Vor zwei Jahren feierte Stefan Raab sein großes Comeback, seither treibt der Entertainer bei RTL sein Unwesen. Aus Anlass seines 60. Geburtstages am 20. Oktober zeigen wir seine größten TV-Momente.
Das waren Stefan Raabs größte TV-Momente

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Ein echter Mann schlägt keine Frauen? Im Ring gegen eine Profi-Weltmeisterin darf er das durchaus. Beim Showkampf gegen Regina Halmich im März 2001 trug Raab eine gebrochene Nase davon. (Bild: Lars Baron/Getty Images)
Er ist Moderator, Produzent und Entertainer, und in allen drei Eigenschaften hat er das deutsche Fernsehen geprägt wie niemand vor und neben ihm. Am 20. Oktober feiert Stefan Raab seinen 60. Geburtstag, wir blicken aus diesem Anlass zurück auf seine größten TV-Momente - angefangen mit seinen Anfängen beim Musiksender VIVA über seine Karrierehöhepunkte bei ProSieben bis hin zum bislang doch vergeblichen Versuch bei RTL, an die früheren Erfolge anzuknüpfen.
1996: „Böörti Böörti Vogts“

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Als TV-Gesicht bei VIVA wurde Stefan Raab Mitte der 90er-Jahre erstmals einem größeren Publikum bekannt. (Bild: Franziska Krug/Getty Images)
Sein erster Job war Produzent von Werbejingles. Als TV-Gesicht auf VIVA, wo er unter anderem die Sendung „Ma Kuckn“ moderierte, wurde Stefan Raab Mitte der 90er-Jahre erstmals einem größeren Publikum bekannt.

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Mit dem Gaga-Song „Wadde hadde dudde da“ landete Stefan Raab beim ESC auf Platz fünf. (Bild: Peter Bischoff/Getty Images)
Bald schon war Raab in seinem Element - indem er nämlich am liebsten die Grenzen der TV-Bühne überschritt. Zum 25. Geburtstag der WDR-Maus im Jahr 1996 sang Raab den Hit „Hier kommt die Maus“ - dafür gab's später eine Goldene Schallplatte. Weitere Spaß-Schlager des jungen Raab: „Böörti Böörti Vogts“ über den damaligen Fußball-Bundestrainer und eine Coverversion von „Ein Bett im Kornfeld“.
1999: Beginn von „TV Total“ und „Maschendrahtzaun“

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Ab März 1999 moderierte Raab bei ProSieben die Late-Night-Show „TV total“. (Bild: Frank Hempel/United Archives via Getty Images)
Vorerst zu Raabs eigentlichem Gebiet, denn hier sollte er seinen Höhepunkt noch erreichen. Und zwar mit einem Format, das TV-Geschichte schrieb. Ab März 1999 moderierte er bei ProSieben die Late-Night-Show „TV total“. Ein früher Höhepunkt der Sendung: Im Oktober desselben Jahres veralberte Raab einen authentischen Nachbarschaftsstreit aus der Reality-Show „Richterin Barbara Salesch“.
Worum ging es bei dem Zank? Eine gewisse Regina Zindler verlangte von ihrem Nachbarn, einen Knallerbsenstrauch zu entfernen, der angeblich ihren Maschendrahtzaun beschädige. Die Vogtländerin Zindler wurde eine Art Star - und der zugehörige Song „Maschen-Draht-Zaun“, geschrieben und produziert von Stefan Raab und eingespielt mit der Kult-Country-Band Truck Stop zu einem Riesenhit.
2000: „Wadde hadde dudde da“

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WOk-WM - die bis 2015 jährlich stattfindende Veranstaltung war wie die Mutter aller Raabschen Schnapsideen, die zu Unterhaltungsgold wurden. (Bild: Marco Prosch/Getty Images)
Auch jenseits von „TV Total“ macht Raab als Musiker von sich reden; im Mai 1998 begleitete er die „singende Nussecke“ Guildo Horn zum Eurovision Song Contest nach Birmingham: als Komponist „Alf Igel“ - das Pseudonym war unschwer als Verballhornung es Grand-Prix-Urgesteins Ralph Siegel zu erkennen. Der Wettbewerbssong „Guildo hat Euch lieb“ schaffte es auf Platz sieben.
Zwei Jahre später übertraf Raab den Überraschungserfolg mit Platz fünf in Stockholm für den von ihm selbst gesungenen Gaga-Song „Wadde hadde dudde da“. Sein ganz großer ESC-Triumph stand da freilich noch aus. Doch dazu später mehr.
März 2001: Die Erfindung der Killerplauze

