Obwohl er wegen Sexualdelikten verurteilt ist, bezeichnet sich Harvey Weinstein (73) selbst als unschuldig. Hinter Gittern bestreitet er die Taten vehement und erhebt stattdessen schwere Anschuldigungen gegen seine Anklägerinnen.
Weinstein holt aus dem Knast zum Gegenschlag aus„Große Lüge“ – und schießt gegen Frauen

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Weinstein trat zuletzt gesundheitlich angeschlagen im Rollstuhl vor Gericht auf. (Archivbild)
Der ehemalige Filmmogul sei zwar „aufdringlich oder übermäßig verführerisch“ aufgetreten, aber er habe „keine Frau sexuell angegriffen“. Das erklärte der 73-Jährige in einem Gespräch mit dem Magazin „The Hollywood Reporter“, wie die dpa meldet. Weinstein verbüßt aktuell eine Gefängnisstrafe.
Weinsteins Abrechnung: „Wussten, was auf der Tagesordnung steht“
Laut Weinstein waren sich manche Frauen durchaus bewusst, „was auf der Tagesordnung steht“, sobald sie eine Einladung in ein Hotelzimmer zu später Stunde von einem Mann bekamen. Einige hätten das Zusammentreffen im Nachhinein bedauert, während andere vielleicht auf eine finanzielle Entschädigung spekuliert hätten. Das Magazin zitiert ihn mit den Worten: „Jedoch waren nicht alle so naiv, wie sie sich gerne gaben.“
Während des Interviews bat er Frauen um Verzeihung und meinte, er hätte ihnen mehr Achtung entgegenbringen müssen. „Ich habe sie irregeführt“, gestand er. Seine beiden Ehefrauen habe er ebenfalls hintergangen und getäuscht, was er als moralisch falsch bezeichnete. Sexuelle Nötigungen schloss er aber kategorisch aus: „Das ist die große Lüge in dieser ganzen Angelegenheit.“
Gleichzeitig gestand Weinstein, dass er Grenzen missachtet und seine einflussreiche Stellung ausgenutzt habe. Er habe Personal dazu benutzt, seine privaten Angelegenheiten zu vertuschen, und sie zu Falschaussagen angestiftet. In der Filmwelt habe ein klares Ungleichgewicht der Kräfte bestanden und er selbst sei als „beängstigend und schwierig“ wahrgenommen worden.

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Weinstein räumte ein, Grenzen überschritten und seine Machtposition missbraucht zu haben. (Archivbild)
Einige Darstellerinnen hätten ihre Erlebnisse allerdings aufgebauscht, behauptete Weinstein und erwähnte dabei namentlich Gwyneth Paltrow. Sie habe ein Treffen mit ihm zu einer „großen Sache“ hochstilisiert, obgleich angeblich nichts vorgefallen sei.
April-Prozess steht an – Weinstein erscheint im Rollstuhl
Im April muss sich Weinstein wieder einem Gericht stellen. Wie die dpa berichtet, wird ein Anklagepunkt neu aufgerollt, bei dem die Geschworenen uneins waren. Eine Verurteilung aus dem Jahr 2020 zu 23 Jahren Gefängnis war 2024 aufgrund von Formfehlern kassiert worden. Bei seinem letzten Auftritt wirkte er gesundheitlich gezeichnet und saß im Rollstuhl. (red)
Zusätzlich dazu erhielt er 2023 in Kalifornien in einem eigenständigen Prozess wegen sexueller Nötigung eine weitere Haftstrafe von 16 Jahren. Seine Anwälte haben gegen dieses Urteil Revision eingelegt. (red)
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