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BSB, NKOTB, BTS - Das sind die erfolgreichsten Boygroups aller Zeiten

33 Jahren im Geschäft und immer noch nicht müde: Die Backstreet Boys sind die langlebigste und erfolgreichste Boyband der Welt. (Bild: Sony Music)

Copyright: Sony Music

33 Jahren im Geschäft und immer noch nicht müde: Die Backstreet Boys sind die langlebigste und erfolgreichste Boyband der Welt. (Bild: Sony Music)

NSYNC, TT, BSB, NKOTB, BTS. Was vielen wie kryptische Buchstabenhäufchen erscheint, beschert Millionen von Pop-Fans die pure Ekstase. Denn die Kürzel stehen für Talenterudel, die Generationen von Pubertierchen mit ihrem Sound, ihrem Soul und ihrem Sex betörten: Das sind die erfolgreichsten Boygroups aller Zeiten.

Sie waren die erste Boygroup, die am Reißbrett entstand: Davy Jones, Mickey Dolenz, Peter Tork und Michael Nesmith (von links) wurden per Zeitungsannonce für die TV-Show „The Monkees“ gesucht. (Bild: NBC Television)

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Sie waren die erste Boygroup, die am Reißbrett entstand: Davy Jones, Mickey Dolenz, Peter Tork und Michael Nesmith (von links) wurden per Zeitungsannonce für die TV-Show „The Monkees“ gesucht. (Bild: NBC Television)

Vor exakt 30 Jahren, am 6. Mai 1996, erschien mit „Backstreet Boys“ das Debüt-Album der gleichnamigen Boygroup aus Orlando, Florida, USA. Der Hype um die „Jungs vom Hinterhof“ war in Deutschland damals so groß, dass die Scheibe zum erfolgreichsten Debüt einer Band in der deutschen Musikhistorie wurde.

Historie und Hysterie sind nur ein paar Buchstaben voneinander entfernt und im Zusammenhang mit Boybands oft deckungsgleich. Wobei: Den Begriff Boyband gibt es erst seit Anfang der 1990er-Jahre. Das Phänomen allerdings schon viel länger. Erfunden haben es nicht die Schweizer; die Wurzeln der Boygroups liegen in den amerikanischen Barbershop-Quartetten, die Anfang des 20. Jahrhunderts populär waren. Allerdings hätten sich die stimmgewaltigen Jungs (oder Mädels) den Ruhm und Reichtum, den ihre Nachfolger ersangen, damals nicht einmal erträumen können.

Musikalischer Familienclan: Joseph Jackson drillte seine Söhne (von links: Jermaine, Tito, Randy, Jackie, Michael und Marlon) zu Musikstars, die als The Jackson Five und The Jacksons geschätzte 100 Millionen Platten verkauften. (Bild: William Milsom / Getty Images)

Copyright: William Milsom / Getty Images

Musikalischer Familienclan: Joseph Jackson drillte seine Söhne (von links: Jermaine, Tito, Randy, Jackie, Michael und Marlon) zu Musikstars, die als The Jackson Five und The Jacksons geschätzte 100 Millionen Platten verkauften. (Bild: William Milsom / Getty Images)

„Schuld“ sind die Beatles. Sie als Boyband zu bezeichnen, grenzt zwar an Gotteslästerung. Dennoch wäre der Boygroup-Erfolg ohne sie nicht denkbar. Denn erst ihre ganz natürlich entstandene Erfolgsgleichung „vier schnuckelige Jungs + tolle Songs + geile Show = verzückte Teenager = die dicke Kohle“ trieb ihren Nachahmern die Dollarzeichen in die Augen. Fürderhin - auch das war bei den Beatles anders - hatten clevere Manager und finanzstarke Mäzene das Sagen und machten den fetten Reibach. Weil die meist wie am Reißbrett gecasteten Boygroups erfolgreich sangen und tanzten - nach der Pfeife der Männer im Hintergrund.

