„Eberhofer“-Star Simon Schwarz hat ADHS - und „würde es als Behinderung bezeichnen“

ADHS wurde bei Schauspieler Simon Schwarz erst spät diagnostiziert. (Bild: 2021 Getty Images for Constantin Film/Hannes Magerstaedt)

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ADHS wurde bei Schauspieler Simon Schwarz erst spät diagnostiziert. (Bild: 2021 Getty Images for Constantin Film/Hannes Magerstaedt)

ADHS sei „natürlich ein Handicap“, findet Simon Schwarz. Im Podcast „Hörbar Rust“ sprach der aus den „Eberhofer“-Krimis bekannte Schauspieler darüber, welche Probleme ihm die Störung im Laufe seines Lebens bereitet habe.

Simon Schwarz war bereits über 50 Jahre alt, als er die Diagnose ADHS erhielt. „Ich persönlich würde es als Behinderung bezeichnen“, sagt der Schauspieler nun im Podcast „Hörbar Rust“. Die Störung habe ihn im Laufe seines Lebens in vielerlei Hinsicht eingeschränkt - und belastet: „Ich habe psychosomatische Krankheiten dadurch entwickelt“, schildert Schwarz, der in der Vergangenheit unter anderem mit Depressionen zu kämpfen hatte.

Vor allem die Schulzeit sei herausfordernd für den „Eberhofer“-Darsteller gewesen. „Vieles hat nicht funktioniert.“ Er sei meist „sofort in den Konflikt gegangen, auch das hat natürlich ein bisschen was mit dem ADHS zu tun: Wir können sehr cholerisch sein, wir haben unsere Gefühle oft nicht unter Kontrolle und können natürlich auch sehr aggressiv werden“, erklärt Schwarz. Zudem habe er ein ausgeprägtes „Gerechtigkeitsgefühl“ entwickelt, „weil ich natürlich auch selber oft das Gefühl hatte, ich werde ungerecht behandelt“.

„Das ist natürlich ein Handicap“

Die Schule schloss der heute 55-Jährige nicht ab - keine Seltenheit bei ADHS-Patientinnen und -Patienten, wie Schwarz anmerkt. „Da gibt es ohne Ende Probleme.“ Man gehe „natürlich mit wahnsinnigen Komplexen ins Leben hinein“, betont der in Wien geborene Österreicher, „das ist natürlich ein Handicap. Das kann man ja nicht anders nennen - es wäre auch völlig absurd, das nicht zu benennen.“

Es sei „eine Erleichterung, zu wissen, was es ist“, sagt Schwarz heute in Bezug auf seine späte Diagnose. Zudem habe er bereits zuvor „das Glück gehabt“, von seiner Familie unterstützt zu werden. Seine Eltern hätten „unfassbar“ an ihn geglaubt, „was natürlich ein große Resilienz gefördert hat“, erinnert sich der Kinostar. Seine Mutter habe ihm eingebläut: „Du kannst alles schaffen. Du bist nicht dumm - du bist genauso wie die anderen, nur du brauchst halt für alles ein bisschen länger.“ (tsch)