Ihr folgten 200.000 Menschen in den sozialen Netzwerken. Sie lebte im Luxus und wurde wegen Betrugs verhaftet. In der ARD-Doku erzählt Claudia von ihrer Haft und dem Morgen, an dem sie sich von ihren Kindern verabschieden musste.
Claudia war Luxus-Influencerin, jetzt sitzt sie im Knast„Nicht gedacht, dass eine Mutter verhaftet wird“

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In der ARD-Reportage erinnert sich Claudia an den Morgen ihrer Festnahme. (Bild: ARD)
Es ist sieben Uhr morgens. Während ihre Kinder sich gerade für die Schule fertig machen, stehen plötzlich Polizisten vor der Tür. Claudia und ihr Mann werden festgenommen. Der Grund: gemeinschaftlicher gewerblicher Betrug. Beide hatten einen offenen Haftbefehl ignoriert.
Ihren Kindern erklärt die vierfache Mutter später, dass sie Geld von Menschen genommen habe, das ihr nicht zusteht. Sie habe es sozusagen „geklaut“. Claudia wird im Rahmen der Y-Kollektiv-Reportage „Mütter im Knast“ begleitet. Sie ist Anfang 30 und befindet sich zu Beginn der ARD-Reportage im offenen Vollzug der JVA Köln-Ossendorf. Dort sind Frauen inhaftiert, die mehr Eigenverantwortung übernehmen können und sich auf ein Leben außerhalb des Gefängnisses vorbereiten.
„Wir konnten uns verabschieden und dann wurden die Kinder direkt mitgenommen“

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Vor ihrer Inhaftierung war Claudia Food-Influencerin. (Bild: ARD)
„Ich habe nicht gedacht, dass eine Mutter verhaftet wird“, sagt Claudia. Ihre Kinder habe sie nicht vorwarnen können. „Wir konnten uns verabschieden und dann wurden sie direkt mitgenommen“, erinnert sie sich an den Tag der Verhaftung. Weil sowohl Claudia als auch ihr Mann festgenommen wurden und sie niemanden über die Situation informiert hatten, kamen die Kinder zunächst in Obhut. „Ich glaube, die waren alle im Schock“. Diesen Schock müssen die Kinder bis heute verarbeiten. „Die gehen alle zum Psychologen“, erklärt Claudia. Ihre ältesten Kinder leben bei ihrer Mutter, die beiden jüngeren sind woanders untergebracht.
Während ihrer Haftzeit gestaltet es sich für Claudia schwierig, ihre Kinder zu sehen. Die JVA, in der sie zuvor im geschlossenen Vollzug untergebracht war, sei kein Ort für Kinder, erklärt sie. Bereits zweimal wurde sie aus dem offenen zurück in den geschlossenen Vollzug verlegt, weil sie gegen Regeln verstoßen hatte. Bislang hält sie deshalb hauptsächlich über Briefe Kontakt zu ihren Kindern.
Vor ihrer Inhaftierung war Claudia Influencerin. Auf Social Media postete sie vor allem Food-Content und erzählt in der Reportage von einem Leben im Luxus. „Mit fetten Autos und Designertaschen“, beschreibt es die Off-Stimme der Doku. Rund 200.000 Menschen folgten ihr damals. Nun sind es 20.000.
„Früher war ich Mama, Influencerin und Betrügerin. Jetzt kann ich einfach Köchin sein“
Bevor Claudia als Influencerin arbeitete, war sie Friseurmeisterin. Inzwischen hat sie einen neuen beruflichen Plan: Sie möchte Köchin werden. Täglich macht sie sich aus dem offenen Vollzug auf den Weg zu ihrem Ausbildungsplatz. Dort beginnt für sie ein neues Kapitel, zumindest soll es das werden. „Früher war ich Mama, Influencerin und Betrügerin. Jetzt kann ich einfach Köchin sein.“
Für die Zukunft wünscht sich Claudia, mit ihren jüngsten Kindern wieder unter einem Dach zu leben. Ihre älteren Kinder sollen dagegen zunächst bei der Großmutter bleiben. Claudia wolle sie nicht noch einmal aus ihrem gewohnten Umfeld reißen. Sie habe gelernt loszulassen. Gleichzeitig weiß sie, wie viel sie während ihrer Haft verpasst hat: Kommunionen, Einschulungen und die ersten Runden auf dem Fahrrad. „Alle meine Kinder können Fahrradfahren. Aber ich war nicht da.“ Ihr altes Leben möchte Claudia so nicht mehr führen. Wann genau sie aus der Haft entlassen wird, verrät die Reportage nicht.
„Y-Kollektiv: Mütter im Knast“ ist in der ARD-Mediathek zu sehen. (tsch)

