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Désirée Nosbusch spricht über tiefe Krise - und den „Satz, der mich gerettet hat“

Désirée Nosbusch hat in einem Podcast über die dunklen Kapitel ihrer Biografie gesprochen. (Bild: 2025 Getty Images/Andreas Rentz)

Copyright: 2025 Getty Images/Andreas Rentz

Désirée Nosbusch hat in einem Podcast über die dunklen Kapitel ihrer Biografie gesprochen. (Bild: 2025 Getty Images/Andreas Rentz)

Désirée Nosbusch erlebte eine turbulente Karriere. Mit 23 machte sie sich aus einer toxischen Beziehung frei, begann buchstäblich bei null. Als Gast im Podcast „M wie Marlene“ sprach sie mit Marlene Lufen offen über die harte Zeit.

Désirée Nosbusch wurde als Zwölfjährige von Radio Luxemburg entdeckt, moderierte mit Anke Engelke live von der Internationalen Funkausstellung in Berlin und hatte mit 15 eigene TV-Sendungen im ZDF (“Hits mit Désirée“). Mit 19 Jahren führte sie bereits durch den „Eurovision Song Contest“. Sie wurde zum Teenie-Star und „Bravo“-Titelgirl. Und noch bevor sie volljährig war zum Enfant terrible. Weil sie es wagte, gegen den damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß Stellung zu beziehen und eine eigene Meinung zu äußern, wurde sie zur Persona non grata und durfte im BR lange Zeit nicht erscheinen.

1982 spielte Nosbusch in dem Skandal-umwitterten Film „Der Fan“ einen Fan, der in seiner Obsession so weit geht, dass er sein Idol umbringt. Der Film war nur für volljährige Kinobesucher zugänglich - Nosbusch war zu Beginn der Dreharbeiten 16 Jahre alt. Negative Schlagzeilen häuften sich. „'Schöne Hülle von Nichts' hat man mich damals betitelt“, sagte Nosbusch nun im Podcast „M wie Marlene“ - und das war eine der freundlicheren Schlagzeilen.

„Es war hart für mich, aber was mir viel mehr Schmerzen zugefügt hat, ist, dass es so hart für meine Familie war“, sagte Nosbusch in Gespräch mit SAT.1-Moderatorin Marlene Lufen und schilderte: „Mein Bruder musste sich auf dem Schulhof Dinge anhören und er weinte und sagte 'Warum reden die so böse über dich?'.“

Das Problem, so Nosbusch: „Ich konnte ja weggehen. Aber meine Familie musste bleiben. Ich habe eine Familie in die Öffentlichkeit gezerrt, die ja gar nicht dahin wollte. Das tat mir wahnsinnig leid.“

„Da wurden ganz viele junge Menschen missbraucht, und ich war halt eine davon“

Seit 2019 spielt Désirée Nosbusch im ARD-“Irland Krimi“ die Hauptrolle der Polizeipsychologin Cathrin Blake. (Bild: ARD Degeto/Good Friends Filmproduktions GmbH/Patrick Redmond)

Copyright: ARD Degeto/Good Friends Filmproduktions GmbH/Patrick Redmond

Seit 2019 spielt Désirée Nosbusch im ARD-“Irland Krimi“ die Hauptrolle der Polizeipsychologin Cathrin Blake. (Bild: ARD Degeto/Good Friends Filmproduktions GmbH/Patrick Redmond)

Hinzu kam: Nosbusch steckte seit ihrem 16. Lebensjahr in einer Beziehung zu einem deutlich älteren Mann fest, der sie bei Radio Luxemburg gefördert hatte. Er wurde ihr Manager und Lebensgefährte. Im Podcast mit Marlene Lufen wiederholte Nosbusch nun ihre 2020 erhobene Anschuldigungen: „Dieser Mensch hat nicht nur mir sehr weh getan, sondern sehr vielen anderen jungen Frauen. Da wurden ganz viele junge Menschen missbraucht, und ich war halt eine davon.“

Erst mit 23 Jahren schaffte es Nosbusch, sich aus der toxischen Beziehung zu lösen. „Ich bin abgehauen. Ich hatte nichts. Kein Bankkonto, keine Kreditkarte, keine Wohnung. Nichts.“ Sie ging, nur ihren Ausweis hatte sie. Bargeld nicht. „Ich bin da abgehauen mit einem Taxi, aber ich konnte ja nicht mal in die Taxifahrt zahlen.“ Der Taxifahrer nahm sie trotzdem mit. In der Rückschau meinte Nosbusch im Podcast: „Rückblickend habe ich viel zu viele Jahre gebraucht, um da loszukommen, aber es war halt so, wie's war.“

Nosbusch fand in dem Komponisten Harald Kloser eine erste große Liebe. Sie waren von 1991 bis 2002 verheiratet, und bekamen die gemeinsamen Kinder Luka und Noah-Lennon. 2018 heiratete sie in zweiter Ehe den Kamermann Tom Bierbaumer. Erst als sie bereits zweifache Mutter war, verarbeitete sie in den 90er-Jahren ihre dunkle Zeit in einer Therapie.

Jahrelang verdrängte Désirée Nosbusch die schlimme Vergangenheit

„Es braucht lange, weil man muss ja auch erst mal sich selbst verzeihen“, sagte die Moderatorin und Schauspielerin im Podcast. Sie habe die Vergangenheit jahrelang weggedrückt, verdrängt. Erst als die Kinder da waren, begann sie, mit sich „ins Gericht zu gehen“.

Die Therapie war nicht einfach. „Ich musste mir ja selbst erst mal versuchen klarzumachen, warum ich gewisse Dinge zugelassen habe“, erläuterte sie gegenüber Marlene Lufen. Das sei hart gewesen. Aber: „Es gab einen Satz, der mich gerettet hat.“ Als sie wieder einmal da saß und sich marterte „Warum hab' ich, warum hab' ich nicht“, habe ihr Therapeut erwidert: „Sie waren ein Kind. Sie konnten das alles noch gar nicht wissen.“ Für diesen Satz sei sie dem Therapeuten „für immer dankbar“.

Désirée Nosbusch hat ihr Leben auf die Reihe bekommen und ihre Karriere auch. Seit 1991 stand sie jährlich für Film- und TV-Produktionen vor der Kamera. Für die Hauptrolle in der Serie „Bad Banks“ erhielt sie 2019 den Grimme-Preis. Seit 2019 spielt sie im „Irland Krimi“ der ARD die Hauptrolle der Polizeipsychologin Cathrin Blake. Am Montag, 2. März, ist sie um 20.15 Uhr im ZDF in dem Thriller „In fremden Händen“ zu sehen. (tsch)

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