Immerhin wurden auch die (meisten) Boygroups reich. Vor allem aber berühmt. Hier sind zehn Boybands, die Geschichte schrieben.

Alle Boybands stammen von den Affen ab

Jordan Knight, Danny Wood, Joey McIntyre, Donnie Wahlberg und Jonathan Knight machten als New Kids On The Block in den frühen 90er-Jahren Weltkarriere. Nach ihrer Trennung 1994 formierten sie sich 2008 (Foto) neu. (Bild: 2008 Getty Images/Bryan Bedder)

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Jordan Knight, Danny Wood, Joey McIntyre, Donnie Wahlberg und Jonathan Knight machten als New Kids On The Block in den frühen 90er-Jahren Weltkarriere. Nach ihrer Trennung 1994 formierten sie sich 2008 (Foto) neu. (Bild: 2008 Getty Images/Bryan Bedder)

Robbie Williams, Mark Owen, Jason Orange, Gary Barlow und Howard Donald verzauberten als Take That ab 1990 die Teenie-Herzen. (Bild: teleschau / Archiv)

Copyright: teleschau / Archiv

Robbie Williams, Mark Owen, Jason Orange, Gary Barlow und Howard Donald verzauberten als Take That ab 1990 die Teenie-Herzen. (Bild: teleschau / Archiv)

Backstreet Boys: Die Plattenjubiläre Nickolas Gene Carter, Howard Dorough, Alexander James McLean, Kevin Scott Richardson und Brian Littrell sind längst „Backstreet Men“, nämlich reife Herrschaften zwischen 46 und 54 Jahre alt. Und sie sind seit 33 Jahren als Quintett zusammen, genau seit dem 20. April 1993. Zusammengestellt und finanziert wurden sie von Multimillionär Lou Pearlman, gelenkt von Manager Johnny Wright. Ihre Karriere glich einer Achterbahn, himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Rekorde und unzählige Hits gehörten dazu wie Drogeneskapaden, Alkoholskandale und Streit. Untereinander und mit den einstigen Förderern. Aber die Jungs überstanden jede schwere See. Und verkauften weltweit über 130 Millionen Tonträger.

The Monkees: Eigentlich stammen alle Boybands von ihnen, den (falsch geschriebenen) „Affen“, ab. Denn die Truppe mit Micky Dolenz, Peter Tork, Michael Nesmith und David „Davy“ Jones war die erste am Reißbrett ausgeklügelte Band. „Erfinder“ waren die TV-Produzenten Bob Rafelson und Bert Schneider, die per Inserat im September 1964 „vier verrückte Jungs“ für eine TV-Serie um eine aufstrebende Band suchten. Die TV-Serie lief von 1966 bis 1968 und wurde ein Hit, wie auch viele Songs der Band. „I'm A Believer“ wurde ihr größter, auch Nummer eins in Deutschland. Insgesamt verkauften die Monkees 75 Millionen Platten.

New Kids On The Block wurden zur Boyband-Blaupause

Die Kopie der Kopie: 'NSYNC wurden nach dem Modell der Backstreet Boys von deren Entdecker Lou Pearlmann zusammengestellt. Die Boyband-Formel hatte er von den New Kids On The Block abgeschaut. (Bild: Brenda Chase)

Copyright: Brenda Chase

Die Kopie der Kopie: 'NSYNC wurden nach dem Modell der Backstreet Boys von deren Entdecker Lou Pearlmann zusammengestellt. Die Boyband-Formel hatte er von den New Kids On The Block abgeschaut. (Bild: Brenda Chase)

The Jackson Five: Die von ihrem Papa Joseph zu Musikstars gedrillten Jackson-Söhne Jackie, Jermaine, Marlon, Michael, Randy und Tito haben mit ihren 19 Studio- und Live-Alben zwischen 1969 und 1989 und etlichen Compilations angeblich insgesamt 100 Millionen Platten verkauft. Nicht mitgerechnet Michaels Solo-Scheiben. Fast genauso erfolgreich war das weiße Gegenstück in Sachen singender Familienclan: The Osmonds mit dem Teenie-Frontmann Donny brachten es seit den frühen 1970er-Jahren auf über 75 Millionen verkaufte Platten, fast zwei Dutzend Studio-LPs und mindestens einen Welthit: „Crazy Horses“ (1973).