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Seine Nehmer-Qualitäten waren bekannt, am 10. April 2010 wurden sie legendär. Bei seinem Sturz vom Mountainbike zog sich der „Schlag den Raab“-Gastgeber eine Gehirnerschütterung nebst Gedächtnisverlust sowie einen Bruch des Jochbeins und der Kieferhölenwand zu. (Bild: ProSieben / Willi Weber)
Bei seinem nächsten Karriereglanzlicht drosch Stefan Raab, in echter Manier von Kult-Komiker Andy Kaufman, auf eine Frau ein. Freilich nur im Ring. Wenig überraschend: Beim Showkampf gegen die Box-Weltmeisterin Regina Halmich im März 2001 trug Raab keinen Siegergürtel davon, sondern eine gebrochene Nase.

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Mit Lena Meyer-Landrut holte Raab 2010 erstmals seit Nicoles im Jahr 1982 den Titel beim Eurovision Song Contest. (Bild: ProSieben / Willi Weber)
Auch beim Rückkampf sechs Jahre später gab es für die selbsternannte „Killerplauze“ nicht mehr zu holen als das eine oder andere Veilchen.
2003: Die erste Wok-WM

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Drei seriöse Polit-Journalisten und ein TV-Entertainer versammelten sich 2013 zum TV-Duell der Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Peer Steinbrück: Anne Will (vorne, zweite von links), Maybrit Illner (vorne, zweite von rechts) und Peter Kloeppel (vorne rechts) und Stefan Raab (links)! (Bild: Thomas Imo/Photothek via Getty Images)
Am 6. November 2003, die Weltcup-Rodelstrecke in Winterberg: So etwas hatten die Betreiber des Traditionsparkours' noch nicht gesehen. In umfunktionierten asiatischen Bratpfannen donnerte der Erfinder und Gastgeber des Events gleich mal zum ersten Wok-Weltmeistertitel.
Die bis 2015 jährlich stattfindende Veranstaltung war so etwas wie die Mutter aller Raabschen Schnapsideen, die zu Unterhaltungsgold wurden. Mancher hält die halsbrecherische Zweckentfremdung von Küchenutensilien gar für eine ernst zu nehmende Sportart. Wahrscheinlich mit Recht.
2010: Gehirnerschütterung bei „Schlag den Raab“

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Im September 2024 kehrte Raab wieder vor die Kamera zurück - diesmal bei RTL. Fast ein Jahrzehnt nach seinem letzten TV-Auftritt stieg er erneut gegen Regina Halmich in den Boxring - und verlor wieder. (Bild: Lars Baron/Getty Images)
Raabs Nehmer-Qualitäten waren bekannt, am 10. April 2010 wurden sie legendär. Bei seinem Sturz vom Mountainbike zog sich der „Schlag den Raab“-Gastgeber eine Gehirnerschütterung nebst Gedächtnisverlust sowie einen Bruch des Jochbeins und der Kieferhöhlenwand zu. Aufgeben kam für den berüchtigten Ehrgeizling trotzdem nicht infrage. Er stand die Sendung bis zum Schluss durch und litt am Ende mehr unter der Niederlage als unter den Schmerzen.
2010: ESC-Triumph mit Lena

