Ralf Richter ist tot. Auch Köln trauert um den Kult-Schauspieler.
„Bang Boom Bang“, „Das Boot“Ralf Richter ist tot: Riesige Trauer auch in Köln

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Trauer um Ralf Richter. Hier ist er 2024 bei einer NDR-Talkshow zu sehen.

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Es ist ein Satz, der alles sagt und für den es doch keine Worte gibt: „Für uns ist gerade eine Welt stehen geblieben.“
Er stammt von Maxwell Richter, der dazu ein Schwarz-Weiß-Foto zeigt, das ihn mit seinem Vater zeigt. Ralf Richter, einer der markantesten deutschen Schauspieler seiner Generation, ist tot. Er wurde 69 Jahre alt.
Die Nachricht bestätigte der Sohn auf seinem Instagram-Kanal. „In der vergangenen Nacht ist unser Vater, Ralf Richter, verstorben“, schreibt er dort. Und weiter: „Für viele von euch war er Schauspieler, Kultfigur und ein Gesicht, das Menschen über viele Jahre begleitet hat. Für uns war er vor allem eines: unser Vater.“
„Wir können im Moment kaum Worte dafür finden, was sein Tod für unsere Familie bedeutet“, heißt es in dem Beitrag weiter. Am Ende steht ein Dank an all jene, die Ralf Richter über Jahrzehnte begleitet haben: „Danke für all die Liebe und Wertschätzung, die ihr unserem Vater über all die Jahre entgegengebracht habt.“
Vom Ruhrgebiet auf die große Leinwand
Geboren wurde Ralf Richter 1957 in Essen. Das Ruhrgebiet blieb sein Fundament – in der Sprache, im Tonfall, in der Art, wie er Figuren spielte: rau, direkt, ohne Schnörkel, aber fast immer mit einem weichen Kern darunter.
Genau diese Mischung machte ihn zu einem Gesicht, das man nach einer einzigen Szene nicht mehr vergaß.
Den Durchbruch brachte ihm 1981 Wolfgang Petersens Welterfolg „Das Boot“. In dem Kriegsdrama, das bis heute zu den bekanntesten deutschen Filmen überhaupt zählt, gehörte Richter zur Besatzung – einer der jungen Männer, die irgendwie versuchen, in dem engen Stahlrohr zu überleben.
Kultfigur einer ganzen Region
Zur echten Kultfigur wurde er zwei Jahrzehnte später: In Peter Thorwarths Ruhrpott-Komödie „Bang Boom Bang — Ein todsicheres Ding“ (1999) spielte er Kalle Grabowski, den Kleinkriminellen mit dem großen Maul. Ganze Generationen können Sätze aus diesem Film bis heute mitsprechen. Richter wurde damit zum Aushängeschild eines Kinos, das dem Ruhrgebiet endlich eine eigene, selbstbewusste Stimme gab.
Daneben stand er über Jahrzehnte in unzähligen Kino- und Fernsehproduktionen vor der Kamera, in Krimireihen ebenso wie in Komödien. Sein Markenzeichen: Er musste nicht laut werden, um einen Raum zu füllen – und wenn er doch laut wurde, dann richtig.
Große Trauer auch in Köln
Auch in Köln war Richter eine feste Größe. Er lebte seit vielen Jahren in der Südstadt, im Pantaleonsviertel. Und war bekennender Fan von Fortuna Köln. Der Klub habe es ihm angetan, gab er vor einigen Jahren in einem EXPRESS-Interview zu. „Das ist noch richtiger Fußball, wo es nicht wie bei so vielen anderen Klubs und Vereinen darum geht, so viel Geld wie möglich herauszuholen.“
2003 hat Richter gar zur Rettungsaktion des Sportklubs die Toten Hosen und andere prominente Unterstützer ins Boot geholt. Damals stand der Verein vor der drohenden Insolvenz.

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An der Seite des bereits verstorbenen Fortuna-Köln-Präsidenten Klaus Ulonska (Mitte) und Cornel Wachter (rechts) engagierte sich Ralf Richter auch immer wieder für den Vringstreff e.V. in Köln.
Zusammen mit dem verstorbenen Fortuna-Köln-Präsidenten Klaus Ulonska und dem Kölner Bildhauer und Maler Cornel Wachter engagierte sich Ralf Richter auch immer wieder für den Vringstreff e.V., jene Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Wohnung im Kölner Süden. Dort kellnerte er zum Obdachlosenfrühstück oder hielt Lesungen.
Trauer auch bei Cornel Wachter: Er erklärt, bis zuletzt habe Richter als Rentner die Küche des Vringstreffs genossen. Er wollte „gerne immer wieder kommen“, so Wachter, da die glücklichen Leute dort auch auf seine Stimmung abfärbten. „Das gefällt mir und baut mich auf“, soll der Schauspieler gesagt haben. Sowohl der SCF als auch der Vringstreff trauern nun um ihren Freund Ralf Richter und bekunden seiner Familie ihr aufrichtiges Beileid.
