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Geköpft und erschlagenDas Filmset dieses 80er-Kultfilms wurde zum tödlichen Inferno

Vic Morrow hält die beiden Kinderdarsteller Renee Shin-Yi Chen und Myca Dinh Le im Arm.

Eine der wenigen Aufnahmen von den katastrophalen Dreharbeiten zu „Twilight Zone: The Movie“, die den Moment kurz vor dem Unglück festhält. Vic Morrow hält die beiden Kinderdarsteller Renee Shin-Yi Chen und Myca Dinh Le im Arm. (Archivbild)

Aktualisiert

Eine der größten Katastrophen Hollywoods: Bis heute ist unfassbar, was am Set von „Twilight Zone: The Movie“ passierte.

Es sollte das Comeback des Jahres für Vic Morrow werden. Der Star aus der Kultserie „Combat!“ stand 1982 für das Mammutprojekt „Twilight Zone: The Movie“, in Deutschland auch bekannt als „Unheimliche Schattenlichter“, vor der Kamera. Unter der Regie von John Landis („Blues Brothers“) sollte eine Szene entstehen, die Kinogeschichte schreibt.

„Twilight Zone: The Movie“: Dreharbeiten werden zum Albtraum

Doch was am Set im Indian Dunes Park geschah, wurde zum grausamsten Albtraum Hollywoods. Bis heute gilt die Produktion als verflucht, denn sie forderte drei Menschenleben auf eine Weise, die selbst hartgesottene Ermittler erschütterte.

Eine weitere seltene Aufnahme von den katastrophalen Dreharbeiten zu „Twilight Zone: The Movie“, die den Moment kurz vor dem Unglück festhält.

Eine weitere seltene Aufnahme von den katastrophalen Dreharbeiten zu „Twilight Zone: The Movie“, die den Moment kurz vor dem Unglück festhält.

In der verhängnisvollen Nacht am Flussufer sollte Morrow eine heroische Rettung vollziehen. Er watete durch das knietiefe Wasser, auf seinen Armen zwei vietnamesische Kinder: die sechsjährige Renee Shin-Yi Chen und der siebenjährige Myca Dinh Le. Über ihnen schwebte ein Bell UH-1 Helikopter in bedrohlicher Tiefe. Landis wollte den ultimativen Realismus – ein Ehrgeiz, der in einer Katastrophe endete.

Vic Morrow: Hollywoodstar stirbt mit Kinderdarstellern auf grausame Weise

Als die Pyrotechnik für die simulierten Mörsereinschläge gezündet wurde, geschah das Unfassbare. Die Wucht der Explosionen beschädigte den Heckrotor des Hubschraubers. Die Maschine geriet außer Kontrolle und stürzte direkt auf die Darsteller. Die Rotorblätter, die sich mit mörderischer Geschwindigkeit drehten, trafen Vic Morrow und den kleinen Myca Dinh Le mit voller Wucht. Beide wurden vor den Augen der entsetzten Crew geköpft. Die kleine Renee wurde Sekundenbruchteile später von einer Kufe des Wracks erschlagen.

Vic Morrow schaut zur Seite.

„Twilight Zone: The Movie“ kam 1983 trotz der Katastrophe in die Kinos. Hauptdarsteller Vic Morrow war der Vater von Jennifer Jason Leigh. (Archivbild)

Der Schock saß tief, doch das wahre Beben folgte nach den Dreharbeiten. Es kam ans Licht, dass die Kinder illegal am Set waren. Um die strengen Kinderschutzgesetze zu umgehen, wurden sie bar bezahlt und heimlich für die Nachtaufnahmen engagiert. Steven Spielberg, der den Film produzierte, war zutiefst erschüttert und beendete seine Freundschaft mit Regisseur John Landis für immer.

Jennifer Jason Leigh: Tochter von Vic Morrow reicht Klage ein

Es folgte ein jahrelanger, erbitterter Prozess wegen fahrlässiger Tötung. John Landis und vier weitere Teammitglieder saßen auf der Anklagebank. Obwohl die Staatsanwaltschaft argumentierte, dass der Regisseur die Sicherheit für spektakuläre Bilder opferte, endete das Verfahren 1987 mit einem Freispruch. Die Familien der Opfer erhielten in außergerichtlichen Einigungen Entschädigungen in Millionenhöhe.

Besonders tragisch: Morrows Tochter, der spätere Hollywood-Star Jennifer Jason Leigh, war zum Zeitpunkt des Unglücks mit ihrem Vater zerstritten. Eine Versöhnung wurde durch die Katastrophe am Set für immer verhindert. Auch sie verklagte später das Studio und den Regisseur – ein juristischer Kampf gegen die Schatten der Vergangenheit.

Ebenfalls ein Schock für viele: „Twilight Zone: The Movie“ kam trotz der Kontroverse 1983 in die Kinos, doch er wurde nicht der erhoffte Erfolg. Das Publikum konnte die Episode von Landis nicht sehen, ohne an das Blutbad am Set zu denken.

Der Film wurde zum Kult des Grauens – ein Mahnmal für eine Ära, in der Hollywood für den perfekten Take buchstäblich über Leichen ging. Vic Morrows Tod markierte das Ende der Unschuld der Traumfabrik und zwang die Branche zu den strengsten Sicherheitsregeln ihrer Geschichte.

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