Der Eklat um sein geplatztes Engagement bei „ttt“ hallt noch nach. Jetzt ist Thilo Mischke überraschend in einer Doku-Produktion des ZDF zu sehen. In der Reihe „German guilt“ befasst sich der Reporter mit der NS-Diktatur.
Die ARD ließ ihn bei „ttt“ fallen - jetzt bekommt Thilo Mischke eine neue Doku-Reihe im ZDF

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Katja Riemann will in „German Guilt“ mit Thilo Mischke mehr über das Schicksal ihrer Großmutter herausfinden. (Bild: ZDF/ Leonard Schmidt)
Thilo Mischke (44) ist Ende Januar 2026 in einer neuen Doku-Reihe des ZDF zu sehen. Die Nachricht kommt durchaus überraschend, denn es ist der erste große TV-Job für den Moderator beim Mainzer Sender. Vergangenes Jahr noch hatte die ARD von einer eigentlich beschlossenen Zusammenarbeit bei „ttt - titel thesen temperamente“ abgesehen.
Eigentlich war Mischke als neuer Moderator des Kulturmagazins vorgesehen. Doch die Personalie löste eine Empörungswelle aus. Neben negativen Reaktionen im Netz gab es auch einen offenen Brief von Kulturschaffenden, die sich gegen Mischke als neuen Moderator aussprachen. Grund dafür waren Sexismus- und Rassismus-Vorwürfe, vor allem im Zusammenhang mit Mischkes Buch „In 80 Frauen um die Welt“, das er 2010 veröffentlicht hatte.
Auch Äußerungen in seinem Podcast „Uncovered“ zum Thema Vergewaltigung aus dem Jahr 2019 sorgten für scharfe Kritik. Mischke beklagte, die Aussagen seien aus dem Kontext gerissen. Bei der ARD entschied man sich dennoch, die Zusammenarbeit nicht wie geplant aufzunehmen, um weiteren Rufschaden von „ttt“ und Mischke abzuwenden, wie es damals hieß. Auch diese Maßnahme erntete öffentliche Kritik.
Thilo Mischke und Katja Riemann beleuchten ihre Familien-Geschichte

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Reporter Thilo Mischke geht in den Arolsen Archives, dem größten Archiv über Opfer und Überlebende des Nationalsozialismus, auf Recherche. (Bild: ZDF/ Fabian Beyer)
Inzwischen ist Mischke wieder für ProSieben tätig - und auch mit dem ZDF hat er für ein größeres Projekt zusammengearbeitet.
Wie der Sender mitteilte, wird Mischke in der Doku-Reihe „German guilt“ zu sehen sein, die ab dem 21. Januar 2026 in der ZDF-Mediathek verfügbar ist. Dort befasst sich Mischke mit der NS-Diktatur und dem Umgang damit in deutschen Familien. Neben Mischke sind auch Schauspielerin Katja Riemann und Autorin Ronja von Rönne Teil des Formats und erforschen ihre eigene Familiengeschichte.
In der Doku entdeckt Mischke unter anderem, dass seine Großmutter unehelich in einem Heim des SS-Lebensborn geboren wurde. Riemann befasst sich mit dem Tod ihrer Großmutter, die im Jahr 1945 unter ungeklärten Umständen ums Leben kam und von Rönne mit ihrem Großvater, über dessen Vergangenheit niemand habe sprechen wollen.
Mische erklärt zu der Dokumentation: „In der Annahme, in meiner Familie gäbe es keine dunklen Geheimnisse, habe ich diese Recherche begonnen. Die Überraschung war groß - und die Erkenntnis, dass auch dort verheimlicht wurde, hat mich tief bewegt. Ich wollte mit gutem Beispiel vorangehen: Auch wenn man Unangenehmes erfährt, ist es besser, es auszusprechen, als es zu ignorieren.“ (tsch)
