Exportgeschäfte in die USA sind für deutsche Unternehmen schier unberechenbar geworden. In einer neuen ZDF-Reportage mit Christian Sievers ärgert sich ein Schwarzwälder Werkzeughersteller über Donald Trumps erratische Zoll-Erlasse.
Deutscher Werkzeugunternehmer schildert ZDF-Reporter Trumps Zoll-Chaos„Ein Wahnsinn“

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Wilhelm Hahn (rechts), Geschäftsführer des Familienunternehmens Wiha Werkzeuge, berichtet Christian Sievers von den Schwierigkeiten des Exportgeschäfts. (Bild: ZDF / Sebastian Wagner)
Es ist einer der berühmten „Hidden Champions“ der deutschen Wirtschaft: Im beschaulichen Schonach im Schwarzwald sitzt einer der weltweit führenden Werkzeughersteller. Wilhelm Hahn ist Geschäftsführer des Familienunternehmens Wiha Werkzeuge und empfängt Christian Sievers zum Resilienz-Gespräch. „Welt in Dauerkrise: Was gibt uns Sicherheit?“, lautet die Fragestellung, mit welcher der „heute journal“-Moderator für eine neue „Am Puls“-Reportage angereist ist.
Wilhelm Hahn kann darüber einiges erzählen. Rund 30 Prozent des Umsatzes macht sein Unternehmen in den USA. Das bedeutet, dass seine Kalkulation nicht ohne Nachrichtenlektüre auskommt. Gibt es eine neue Entwicklung in der Straße von Hormus? Hat der amerikanische Präsident über Nacht etwas Relevantes in den sozialen Medien gepostet? „Wenn eine neue Zolldrohung im Raum steht, müssen wir uns überlegen, ob wir den Versand einer Warenlieferung verschieben sollen.“
„Drei Tage später hat man einen Millionenbetrag auf dem Konto“

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Christian Sievers (rechts) traf Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius unter anderem beim Nato-Gipfel in Ankara. (Bild: ZDF / Jonny Müller-Goldenstedt)
„Das ist ja ein Wahnsinn“, kommentiert ZDF-Mann Sievers die Ausführungen, was der Unternehmer sofort bestätigt. Er spricht von einem einzigen Chaos, das auch mal ins Positive umschlagen kann. Im Februar 2026 hatte der Oberste Gerichtshof der USA die auf das Notstandsgesetz IEEPA gestützten Zölle von Donald Trump für unzulässig erklärt. „Nach dem Urteil dachten wir, das dauert Jahre, bis wir vielleicht die Chance haben, einen Teil der Gelder zurückzubekommen“, erklärt Hahn. „Und dann flattert ein Schreiben ins Haus, und drei Tage später hat man einen Millionenbetrag auf dem Konto.“
„Moment, nur dass ich es richtig verstehe: Die US-Regierung hat ihnen eine Million oder mehr zurücküberwiesen?“, hakt Sievers ungläubig nach. Der Geschäftsführer bestätigt: „Über das gesamte Jahr 2025 haben wir umgerechnet rund drei Millionen Euro an Zöllen bezahlt, und einen Großteil haben wir jetzt schon wieder zurückbekommen.“
Einen positiven Effekt hat der Unternehmer angesichts dieser Unwägbarkeiten immerhin wahrgenommen: „Wo gestern noch harte Wettbewerber im sportlichen Wettkampf miteinander waren und immer noch sind: Man redet sehr viel mehr. Es sitzen alle im selben Boot.“
„Die Krise ist fast schon normal geworden“
Eher von Wehmut als von Solidarität berichtet in der ZDF-Doku Mark Riemann, Inhaber der Bäckereikette Kalle in Schleswig-Holstein. Immer wieder muss er Filialen schließen. „Die Krise ist fast schon normal geworden“, sagt der Bäckermeister vor der Kamera. Das liege an den drei Komponenten Energie, Personal, Wareneinsatz. Die Kosten seien allesamt „aus dem Ruder gelaufen, die gehen nur nach oben“.
Für seine Reportage begleitete Christian Sievers unter anderem auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, die Psychotherapeutin Franca Cerutti und eine Astrologin aus Leipzig. Die Astrologin schockt ihren Gast mit der Aussage, eine Planetenkonstellation wie aktuell habe es noch nie geben (Sievers: „Theoretisch kann's auch sein, dass wir den Weltuntergang erleben?“), hat aber auch eine tröstliche Botschaft: Astrologisch betrachtet sei 2032 die Zeit der großen Krisen vorbei.
„Am Puls mit Christian Sievers: Welt in Dauerkrise: Was gibt uns Sicherheit?“ ist am Mittwoch, 21. Oktober, um 22.15 Uhr im ZDF zu sehen und schon vorab in der ZDF-Mediathek. (tsch)