Westlife waren eine irische Antwort auf die englischen Take That. Sie schafften es ab 1998 in England 14 Singles von null auf eins in die Charts zu bringen.  (Bild: BMG / Matthew Donaldson)

Copyright: BMG / Matthew Donaldson

Westlife waren eine irische Antwort auf die englischen Take That. Sie schafften es ab 1998 in England 14 Singles von null auf eins in die Charts zu bringen. (Bild: BMG / Matthew Donaldson)

New Kids On The Block: Für sie wurde der Begriff „Boyband“ erfunden. Eigentlich wurden NKOTB aus der Wut geboren. Maurice Starr hatte sich gerade im Streit von der von ihm zu Stars gemanagten schwarzen Boygroup New Edition getrennt und sagte sich: „Denen zeig ich's und mach's nochmal - nur mit Weißen!“ Er schnappte sich 1984 den Rapper Donnie Wahlberg und stellte ihm Danny Wood, die Brüder Jonathan und Jordan Knight und Joey McIntyre zur Seite. 1989 gab's den ersten Hit. 1991 waren sie weltweite Superstars und 1994 reich (dank 70 Millionen verkaufter Tonträger), aber zerstritten und am Ende. Aber als Blaupause taugten sie noch ganz gut ...

Take That sind Englands langlebigste Boyband

Die erfolgreichste englische Boyband: One Direction schafften etwas, was selbst Take That versagt blieb: Sie eroberten auch den US-Markt. Seit Ende 2015 „pausiert“ die Band. (Bild: Simon Emmett / Sony Music)

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Die erfolgreichste englische Boyband: One Direction schafften etwas, was selbst Take That versagt blieb: Sie eroberten auch den US-Markt. Seit Ende 2015 „pausiert“ die Band. (Bild: Simon Emmett / Sony Music)

Take That: Der NKOTB-Erfolg ließ nicht nur Lou Pearlman die Backstreet Boys erträumen. Auf der anderen Seite des großen Teichs, im Mutterland des Rock'n'Roll, hatte auch der kleine Musikmanager Nigel Martin-Smith eine von NKOTB ausgelöste Vision: Die Charts-Welt mit einer Truppe von „sexy, metrosexuellen jungen Jungs aus dem englischen Norden“ aus den Angeln heben. Nigel und vor allem die von ihm ausgewählten Jungs Gary Barlow, Robbie Williams, Mark Owen, Jason Orange und Howard Donald machten einen höllisch guten Job. Sie verkauften zwischen 1990 und ihrer Trennung 1996 fast 30 Millionen Platten - und seit ihrem Sensationscomeback 2005 mindestens noch mal so viel.

Die K-Pop-Superstars BTS bei ihrem Comebackkonzert im März in Seoul, dem ersten Auftritt seit der Wehrdienst-bedingten Bandpause. (Bild: 2026 Getty Images/Pool)

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Die K-Pop-Superstars BTS bei ihrem Comebackkonzert im März in Seoul, dem ersten Auftritt seit der Wehrdienst-bedingten Bandpause. (Bild: 2026 Getty Images/Pool)

'NSYNC: Die Kopie von der Kopie. Pearlman und Wright, die BSB nach NKOTB-Vorbild kopiert hatten, kopierten sich 1994 selbst - und zwar höchst erfolgreich. Die gecasteten Justin Timberlake, Chris Kirkpatrick, Lance Bass, Joey Fatone und JC Chasez wirbelten durch die Charts der Welt und verkauften 70 Millionen Tonträger. Dann gab's Ärger. Erst trennte man sich im Streit von Pearlman und Wright, dann voneinander, weil Justin Timberlake 2002 lieber Solo-Star werden wollte.