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War die dritte Box-Niederlage ein böses Omen? Raabs Karriere bei RTL läuft seit seinem Comeback eher schleppend. (Bild: 2025 Getty Images/Andreas Rentz)
Im Jahr 2000 hatte Raab noch selbst beim ESC gesungen, 1998 (Guildo Horn) und 2004 (Max Mutzke) begleitete er jeweils Schützlinge als Komponist zum Grand Prix. 2010 übertrug die von regelmäßigen ESC-Pleiten frustrierte ARD dem ProSieben-Mann die „nationale Aufgabe“, einen Starter oder eine Starterin für das Finale in Norwegen zu suchen. Raab fand in der Castingshow „Unser Star für Oslo“ Lena Meyer-Landrut, der Rest ist Geschichte. Erstmals seit Nicoles „Ein bißchen Frieden“ (1982) gewann Deutschland 2010 mit „Satellite“ den Eurovision Song Contest.
In autokratischer Manier verfügte Stefan Raab nach dem großen ESC-Triumph, dass Lena ihren Titel 2011 verteidigen solle - es würde ein Novum werden. Die Skeptiker behielten Recht, der Erfolg aus dem Vorjahr ließ sich nicht wiederholen. Aber immerhin: Beim Heimspiel in Düsseldorf belegte Lena Meyer-Landrut mit „Taken By A Stranger“ einen respektablen zehnten Platz. Viel wichtiger: Die in 43 Länder übertragene Show, die Raab als Co-Moderator und Eröffnungs-Act begleitete, lief wie am Schnürchen.
2013: Hauptrolle im TV-Duell der Kanzlerkandidaten
Drei seriöse Polit-Journalisten versammelten sich 2013 zum großen TV-Duell der Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Peer Steinbrück: Die Runde Anne Will, Maybrit Illner und Peter Kloeppel wurde ausgerechnet ergänzt durch einen schrillen TV-Unterhalter: Stefan Raab!
Im Vorfeld fanden die Besetzung - vorsichtig formuliert - nicht alle gut, hinterher aber galt Raab vielen Beobachtern als großer Gewinner des Abends. Auch weil der gelernte Metzger dem SPD-Kandidaten mit der Frage zusetzte, ob er im Fall einer Wahlniederlage Vizekanzler werde: „Das ist doch keine Haltung zu sagen, ich will nur gestalten, wenn ich auch King of Kotelett bin.“
2015: Abschied vom Fernsehen
Dafür, dass er nie ein Feuilletonliebling war, hat Stefan Raab beeindruckend viele TV-Preise eingesammelt, darunter den renommierten Grimme-Preis. 2015 wurde er beim Deutschen Comedypreis mit dem Ehrenpreis bedacht. Eine brisante Verleihung, schließlich hatte der Entertainer gerade erst seinen Rücktritt angekündigt.
Zu den Gründen sagte er bei der Gala in seiner Heimatstadt Köln, die zurückliegenden 20 Jahre seien ihm „wie ein Rausch“ vorgekommen: „Da muss auch mal gut sein.“
2024: Das schmerzhafte Comeback
Im September 2024 kehrte Raab wieder vor die Kamera zurück - diesmal bei RTL. Fast ein Jahrzehnt nach seinem letzten TV-Auftritt stieg er erneut gegen Regina Halmich in den Boxring. Moderator des Events war Elton, Kommentator Frank „Buschi“ Buschmann. Und der Verlierer des Abends: wieder Stefan Raab, der auch den dritten Boxkampf gegen die nun ehemalige Weltmeisterin verlor.
Die abermalige Box-Niederlage scheint ein böses Omen gewesen zu sein, denn die Karriere des Entertainers läuft seit seinem Comeback beim Kölner Sender eher schleppend. Den unentschlossenen Format-Mix „Du gewinnst hier nicht die Million“ setzte RTL im Juni 2025 ab. Und auch Raabs „Chefsache“, für Deutschland beim ESC 2025 einen Erfolg einzufahren, scheiterte kläglich.
2026: „Wer weiß wie wann was war?“
Doch Stefan Raab abzuschreiben, heißt das ewige Stehaufmännchen zu verkennen. Den Versuch, an seine früheren TV-Erfolge anzuknüpfen, hat der Entertainer nicht aufgegeben. Und mit seinem neuesten Streich gelang ihm das auch wieder: „Wer weiß wie wann was war?“, das er gemeinsam mit Erfolgsgarantin Barbara Schöneberger zum ersten Mal im März 2026 moderierte, gewann kürzlich beim Deutschen Fernsehpreis den Preis als beste Unterhaltungssendung. (tsch)
