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Trauer um Bonnie TylerSo eiskalt rechnete Dieter Bohlen einst mit ihr ab

Dieter Bohlen und Bonnie Tyler Collage

Copyright: dpa (links) + AFP (rechts)

Dieter Bohlen produzierte mit Bonnie Tyler drei erfolgreiche Alben. Die Zusammenarbeit war aus seiner Sicht allerdings nicht unkompliziert. (Archivbild)

Dieter Bohlen hat sich zum Tod der Sängerin geäußert. Er findet emotionale Worte – das war nicht immer so.

Die Musikwelt trägt Trauer: Rock-Ikone Bonnie Tyler ist tot. Die Sängerin mit der unverkennbaren Reibeisenstimme verstarb im Alter von 75 Jahren. Während Fans weltweit um die Waliserin trauern, meldet sich auch ihr ehemaliger Weggefährte und Pop-Titan Dieter Bohlen mit emotionalen Worten zu Wort. Doch die Beziehung der beiden Megastars war nicht immer frei von Spannungen.

Dieter Bohlens rührender Abschied auf Instagram

In seiner aktuellen Instagram-Story zeigt sich Dieter Bohlen tief berührt vom Tod der Sängerin. Er teilte ein altes Studiofoto aus den 90er-Jahren, unterlegte den Beitrag mit dem gemeinsamen Hit „Against The Wind“ und markierte ihren offiziellen Account. Dazu schrieb er die versöhnlichen Worte: „Wir teilen schöne Erinnerungen. War toll mit dir zu arbeiten“.

Anfang der 1990er-Jahre waren Bonnie Tyler und Dieter Bohlen ein absolutes Dreamteam in der europäischen Musiklandschaft. Nach einer längeren Durststrecke der Sängerin übernahm Bohlen die Produktion und verhalf ihr zu einem fulminanten Comeback im deutschsprachigen Raum, aber auch in Skandinavien.

Ihr erstes gemeinsames Album „Bitterblue“ aus dem Jahr 1991 stürmte die Charts und holte Gold sowie Platin. Der gleichnamige Titelsong wurde mit Bombast und Dudelsäcken zu einem riesigen Hit. Auch die Nachfolgealben „Angelheart“ und „Silhouette in Red“ verkauften sich hervorragend.

Tyler selbst erinnerte sich in einem ZDF-Interview gern an diese Ära und betonte, dass sie mit Bohlen eine großartige Zeit erlebt habe. Mit einem Lachen sagte sie: „‚Bitterblue‘ wurde von Howard Houston [Bohlens Pseudonym, Anm. d. R.] geschrieben – aber wissen Sie, es war eine riesige Hit-Platte. Wenn Dieter gesagt hätte, dass er es geschrieben hat, wäre es vielleicht nicht so erfolgreich geworden.“

„Keine singt geiler als die Tyler“: Der Pop-Titan über Idealismus und Allüren

Hinter den Kulissen soll es jedoch gewaltig gekracht haben, wie Bohlen Jahre später schonungslos in seiner umstrittenen Autobiografie „Nichts als die Wahrheit“ enthüllte. Zwar schwärmte er in dem Werk von ihrer Einzigartigkeit – „Keine singt geiler als Bonny Tyler“ –, machte aber gleichzeitig aus seinem Ärger über die Zusammenarbeit keinen Hehl.

Bohlen rechnete in diesem Zuge generell mit den Absichten ausländischer Künstler ab und fand deutliche Worte zum Thema Idealismus im Musikgeschäft:

„Das Problem ist: Für all die Künstler aus Amerika und England sind wir Deutschen nur ‚Pfeffersäcke‘. Wir haben hier zwar den zweitgrößten Plattenmarkt der Welt, aber ob Al Martino, Dionne Warwick oder Chris Norman – keiner dieser internationalen Stars kommt aus Idealismus oder weil er Krautwickel und Kartoffelpüree so lecker findet. Sie fliegen hierher, um ihr Konto aufzufrischen, was ja auch legitim ist.“

Bonnie Tyler wurde abgeworben – Bohlen war enttäuscht

Als es dann im Studio an die konkrete Arbeit ging, zeigte sich der Pop-Titan schnell genervt von den Extrawünschen: „Wir besprachen die Songs, sie war sehr unsicher. Dies passte ihr nicht, und das ging auch nicht, und alles, wo ‚Devil‘ oder ‚Hell‘ drin vorkam, war schon mal ganz daneben.“

Der endgültige Bruch folgte nach den großen Erfolgen, als Bonnie Tyler die Plattenfirma verließ. Bohlen war fassungslos, dass sie für das finanzielle Angebot der Konkurrenz wegging: „Doch jetzt, nachdem die BMG sie groß gemacht hatte, wechselte sie für einen richtig fetten Scheck zu EastWest Records. Ich war maßlos enttäuscht. Ich nahm das ziemlich persönlich.“

Am Ende verbarg Bohlen auch eine gewisse Schadenfreude über den ausbleibenden Erfolg nach ihrer Trennung nicht. Das Nachfolgealbum sei „einer der teuersten Flops in der Geschichte“ des Labels geworden.

Trotz dieser alten Abrechnung und des damaligen geschäftlichen Grabenkampfes zeigen Bohlens aktuelle Worte, dass im Angesicht des Todes der Respekt vor einer der größten Stimmen der Rockgeschichte über alten Groll siegt.

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