One Direction eroberten auch den US-Markt

Westlife: Was der Engländer und der Amerikaner kann, das kann auch der Ire. Dachte sich Louis Walsh und stellte erst 1993 die Boygroup Boyzone (25 Millionen Plattenverkäufe) und 1998, als es mit Boyzone langsam dem Ende und Ronan Keating einer Solo-Karriere entgegenging, Westlife zusammen. Westlife (45 Millionen Platten) brachten 14 Singles von null auf eins in die britischen Charts - das schafften nicht einmal Take That.

One Direction: Harry Styles, Liam Payne, Louis Tomlinson, Zayn Malik und Neill Horan sind die bislang letzte Boys-Sensation aus England. 2010 wurden sie von TV-Showmann Simon Cowell zur Boygroup zusammengeführt, nachdem sie als Solisten alle bei der Casting-Show „The X-Factor“ ausgeschieden waren. One Direction gelang danach, was zuvor (seit den Beatles) keiner „boylastigen Band“ gelungen war - sie knackten den US-Markt und platzierten dort vier Alben von null auf eins. Silvester 2015 verabschiedeten sie sich nach 70 Millionen verkaufter Platten in eine „Kreativpause“, die seither andauert und wohl - spätestens nach dem tragischen Tod von Liam Payne 2024 - nie mehr enden wird.

BTS: Der frische Charts-Wind bläst aus Fernost

The Teens: Klingt so, ist aber nicht englisch, sondern deutsch. Robbie Bauer, Uwe Schneider, Jörg Treptow, Alex Möbius und Michael Uhlich sind die erfolgreichste Musikclique aus deutschen Landen, wenn auch keine klassische Boyband. Denn sie fanden sich als Schülerband ohne Mäzen oder Manager 1976 in West-Berlin zusammen und konnten ihre Instrumente nicht nur halten, sondern auch spielen. Sie wandelten musikalisch auf den Spuren der englischen Bay City Rollers und hatten zwischen 1978 und 1982 etliche Hits und waren wiederholt Coverstars der „Bravo“. Als die Boyband-Welle durch die 90er-Jahre schwappte, wollten auch deutsche Manager profitieren. Bed & Breakfast, The Boyz und Touché wurden geschaffen, aber sie hatten zwei Dinge gemeinsam: keinen dauerhaften Erfolg und sie halfen, die Welle tot zureiten. Ende der 1990er-Jahre war der Boygroup-Ofen aus.

BTS: Es war Zeit für frischen Wind. Und in Sachen Boybands bläst der aus Fernost. K-Pop wurde schon vor über 20 Jahren erfunden, aber der frische Wind aus Südkorea wurde erst seit Mitte der Nuller-Jahre zum echten Hit-Taifun. Dahinter steckt eine perfekte Maschinerie, in der „Talents“ unter Kasernen-artigen Bedingungen in Ausbildungszentren gedrillt, geschult und einem knallharten Selektionsprozess unterworfen werden. Seit Jahren sind BTS das Maß der Dinge. Die sieben Mitglieder Jin, Suga, J-Hope, RM, Jimin, V und Jung Kook, 2010 zur Band geformt, wurden zur erfolgreichsten K-Pop-Truppe aller Zeiten. Und zur ersten, die auch weltweit absoluten Superstar-Status erreichte. Bis 2022 verkauften sie alleine in der Heimat geschätzt 50 Millionen Platten und verabschiedeten sich dann, um den Wehrdienst zu leisten. Im März kehrten sie mit dem Album „Arirang“ zurück, das innerhalb eines Tages weltweit fast fünf Millionen Mal verkauft wurde. (tsch)

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Ist er der größte Star der Welt?