der sie erzieht. Das war’s dann. Aber ich glaube, jetzt bin ich so alt geworden, dass die Leute mich nicht mehr groß belästigen.“
Von der Stuntfrau zur Aktivistin
Sie hat danach einen satirischen Hollywood-Roman mit dem Titel „Trophäen“ veröffentlicht, doch der war wenig erfolgreich. Heather Thomas engagierte sich vor allem politisch: Seit 2004 organisiert sie in ihrem Haus Veranstaltungen für liberal gesinnte Demokraten.
Ihr Antrieb für dieses Engagement? „Mir war die Gleichberechtigung von Frauen und Minoritäten, aber auch der Umweltschutz schon immer sehr wichtig“, sagt sie. „Ich wollte nicht länger nur zuschauen, auch meinen Kindern und Enkeln zuliebe. Ich wollte gegen die Leute ins Feld ziehen, die nur am Geldverdienen interessiert sind und denen das Wohl der Menschen und der Umwelt egal ist.“
Zuletzt war sie in kleineren Gastauftritten zu sehen, so wie in „The Fall Guy“ (2024), der US-amerikanischen Actionkomödie, in der Ryan Gosling den Stuntman Colt Sievers spielt. Wer sie noch einmal als Jody Banks sehen will, muss also die alten Folgen einlegen – am besten mit einem Kölsch in der Hand. (mg)
